Gehaltsverhandlungen

SEK- und GSG9-Beamte sollen in Libyen die dortigen Polizeikräfte ausgebildet haben. Angeblich auf eigene Rechnung, aber vielleicht wusste auch der eine oder andere Politiker ein bisschen was. Man weiß es noch nicht so ganz genau.

Zeit für ein kleines Gedankenexperiment: Was wäre wohl, wenn Mitarbeiter eines großen deutschen Unternehmens im Urlaub in, sagen wir mal, China ein bisschen einen dortigen Industriekonzern “beraten” hätten. Wie der bessere Magnetschwebebahnen bauen kann, zum Beispiel. Oder vielleicht elektrische Stühle oder effektive Folterutensilien, wonach eben gerade Bedarf bestand. Um ein bisschen das private Konto aufzufüllen. Was wäre dann wohl die Reaktion? Oder wenn Journalisten einer großen Tageszeitung im Urlaub ein paar richtig gute Geschichten für’s Konkurrenzblatt aufschreiben würden, gegen Honorar in Bar und zur persönlichen Anhebung des Tariflohns. Wie würde der Arbeitgeber in diesem Fall wohl reagieren?

In beiden Fällen vermutlich anders, als es die Öffentliche Hand dank Steuergeldern möglicherweise im Libyen-Fall zu tun gedenkt:

Als Reaktion auf die Affäre plane die Bundesregierung, den SEK-Beamten mehr Geld zu zahlen, berichtete das Nachrichtenmagazin „Focus“. Demnach sieht eine Beschlussvorlage des Kabinetts für den 30. April vor, dass GSG-9-Beamte rückwirkend zum Januar 2008 statt bisher 225 Euro nun 400 Euro zusätzlich zu ihrer Besoldung bekommen.

Das schreibt die “Welt”. Wer etwas tut, was nicht so richtig erlaubt ist und den Interessen des Arbeitgebers zuwider läuft, der wird dafür finanziell belohnt. Vom Arbeitgeber. Das, ja das, funktioniert wohl in Industriekonzernen und bei Gewerkschaften nicht. Höchstens bei der Polizei. Aber vielleicht ja eine gute Anregung für Verdi & Co., für die nächsten Gehaltsverhandlungen und Tarifrunden.

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