Dose oder Flasche?

Klassische Medien oder Onlinejournalismus im Internet? Das ist, so kann man manchmal meinen, eine Glaubensfrage. So heftig wird sich da auf die eine oder andere Seite geschlagen. Ein schönes Zitat habe ich dazu gerade bei “Ad hoc” gefunden:

Ein Teilnehmer meinte später noch zu mir: Komisch, Brauereien kämen nie auf die Idee, sich derart intensiv über die Frage Dosenbier oder Flaschenbier zu unterhalten. Denen kommt es immer auf den Inhalt und ihre Marke an – Prost!

Und in dem Artikel wird auch auf diesen Text über “Be a better journalist by unlearning what you know” Robert Niles verlinkt. Und darin steht die oft gehörte - auch von Journalisten von Journalisten, in Runden, die sich “Blattkritik” nennen - Behauptung:

“Today’s audience suffers from too-short attention spans”

Das heißt dann, der Leser hat doch keine Zeit und will es “so genau nicht wissen”. Doch Niles widerspricht dieser Meinung - und hat dafür ein ganz gutes Argument:

How many kids do you know that read the last three Harry Potter books (870, 652 and 759 pages) cover-to-cover? How many did it in one weekend? If you don’t know several, you must not hang around elementary-aged kids much.

Attention spans are not the issue. Competition for time is. People will drop everything to read 800 pages, if it offers a thrilling narrative like Harry Potter. But they won’t waste a moment on garbage.

Das heißt, der Text darf ruhig auch mal länger sein - aber er muss eben gut geschrieben sein.

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