Weil's so einfach ist

Eigentlich müsste es ja auf Seite 1 aller Zeitungen stehen. Tut’s aber nicht. Höchstens auf der “Aus aller Welt”-Seite ist die Nachricht zu finden:

“Vatikan schafft die Vorhölle ab”

Oder genauer, wie zum Beispiel hier zu lesen ist:

Der Vatikan hat sich nach langer Überlegegung dazu durchgerungen, die Vorstellung einer Vorhölle abzuschaffen. Kleine Kinder, die nicht getauft sind und sterben, kämen demnach nach der katholischen Glaubenslehre direkt ins Paradies. In vorab veröffentlichten Auszügen aus einem Bericht der Internationalen Theologischen Kommission (ITK) des Vatikans heisst es, dass die Vorstellung der Vorhölle “zu streng” sei. Der traditionelle Glaube an die Vorhölle, der nie Teil der offiziellen Kirchenlehre war, stelle eine “unzulässig eingeschränkte Sicht der Erlösung” dar.

Gut, man kann das ein bisschen sonderbar finden. Weil: Wie kann denn der Papst entscheiden, was bei den anderen so Sache ist? Himmel und Hölle sind doch noch nicht fusioniert, keine feindliche Übernahme bekannt geworden. Wäre ja so, wie wenn George W. Bush mal eben entscheidet, dass es im Iran doch keine Urananreicherung gibt. Irgendwie.

Aber auf der anderen Seite: Wenn’s so einfach ist, warum schafft unser Benedikt nicht auch noch gleich die Rest-Hölle ab. Fegefeuer ausgepustet, alles wird gut. Das wäre mal eine Leistung, mit der sich unser deutscher Papst einen Platz in den Geschichtsbüchern sichern könnte.

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