Cebit, pt 1/2

Gestern war der erste Tag für mich auf der diesjährigen Cebit, dienstlich dort um zu sehen, was Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns sich so anschaut. Am Freitag fahre ich dann nochmal privat.

Was ich mitgenommen habe? Stände von Unternehmen, von denen man vorher denkt, so was richtig Spannendes kann es gar nicht geben, können für richtige Aha-Effekte sorgen. Francotyp Postalia aus Birkenwerder ist mit Frankiermaschinenhersteller inzwischen wohl nur noch unzureichend beschrieben. Die gibt es zwar auch, aber die Digitalisierung macht auch vor dieser Branche nicht halt. FP Webmail lässt jeden - auch Privatnutzer - seinen Brief zu Hause am PC direkt auf dem Francotyp Server ausdrucken, wo dann den Versand erledigt wird. Würde ich sofort machen (keine Briefmarken mehr kaufen, keine Umschläge, nicht zur Post gehen), leider wird aber zwingend Windows benötigt - und nur für den Zweck gebe ich mein Ubuntu nicht mehr her.

Auch an anderen Ständen habe ich eine Menge Neues gelernt - und die eine oder andere Idee für eine eigene Geschichte bekommen. Weitere Erkenntnis: Es lohnt sich immer, aus dem Büro rauszukommen.

Ich habe auch zum ersten Mal versucht, von so einem Termin parallel ein bisschen zu twittern, auch im Dialog mit den Kollegen von der Onlineredaktion. Hätte ich mir einfacher vorgestellt. Zum einen ist so ein Ministerrundgang ja ein extrem straff organisierte Programm, zum anderen ist mein Handy (XDA) ohne echte Tastatur nur bedingt für blitschnelles Schreiben geschaffen. Dazu kommt, dass man eigentlich schon völlig damit ausgefüllt ist, das Kerngeschäft - zuhören, nachfragen, aufschreiben - zu erledigen, viel Luft für Online-Zusatzexperimente bleibt da leider gar nicht.

Auch stellt sich die Frage: Was twittern? Viele Eindrücke versperren sich doch der 140-Zeichen-Begrenzung, das mag bei knallharten News aus Pressekonferenzen (“Microsoft stellt Entwicklung von Windows ein” oder “Haus in Köln eingestürzt”) einfacher sein. Und manche Dinge mag man als Print-Journalist gar nicht twittern weil man sich gleich denkt: Hey, daraus mach’ ich noch eine schöne runde, ausführliche Geschichte für meine Leser. Und wer weiß, wer so einen Twitter-Feed auch liest - und sich ähnliches denkt?

Am Freitag kann ich ja das Twittern nochmal probieren, da bin ich am Vormittag bei den Vorträgen zur Webciety. Und am Nachmittag schau ich mal so, was es sonst noch so Neues gibt - ohne direkten Brandenburgbezug. Ach ja, und wenn alles klappt treffe ich einen alten Schulfreund wieder, zu dem ich eigentlich keinen Kontakt habe, außer dass wir unsere Twitter-Feeds lesen - und festgestellt haben, dass wir am selben Tag in Hannover sind. Kommunikation 2.0 kann auch funktionieren.

Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag