Die Gesetzestreuen

Journalisten sind besser als ihr Ruf. Und sie sind vor allem viel ungefährlicher als die Normalbevölkerung. Zu diesem Ergebnis kann man leicht anhand von zwei Rechenbeispielen kommen. So berichtet die “Netzeitung”:

Einem Bericht des «Kölner Stadt-Anzeigers» zufolge geht das Bundeskriminalamt (BKA) davon aus, dass zehn Prozent aller Demonstranten gegen den G8-Gipfel gewaltbereit sein werden. Für die Großdemonstration an diesem Samstag in Rostock rechnet die Polizei aber mit einem friedlichen Verlauf.

Gleichzeitig schreibt “Spiegel Online” in einem Bericht darüber, dass das Bundespresseamt Journalisten wegen Bedenken des BKA die Akkreditierung für den G8-Gipfel verweigerte:

Einem Regierungssprecher zufolge wurden etwa 20 von 4700 Anträgen auf Akkreditierung abgelehnt. Bei Veranstaltungen dieser Art könnten Journalisten nicht ohne Sicherheitskontrollen Zugang gewährt werden.

Das heißt übersetzt: Offenbar sind nicht einmal 0,5 Prozent aller Journalisten gewaltbereit, gefährlich oder sonstwie eine Bedrohung für Gipfel-Teilnehmende.

So gesehen ist auch die Pressefreiheit nicht einmal zu 0,5 Prozent beschränkt worden, das Demonstrationsrecht wird ja irgendwie dann aber sogar zu 110 Prozent gewährleistet worden. Oder so ähnlich.

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