Theaterstücke verbieten

Nach dem Amoklauf von Emsdetten haben Unions-Politiker ein Verbot von Killer-Computerspielen gefordert:

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) kündigte eine Bundesratsinitiative an. Es dürfe jetzt “keine Ausreden” mehr geben, sagte Stoiber. “Killerspiele animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten.”

Der Grund: Der Amokläufer, Sebastian B., hat in seiner Freizeit intensiv ein solches Spiel gespielt.

Jetzt, nach dem Amoklauf von Blacksburg warten viele darauf, dass Politiker Kurse wie “kreatives Schreiben” und Theaterstücke verbieten. Schließlich ist bekannt geworden:

Die beiden Theaterstücke, die Cho Seung-Hui geschrieben hat, offenbaren verstörende Gewaltphantasien. Die jugendlichen Hauptfiguren beleidigen, beschimpfen und bedrohen Eltern und Lehrer. Und ein 13-Jähriger versucht, seinen Stiefvater zu ersticken.

Der Massenmörder von Blacksburg, Cho Seung-Hui, hat im Rahmen seines Englischstudiums mehrere kurze Theaterstücke geschrieben. Ein früherer Kommilitone hat nun zwei der Werke im Internet veröffentlicht. Beide soll Cho ausgearbeitet haben. Die elf und zehn Seiten umfassenden Bühnenspiele “Mr. Brownstone” und “Richard McBeef” sind voll von Beleidigungen, heftigen Ausfällen und pubertären Gewaltphantasien gegen Lehrer und Eltern.

Mario Sixtus hat da schon ziemlich genaue Vorstellungen von unseren Politikern:

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und ihr nordrhein-westfälischer Kollege Armin Laschet stellten dazu in Berlin ein “Sofortprogramm” für eine deutliche Verschärfung des Jugendschutzes vor.

“Wir wollen den Verbotskatalog deutlich erweitern - auf extrem gewalthaltige Theaterstücke, auch wenn sie nicht verherrlichen”, erklärte von der Leyen. “Gewalt darf nicht belohnt werden in einem Bühnenspiel zum Beispiel, indem man den nächsten Akt erreicht oder indem Applaus geerntet wird.” Diese Stücke dürften nicht mehr im herkömmlichen Theatern gezeigt und auch nicht in der Werbung angepriesen werden.

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