Und wieder ein Mordversuch

Raketen aus dem Gaza-Streifen auf Israel, Tag für Tag. In der Regel interessiert das die Weltöffentlichkeit gar nicht mehr. Solange es nicht eine Reaktion der Israelis gibt, wenn die in die Nachrichten kommt, dann wird meist ein verschämtes “reagierte damit auf den andauernden Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen” herangehängt.

Pünktlich zum 60. Jahrestag der Staatsgründung haben Hamas & Co. heute ein Einkaufszentrum in der 100.000-Einwohner-Stadt Aschkelon getroffen. Das ist ein Vielfacher Mordversuch. Man braucht wenig Fantasie, um sich die Reaktion Israels in den kommenden Tagen vorzustellen. Und man braucht wenig Fantasie, um sich dann die Reaktion der Kommentatoren hierzulande, die von “Gewaltspirale” und der “verfehlten Politik Israels gegenüber den Palästinensern” sprechen und schreiben werden.

Dabei sollte man vielleicht doch einmal die Fantasie aufbringen, und sich mal vorstellen, was wohl los wäre, wenn irgendwer ein Einkaufszentrum in Deutschland oder den USA mit Raketen beschießen würde. Würde man dann fordern, man solle mit den Schützen, die stolz ihre Urheberschaft des Anschlags verkünden, doch endlich mal Gespräche führen, weil man an ihnen ja nicht vorbei käme? Würde dann von “Bild”, “taz” & Co. wohl gefordert, man solle jetzt auf jeden Fall Zurückhaltung üben um nur ja nicht den Provokateuren am Abzugshebel der Raketenwerfer in die Hände zu spielen? Würde man wohl Verständnis äußern, dass die Todesschützen ja gar nicht anders könnten als zu schießen, weil die Umstände, nun ja, eben so seien?

Und, wo wir schon bei Fantasie sind, wer nennt eigentlich die Sudetendeutschen in diesem Land noch Flüchtinge? Oder die Deutschen, die 1945 aus Ostpreußen kamen? Aber nach 60 Jahren gibt es in den Palästinensergebieten, die doch so gerne (und richtigerweise) ein eigener Staat wären, noch “Flüchtlingslager”.

Irgendwas läuft da doch ziemlich schief. Und nicht nur, weil es Geburtstag feiert, kann ich nur sagen: die israelische Politik ist sicher nicht der Hauptgrund dafür.

Und ich könnte kotzen, wenn ich dann passend dazu noch dieses lesen darf:

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat Israel erneut mit scharfen Worten angegriffen. Israel sei ein “terroristischer und krimineller Staat”, sagte Ahmadinedschad am Dienstag in Teheran. Das “Regime” werde aber “bald von den Palästinensern weggeschwemmt”. Es sei “vom Westen zwecklos, für etwas eine Geburtstagsfeier zu veranstalten, das bereits tot ist”, erklärte der für seine Verbalattacken bekannte iranische Präsident zu den Feiern zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels.

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