DeppenCard

Die Deutsche Post - ja, die, die gerade ihr US-Geschäft wegen Wirkungslosigkeit zu den Akten legt - hat mir ein Werbebriefchen geschickt. Ich könnte die “Clevercard” bekommen, ganz umsonst. Was das sein soll?

Ein USB-Lesegerät, in das man spezielle Karten schieben darf, die man von der Post geschickt bekommt, die einen dann direkt auf die Internetseite des jeweiligen Clevercard-Partners lotsen, wo es “attraktive Angebote” gibt, so die Post.

Ist ja super - und das mir, der nicht mal diese lästige Hauswurfwerbemüll-Sendung der Post jede Woche im Briefkasten liest und sich durch die vielen “attraktiven Angebote” dort kämpfen mag. Und jetzt soll ich die Herrschaft über meinen PC an ein Lesegeät abtreten, um keine URL eintippen zu müssen? kopfkratz

Vor allem dann, wenn man mal auf der abgedruckten Beispielkarte liest, was so ein “attraktives Angebot” sein soll: “Sie möchten gesünder leben? Nestlé Ernährungsberatung - wir beraten Sie individuell und unterstützen Sie mit exklusiven Tipps, Aktionen und Angeboten.” Klingt ja unglaublich verlockend.

Und dafür muss ich nur ankreuzen, “dass meine Adresse von der Deutschen Post AG zwecks Zusendung von Clevercards genutzt und auch an andere Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen (…) übermittelt werden darf zwecks direkter Zusendung von Clevercards”. Das wird dann die Datenbank Deutschlands größter Deppen - oder so.

Dafür spricht auch, dass nur Besitzer einer “aktuellen” Microsoft Windows Version mitspielen dürfen. Wie heißt es beruhigend in der FAQ-Liste: “Das System funktioniert nicht mit Macs oder mit einem anderen Betriebssystem (z.B. Linux).” Ist doch nicht alles blöd, bei der Clevercard.

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