Erfolgserlebnis

Habe ich gerade eine Pechsträhne mit meinem Auto? Auf dem Nachhauseweg von der Arbeit - ja, sonntags, auch Montag will ja eine Zeitung gelesen werden - schon nach wenigen Metern auf der Auffahrt zum Schnellstraße die Polizei mit ihrer mobilen Radarfalle. Und als ich näherkomme winkt mir die Beamtin auch mit ihrer rot leuchtenden Kelle zu.

Papiere und Führerschein, kommt die Ansage. Aber mein fragendes “War ich zu schnell?” wird abschlägig beschieden. Stattdessen weist mich die nette Dame von der Wache Potsdam-Babelsberg darauf hin, dass die rechte Beleuchtungseinrichtung meines Autos nicht funktioniert. Gar nicht funktioniert. Mist. Und so solle ich lieber nicht nach Berlin, sondern zur nächsten Tankstelle fahren und die Birne wechseln.

Und weil ich ein guter Staatsbürger bin, habe ich dann auch genau das gemacht.

Und wenn ich irgendwann den Ingenieur erwische, der diese Autos so konstruiert, dass man sich die Hände an Schrauben, Nieten, Zuleitungen und was weiß ich noch zerschrabbt, bevor man auch nur in die Nähe des verdammten ausgebrannten Birnchens kommt, dann drehe ich ihm seinen Kopf auch “um eine Vierteldrehung” (wie im Renault-Handbuch für die Birne angegeben) rum, aber sehr, sehr kräftig.

Aber - hier bitte eine kleine Fanfare einfügen - ich hab’s geschafft. Und vielleicht liest das hier ja auch die Polizistin, die sich bestimmt gedacht hat, der blöde Berliner fährt nach der nächsten Kurve eh dahin, wohin er will, und nicht dahin, wo ich ihn hingeschickt habe.

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