Forum, Chat & Internetdings

Es mag bei der Berichterstattung um die Morde in Winnenden keine so große Rolle spielen, aber mich stört die Beliebigkeit schon, mit der Journalisten, die darüber berichten, Begriffe wie Forum und Chat wild durcheinander werfen. Die “Berliner Zeitung” benutzt die Worte heute einfach Synonym, immer abwechselnd Internet-Chat und Internet-Forum. Für die Geschichte nicht so wichtig, zugegeben.

Aber dann steht mitten in dem Text noch ein Infokasten “Plaudern im Internet”, der erklärt, was ein Chat ist. Im Unterschied zu “Instant Messaging”. Prima, was gelernt - nur wer so in die Tiefe gehen will, der darf dann doch bitte auch mal erklären, was eben jenes “Forum” ist. Wenn er’s denn selbst weiß… oder sich die Mühe gemacht hat, mal jemanden zu fragen, der es wissen könnte.

Wenn ein Journalist bei der Fußballberichterstattung vom Siebenmeter nach einem Foulspiel schreiben würde, dann wäre das ja auch nicht völlig falsch, aber halt auch nicht so ganz richtig. Merkwürdig finde ich dieses unpräzise Schreiben vor allem deshalb, weil ja das Internet irgendwie doch zu dieser Medienlandschaft gehört, in der wir uns alle beruflich bewegen (sollten).

Ein Mitglied der Potsdamer Schützengilde sagte der MAZ:

Das eigentliche Problem sind doch die vielen überforderten Jugendlichen. Und das Internet, dieses unheilvolle Ding.

Ähnlich scheinen auch manche professionelle Berichterstatter zu denken. Die dann, nachdem sie den Internet-Chat durchhaben, mit ähnlicher Expertise über Gewaltcomputerspiele schreiben dürften. Befürchte ich.

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