Schwarzmalerei

Ich weiß, ich weiß, der Werbespot läuft schon ein bisschen länger im Radio. Aber trotzdem habe ich mich heute früh wieder gefragt, was die Telekom geritten hat, ihre Anpreisung der neuen “Call & Surf”-Welt mit dem Song “Paint it black” von den Rolling Stones zu untermalen? Eine Solidaritätsaktion der Werbeagentur zum Verdi-Streik gegen die Stellenauslagerung - und keiner im Management hat’s gemerkt? Oder eine subtile Botschaft von René Obermann an seine Mannen, dass es mit den Geschäftszahlen nicht so magenta ist?

Ich verbinde mit dem Lied ja immer “Vietnam-Krieg” und der Text ist nicht gerade so, dass man sagt “Hey, das muss ich kaufen”:

I see a red door

and it want it painted black

Rolling no colors anymore

I want them to turn black

I see the girls walk by

Stones dressed in their summer clothes

I have to turn my head

Paint until my darkness goes > >

Naja, wie heißt es auch auf Wikipedia:

Das ursprüngliche Konzept von Jagger und Richards war ein langsamer Soul aus dem Blickpunkt einer depressiven Person, die ihrer Stimmung entsprechend alles in Schwarz hüllen möchte.

Aber es ist ja wahr, als Telekom-Kunde wird man schon manchmal depressiv. Nur: Ehrlichkeit gehört doch nicht als Hintergrundrauschen in einen Werbespot, liebe T-Komiker.

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