Kommunikationsexperten

Gestern ist ja Congstar, die neue Billigmarke Zweitmarke der Deutschen Telekom an den Start gegangen. Pressekonferenz in Köln? Da können wir leider nicht hinfahren. Deshalb am frühen Nachmittag nach Studium der Pressemitteilung mal wegen zwei, drei kleiner Nachfragen (zum Beispiel: Warum kostet die Flatrate ins (Telekom-eigene) D1-Netz eigentlich mehr als ins Eplus-Netz?) die angegebene Telefonnumer der Pressestelle gewählt.

Ergebnis: Das ISDN-Telefon zeigt “ungültig” an. Hmmm… Paar Minuten warten, nochmal gewählt - selbes Ergebnis. Also mal die Durchwahl weglassen und stattdessen “0” wählen, da wird schon jemand rangehen. Tatsächlich hebt jemand ab und eine Frauenstimme meldet sich mit Namen und irgendwas Genuscheltem, was wie Congstar klang. Im Hintergrund eine Geräuschkulisse wie abends um 23 Uhr aus der Szene-Kneipe. Geplatter, Gelächter, Gergröhle. Merkwürdig.

Nein, die Telefonnummer der Pressestelle sei schon richtig, da habe wohl jemand das Telefon umgestellt und dabei was falsch gemacht. Aha. Und außerdem sei die Pressestelle gerade nicht zu erreichen - “wir sind noch in der Nachbereitung der Pressekonferenz”. Soso, so nennt man das also. Und wäre nicht die beste Nachbereitung der Pressekonferenz die, dass die Pressestelle Fragen von Journalisten beantwortet? Aber, na gut, Congstar will jung, modern & hipp sein, so wie Fastfood, wie es im Werbeslogan heißt, da sind so merkwürdige Traditionen wohl überflüssig.

Immerhin bekomme ich die Telefonnummer ihrer PR-Agentur, die jetzt erstmal die Fragen beantwortet. “In Köln”, wie sie sagt - und mir dann die Nummer diktiert. Köln kann ich auswendig, 0221. Also wähle ich die Nummer und bekomme - ein Faxgerät ans Ohr. Ja wie jetzt? Also den Namen der PR-Agentur gegoogelt und festgestellt: Nix Köln, Düsseldorf. 0211. Da geht dann auch jemand ran und, hey, nach nur einmal verbinden bekomme ich Auskünfte für meinen Text.

Mein persönlicher erster Congstar-Eindruck: Man kommt wohl zum Ziel, aber nicht auf dem direkten Weg. Und Kommunikationsprobleme bei Kommunikationskonzernen machen mich immer gleicht stutzig.

Ach ja, die Frage mit dem Flatrate-Preis: Im D1-Netz seien drei Mal mehr Kunden als bei Eplus, sagt der nette Mann, deshalb sei es “das wertigere Netz” und man könne auch mehr Geld dafür verlangen. Jetzt muss ich demnächst mal bei McDonald’s Burger King der Fastfood-Kette meiner Wahl mal schauen, ob da auch die Burger, die am meisten gekauft werden, im Preis hochgesetzt werden. Aber muss ja wohl so sein: Fastfood - jetzt so einfach wie Telekommunikation.

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