Keine Alternative

Eigentlich würde ich ja gerne über was anderes bloggen, aber irgendwie habe ich dazu keinen Nerv - und das will wohlüberlegt und gut aufgeschrieben sein. Heute auf jeden Fall nicht mehr.

And now to something totally different…

…nämlich der Hinweis auf einen interessantern Text von Andreas Göldi, der ausgehend von einem ähnlichen Text über die “New York Times” mal anhand von Zahlen der NZZ vorrechnet, warum Zeitungen nicht einfach ihre Papierausgabe einstellen und nur noch im Internet erscheinen können.

Zwar würden die Kosten drastisch sinken (Material, Produktion, Vertrieb), aber die Erlöse (Verkauf, Werbung) würden dem Rechenexempel zu Folge geradezu abstürzen:

Ohne Papier würde dieser naiven, aber tendenziell optimistischen Modellrechnung zufolge die NZZ-Gruppe einen Verlust von CHF 115 Mio. pro Jahr einfahren, d.h. mehr Verlust als Umsatz. Das wäre ja fast schon ein klassisches Dot-Com-Unternehmen…

Aber wie wir aus der Dot-Com-Ära wissen, ist so ein Missverhältnis natürlich nicht überlebensfähig. Die Gruppe könnte den Breakeven-Punkt nur erreichen, wenn 80% der heutigen Werbeeinnahmen aus der Zeitung ins Online-Medium übernommen werden könnten. Und das ist absolut unrealistisch.

Ganz offensichtlich ist also der Aufwand der physischen Produktion nicht das wirkliche Problem der Zeitungshäuser. Auf der Kostenseite ist der Personalaufwand mit weitem Abstand der grösste Brocken. Zeitungen wie die NZZ beschäftigen sehr umfangreiche Redaktionen, beispielsweise hat die NZZ schon allein fast 50 Auslandskorrespondenten. Und die arbeiten nicht billiger, nur weil das Papier wegfällt.

Sieht so aus, als ob noch eine Weile totes Holz bedruckt werden würde. Ist auch nicht das Dümmste, denn man muss ja auch dazu sagen: Viele unserer Leser könnten ihrer Zeitung auch gar nicht ins Internet folgen.

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