Aktenstudium

Anlässlich der Razzia gegen G8-Gegner gibt es ja eine Menge kritischer Stimmen Hans-Ulrich Jörges fand dafür heute Morgen auf “Radio 1” ein paar deutliche Worte. Am Nachmittag versprach dann der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach ebendort, dass wir schon “in einigen Tagen” erste Ermittlungsergebnisse von den Razzien erfahren würden, nicht erst Wochen nach dem Gipfel. Ich bin gespannt. Und die G8-Kritiker selbst sind nach der Empörung heute ganz zufrieden, wie “Spiegel Online” schreibt:

Christoph Kleine von der linken Sammelbewegung “Block G8” spricht vom “Versuch, einen Keil zwischen das radikale und das gemäßigte Spektrum der Gipfelgegner zu treiben”. Statt Einschüchterung hätten die Sicherheitsbehörden jedoch das Gegenteil erreicht: “Die Protestbereitschaft in der Szene ist dadurch nur gewachsen, da ist jetzt noch mal richtig Schwung in die Sache gekommen.” In einer Erklärung von im Rahmen der Razzien Beschuldigter heißt es an die Adresse der Generalbundesanwältin triumphierend: “Danke Frau Harms, das war ein Eigentor.”

In meiner eigenen Zeitung, der Märkischen Allgemeimen, fand ich besonders schön, dass wir auf Seite 1 die Aufmachergeschichte zu den Razzien haben, auf Seite 2 oben dann noch eine winzige Meldung:

Besorgt um Grundrechte

Weimar - Deutschlands Verwaltungsrichter haben vor einer Einschränkung von Grundrechten im Zuge der Terrorismusbekämpfung gewarnt. Er sehe seinen Berufsstand dabei vor “schweren Prüfungen bei der Verteidigung der Grundrechte”, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Verwaltungsrichter, Christoph Heydemann, gestern in Weimar bei der Eröffnung des Verwaltungsgerichtstages.

Was zu beweisen war.

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