Ausgekriselt

An dieser Stelle möchte ich weltexklusiv mitteilen:

Die Finanzkrise ist überstanden.

Oder zumindest: Die Chance, dass die Krise bald vorbei ist, dürfte extrem gestiegen sein.

Warum? Aufmerksame und regelmäßige Leser wissen ja bereits, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen meinen Urlaubsplänen und dem Dollar-Euro-Kurs gibt.

Am Freitag hat sich der Deutsche Aktienindex (Dax) von seinen schlimmsten Verlusten am Mittag wieder erholt und auch der Dow Jones ist mit nur einem minimalen Minus ins Wochenende gegangen. Merkwürdig, am Ende einer absoluten Krisenwoche. Analysten und Börsianer rätseln - aber ich kenne die Antwort.

Am Freitag habe ich nämlich Panik bekommen und beschlossen, dass der Dax wohl runterrauscht auf mindestens 3000 Punkte, vielleicht noch weniger. (Ich sage nur: 200-Tage-Linie!) Und da habe ich beschlossen, meinen schönen Aktienfonds bei der Berliner Sparkasse (da war ich schon immer, hat nix mit Einlagensicherung zu tun, wirklich) doch zu verkaufen. Mit Verlust. Ja, wirklich, mit Verlust. Ich dachte mir, lieber schlechtem Geld nicht noch gutes hinterherwerfen. Sowas von Ende mit Schrecken statt Schrecken ohne Ende.

Wäre ja auch nicht dumm, jetzt rauszugehen. Dem Dax-Absturz zuzusehen und dann vielleicht wieder einen schnuckeligen Fonds zu kaufen, falls wenn die Krise dann mal einzuschätzen ist und es wieder aufwärts gehen sollte geht.

Doch mit Hammerschlag Verkaufsentscheidung (viel zu spät, ja, ich weiß, macht man nicht, ist ein Fehler, da muss man durchhalten, ist eine langfristige Geldanlage etc. pp.) hat sich die Lage an den Börsen wenn schon nicht beruhigt, aber doch gebessert. Und ich bin ziemlich zuversichtlich, dass es am Montag mit positiven Vorzeichen in den Börsenhandel geht. Denn ich bin jetzt ja draußen.

Und, ja, ich werde mich dann ein bisschen ärgern. Aber dann werde ich an die Lehman-Zertifikate-Besitzer denken (an eine besonders) und an die Kaupthing-Bank-Kontoinhaber und mir sagen, es hätte viel schlimmer kommen können. Und Geld wird ja sowieso überschätzt.

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