Mehr Kontrolle, bitte

Während wir so in der tiefen Wirtschaftskrise stecken, machen sich die Politiker der Großen Koalition - mal wieder - Gedanken über die richtige Höhe der Managergehälter.

Jetzt sollen die Aufsichtsräte in die Pflicht genommen werden, damit keine ungebührlich hohen Bezüge gezahlt werden. Denn

“Wir müssen die Renditeorientierung von Banken- und Unternehmensvorständen klären”, sagte SPD-Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel der “Welt am Sonntag”. “Wenn jemand seine wirtschaftliche Tätigkeit darauf ausrichtet, in kurzen Zeiträumen 25 Prozent Rendite zu erzielen, dann geht das auf Kosten der Produktqualität, auf Kosten der Arbeitnehmer, auf Kosten aller, die wir jetzt in der Krise sehen.”

Was Wirtschaftsexperte Wasserhövel & Co. nur völlig ausblenden - solche kurzfristigen Renditeziele, die einher gegen mit Kursgewinnen und hohen Dividenden, sind nicht nur im Interesse solcher “fehlgeleiteter Manager”, sondern auch im Interesse der Eigentümer der Konzerne: der Aktionäre. Und jetzt sollen die Aufsichtsräte als Vertreter der Aktionäre also ganz andere Interessen vertreten, nämlich die der Beschäftigten, der Kunden und der Allgemeinheit?

Mich ärgert an diesen Debatten grundsätzlich, dass “wir alle”, an die sich die Wasserhövels aller Parteien ja richten, für ziemlich blöd gehalten werden.

Und was mir gänzlich fehlt: Wo ist eigentlich die Debatte über die angemessenen Gehälter der Politiker, die durch blinde Liberalisierung, entsprechende Gesetzesänderungen und dumpfes Wegschauen ebenso ihren Teil zu der Krise beigetragen haben? Wie wäre es, wenn SPDCDUFDPGRÜNEUNDSOWEITER erstmal bei sich anfangen würden. Dann wären auch alle anderen Gesetzesnovellen irgendwie glaubwürdiger. Zumindest für mich.

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