Böser, böser Kapitalist!

Als ich die Pressemitteilung gelesen hatte, dachte ich nur: Das muss doch ein Fake sein. Aber weil weder Absender noch geschilderter Sachverhalt für die Zeitung, für die ich arbeite, von besonderer Bedeutung ist, habe ich die “DEL”-Taste gedrückt und das Ganze vergessen. Doch was muss ich jetzt lesen - die Sache ist wahr. Und der pressemeldungstechnisch von der MLPD, der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands, geschilderte Skandal lautet:

Die Deutsche Bank hat alle MLPD-Konten und die des längstjährigen Parteichefs Stefan Engel (ohne “s”) gekündigt. Einfach so. Ohne Begründung. Ja gibt’s denn das!

Darüber berichten inzwischen einige, nun ja, der MLPD nicht fernstehende Publikationen. Wie die “Rote Fahne”. Oder “Scharf links”.

Dabei finde ich die viel spannender Geschichte: Warum hat die MLPD eigentlich Konten bei der Bank von Josef Ackermann, die in die Kategorie “private Gier-Banken” (im MLPD-Jargon) fällt? Darf ein guter Genosse mit dem Klassenfeind Geschäfte machen? Schlummern im Aktiendepot der marxistischen Leninisten vielleicht gar ein paar Atomstrom- oder Rüstungskonzern-Papiere? Oder liegen im Tresor gar ordentlich verzinste US-Staatsanleihen? Irgendwo hat Marx bestimmt geschrieben, man müsse den Feind mit den eigenen Waffen schlagen. Oder Lenin. Oder notfalls Stefan Engel. Passt schon.

Tags
#Deutsche Bank #Konto #MLPD
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