Verbesserungen

Don Alphonso hat in der FAZ einen wunderbaren Beitrag über die Berater als solche und die Social-Media-Berater im Besonderen geschrieben. Da stehen viele kluge Gedanken drin, aber mein Lieblingssatz (ok, es sind mehrere) ist dieser:

In unseren Tagen jedoch ist jedes Projekt mit Kosten verbunden, und wenn die WAZ mit dem auf derartige Heilsversprechen zugeschnittenen Online-Auftritt „Derwesten“ Millionen versenkt, zahlen die normalen Mitarbeiter die Zeche. Vielleicht wäre es sinnvoller, Geld in die Verbesserung von Produkten zu stecken, anstatt Mitarbeiter zu schulen, wie sie mangelhafte Qualität über Twitter verkaufen.

In manchen Firmen wäre man zwar schon froh, wenn sie wenigstens sowas wie Twitter kennen würden. Aber im Kern ist das Problem wirklich, dass in vermeintliche Qualität oder in Qualität, die von Beratern als solche bezeichnet wird, Geld gesteckt wird. Und dabei werden die besten Berater, die eine Firma hat, viel zu oft ignoriert: die eigenen Mitarbeiter. Darunter sind nämlich mit Sicherheit welche, die viel genauer wissen, wo es hakt und klemmt. Darunter sind mit Sicherheit welche, die tatsächlich noch so etwas wie Stolz oder Liebe zu ihrem Produkt empfinden. Und die nichts lieber tun würden, als gemeinsam daran zu arbeiten, dass es besser wird.

Stattdessen wird irgendwas gemacht, was sich irgendwer irgendwo ausgedacht hat und was diejenigen, die jahrelang mitgelebt und mitgelitten haben, noch dazu vor den Kopf stößt. Weil es falsch ist. Weil es nicht weiterführt. Und vor allem, weil sie merken, dass niemand an ihrer Meinung interessiert ist. Vielleicht werden sie es ja im nächsten Leben als Berater versuchen. Und statt kostenlos weiterhelfen wollen, dafür richtig Kohle nehmen.

Ja, ich glaube solche Firmen gibt es zu Tausenden in diesem Land.

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#Berater #Don Alphonso #Social Media
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