Wie ich kein We-Pad sah

Heute ist es mir nach mehr als zehn Jahren als Journalist zum ersten Mal passiert. Ich war zur richtigen Zeit am falschen Ort.

Nachdem ich mich nach einem interessanten Hintergrundgespräch auf dem flachen Brandenburger Land mit der Regionalbahn von Nauen bis Berlin vorgearbeitet hatte, war ich tatsächlich pünktlich um kurz vor fünf am (vermeintlichen) Ort der Pressekonferenz. Hier, im “Adina Apartment Hotel Berlin” wollte die Berliner Firma Neofonie ihr We-Pad, die Konkurrenz zu Apples I-Pad, vorstellen. Ich hatte in der MAZ bereits darüber berichtet, aber natürlich hätte ich gerne mal eines in der Hand gehabt bzw. wenigstens live gesehen.

Das Problem: Die “Akkreditierung” zur PK war genau fünf Zeilen lang.

Hallo Andreas Streim,

wir freuen uns, Ihre Akkreditierung zur WePad-Pressekonferenz der neofonie GmbH am 12. April 2010 um 17 Uhr im Adina Apartment Hotel Berlin zu bestätigen.

Bitte bringen Sie diese Bestätigung zur Veranstaltung mit. Da wir mit erhöhtem Medieninteresse rechnen, bitten wir Sie um rechtzeitiges Erscheinen vor Ort.

Adina Apartment Hotel Berlin? Noch nie gehört. Keine Adresse dabei. Naja, wofür gibt es Google. Da ist es ja auch groß und gut zu sehen:

Blöd nur, dass ich dann, als ich kurz vor fünf ins Foyer des Hotels trat, zusammen mit zwei Kollegen - einer vom niederländischen Rundfunk, einer von einem Tech-Magazin - von der Dame hinter dem Empfangstresen die nette Info bekam, dass die PK im Adina Apartment Hotel am Hauptbahnhof stattfinde. Auf die Idee, dass es mehrere dieser Hotels geben könnte, wäre ich nie gekommen. In dem Fall hätte der Veranstalter doch sicher eine Adresse angegeben oder wenigstens den Zusatz “am Hauptbahnhof”. Denkt man.

Das freundliche Angebot, in Taxi zu rufen, um sich dann bis zum Ende der Pressekonferenz durch den Berliner Berufsverkehr zu stauen, habe ich dann dankend ausgeschlagen. Weshalb ich jetzt nicht weiß, wie sich das Arbeiten auf dem We-Pad anfühlt. Aber ich weiß zumindest, dass ich inständig hoffe, dass die Techniker und Softwareingenieure bei Neofonie um einige Klassen besser arbeiten, als ihre Kolleg/inn/en bei PR und Marketing. Sonst sehe ich schwarz, für die I-Pad-Alternative mit Android.

Tags
#I-Pad #iPad #Neofonie #We-Pad #wePad
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