Nützliches getwittere

Es ist schwierig, anderen Leuten zu erklären, was das alles mit Twitter soll. Das habe ich jetzt mehrfach festgestellt. Und wahrscheinlich ist es einfach richtig: Man braucht Twitter nicht.

Genauso wenig wie man Handys braucht. Oder gar SMS. Vor zehn, 15 Jahren hätte das (und hat das) auch fast jeder gesagt. Und irgendwie, nun ja, hört man das heute seltener. Dafür handytelerufiert und simmst es allerorten. Auch nicht schön - aber was ist das schon?

Aber zu Twitter: Man braucht Twitter heute nicht, aber es ist ganz nett. Und ich muss mich selbst korrigieren. Selbst als Regionalzeitungs-Redakteur kann Twitter ganz hilfreich sein. Vergangenen Dienstag saß ich vor dem Nachrichtenticker und wartete auf die Entscheidung der US-Notenbank Fed zu den amerikanischen Leitzinsen. Und wartete. Und wartete. Dann habe ich mal spaßeshalber auf Twitter nach Fed gesucht - und da liefen die ersten Meldungen über die historische Zinsentscheidung tatsächlich bereits, ein paar Minuten bevor die Nachricht über den Ticker kam.

Ich würde deshalb nicht die Twitter-Ära im Journalismus ausrufen, wie Thomas Knüwer, aber es steckt doch mehr Potenzial drin als sich ich noch vor einigen Tagen selbst gedacht habe. Merke: Man sollte Dinge gründlicher ausprobieren.

Und es gibt auch ein paar interessante Twitterer. Und wegen einem schreibe ich diesen Beitrag hier eigentlich. Man hört ja derzeit wieder mehr über Israel und einen drohenden neuen militärischen Konflikt mit der Hamas. Da steht dann zum Beispiel bei “Spiegel Online”:

Die radikal-islamische Hamas, die seit rund eineinhalb Jahren den Gaza-Streifen kontrolliert, hatte am Freitag einen seit sechs Monaten geltenden Waffenstillstand mit Israel offiziell für beendet erklärt. Daraufhin feuerten bewaffnete Kämpfer einige selbstgebaute Raketen auf israelisches Grenzgebiet im Norden des Gaza-Streifens ab.

Daraufhin? Man weiß gar nicht, ob das bei SpOn nun Schluderei ist oder Methode hat. Denn von “daraufhin” kann nun wirklich keine Rede sein. Hintergrund der israelischen Blockade des Gaza-Streifens entgegen des Abkommens war ja gerade, dass der Raketenbeschuss von dort auf Israel praktisch nie aufgehört hatte.

Und wer - jetzt zurück zu Twitter - sich davon ein Bild machen will, der kann jetzt die Raketeneinschläge bei Twitter verfolgen, via QassamCount.

Dort heißt es heute Morgen:

Good morning everyone. Hoping for a quite day.

We will see.

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