Bischöfe in Tschetschenien

Anfang März haben deutsche Bischöfe in Israel ja die Lage der Palästinenser mit den Juden-Ghettos im Dritten Reich verglichen - und dafür ein bisschen Kritik und viel Schweigen geerntet. Die “Konkret” greift das Thema jetzt noch einmal auf und stellt fest:

In Deutschland fand man daran nichts auszusetzen. Erst als die israelische Zeitung “Jediot Achronot” von einem “scharfen antisemitischen Angriff” sprach, gab es in Deutschland vereinzelt kritische Kommentare. Doch die üblichen Verdächtigen blieben weitgehend unter sich: der israelische Botschafter Shimon Stein, sein Vorgänger Avi Primor, der Historiker Wolfgang Benz. Und die Antwort folgte auf dem Fuß: Die “Taz” sprach von “routinierter Empörung” und hielt dagegen: “Was hätte die Reisegruppe denn sonst sagen sollen angesichts der monströsen Mauer, die etwa die Stadt Bethlehem abriegelt”. Ja, was sonst? Die Antwort hätte der Kommentator in der eigenen Zeitung finden können. Ein paar Seiten zuvor war Wolfgang Benz mit dem Hinweis zitiert worden: “Kaum jemand hätte im Tschetschenienkrieg Nazi-Vergleiche bemüht.”

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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