Aussageverweigerung

Gestern habe ich mich um die 50-Millionen-Abfindung für Wendelin Wiedeking gekümmert. Bei den meisten - Politikern, Verbänden etc. - ist die nicht so gut angekommen, obwohl er die Hälfte davon für soziale Zwecke spenden will.

Interessant fand ich, dass die Gewerkschaften, die sonst ja gerne mal über gierige Manager herziehen, recht verschwiegen waren. Die Dame (das nette muss ich mir hier verkneifen) von der Pressestelle der IG Metall in Frankfurt am Main sagte mir auch Nachfrage und Rücksprache mit dem Sprecher, man sage nix zu dem Thema am Telefon, man mache ja um 16 Uhr eine Pressekonferenz. In Frankfurt am Main! Nun ja, manche Zeitungen könnten da Leute schicken, sagte sie. Aber sie versprach, mit nach der PK dann anzurufen. Auf den Anruf warte ich immer noch.

Die Bundeszentrale des Deutschen Gewerkschaftsbunds meldete sich immerhin noch mit einer Rück-Mail auf meinen Anruf - und teilte mit, man wolle dazu lieber nichts sagen. Telefonisch riet man mir, mich doch an die IG Metall zu wenden.

Und da war dann noch der Bundestagsfraktions-Funktionsträger einer großen Partei, dessen Büro mir seine Handy-Nummer gab mit dem Hinweis, er sei in Norddeutschland unterwegs auf einem Termin und man wisse nicht, ob er zu erreichen sei. Er ging dann aber sofort ans Handy - und sagte mir, dazu könne er nix sagen, davon wisse er gar nichts. Er wisse ja nicht einmal “ob Wiedeking noch im Amt ist”. Das war gestern, so gegen 16 Uhr. Neun Stunden nachdem in den Radios, Nachrichtensendern und Online-Seiten eigentlich kein anderes Thema mehr vorkam.

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