Jeder vierte Deutsche

ist strunzdumm kann am “Dritten Reich” auch gute Seiten erkennen. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag des “Stern”. Nun gut, man kann das vergleichsweise harmlos finden, wie ein Kollege von mir, weil es eine Suggestivfrage sei, in der Frage Dinge wie “Autobahnen” oder “Förderung der Familie” zu nennen. Man kann sich aber auch fragen: Kann man auf so eine Frage, selbst bei ganz viel Suggestion, tatsächlich mit “Ja” antworten, wenn man für zwei Cent Grips in der Birne hat? Nö.

Guter Onkel Hitler

Man kann sich auch freuen, dass die Zustimmung zu der Aussage mit zunehmendem Bildungsgrad zunimmt. Allerdings: Bei Abiturienten lag die Zustimmung bei zwölf Prozent. Das ist immerhin jeder Achte. Und besonders gefällt mir, dass 13 Prozent derjenigen, die sich selbst als “links” bezeichnen, der Aussage ebenfalls zustimmten. Das sind, so meine Vermutung, jene Linke, die bei dem Wort “Hugo Chavez” ganz automatisch in ekstatischen Jubel ausbrechen und Israel für das Übel der Welt halten.

Jetzt könnte man natürlich sagen: Viele von denen, die das Dritte Reich weniger gut erlebt und vor allem nicht überlebt haben, kann man heute halt nicht mehr fragen. Das wäre eine Erklärung für dieses Ergebnis. Beruhigt mich allerdings nicht wirklich.

Ich bin aber dem “Stern” dankbar dafür, dass offenbar nicht genau abgefragt wurde, was diese Deutschen denn so eigentlich ganz prima fanden. Wie viele es ok finden, dass wenigstens Hitler es geschafft hatte, die Olympischen Spiele nach Berlin zu holen, und dass bei ihm nicht über eine Schließung von Tempelhof diskutiert wurde. Das niemand wissen wollte, wie viele es in guter Erinnerung haben, wie damals mit “Verrätern” umgegangen wurde, dass man den Russen noch gezeigt hat, wo der Hammer hängt, und vor allem auch wie viele meinen, dass der Holocaust auch auf die Habenseite des “Dritten Reiches” gehört.

Ganz ehrlich: Ich befürchte, da kämen ganz schön gruselige Zahlen dabei raus.

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