Selbsterkenntnis

Bei “Spiegel Online” gibt es gerade einen Bericht, der sich mit der Desinforamtion rund um den G8-Protest befasst. Darin sagt der Sprecher der Polizei-Sondereinheit “Kavala”, Ulf Claassen, den schönen Satz: “Man muss ja auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.”

Oder, im Kontext:

Gab es gestern also tatsächlich Kartoffeln, die mit Nägeln gespickt waren, und Molotow-Cocktails an der Galopprennbahn vor Heiligendamm? Von den zahlreichen anwesenden Journalisten hatte dies keiner bemerkt.

Übersetzt heißt das: “Man muss mir doch auch nicht alles glauben.”

Würde ein Maurer sagen, “nicht jede Mauer muss doch gerade sein” oder ein Arzt “man solle doch nicht gleich über jeden schiefen Schnitt jammern”, derjenige müsste sich einen neuen Jobs suchen. Als Pressesprecher scheint das zu gehen. Zumindest bei der Polizei.

Aber vielleicht war er auch einfach nur mal gnadenlos ehrlich.

Update:

Noch was aus dem “kleinen Handbuch für Pressesprecher” von Herrn Claassen, gefunden bei “Spiegel Online”: Die “gestern war gestern”-Variante.

Entgegen einem ersten Dementi hat die Sondereinheit “Kavala” den Einsatz eines Zivilbeamten bei einer Blockade-Aktion an der zentralen Sicherheitsschleuse vor der Galopprennbahn bestätigt. Gestern war gestern - und heute ist heute, so kommentiert “Kavala”-Sprecher Ulf Claassen gegenüber SPIEGEL ONLINE das Dementi vom Dementi.

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