Zweimal Terrorismus

Eine kleine Glosse aus der “Märkischen Allgemeinen” zum Thema Griechenland-Krise. Dachte ich gerade daran als ich in einer Mail gelesen habe, dass für den 20. Mai in Griechenland wieder Generalstreik-Aktionen angekündigt sind, bei denen mit neuen Ausschreitungen gerechnet wird:

Was haben Grillanzünder und Credit Default Swaps (CDS) gemeinsam? Beides sind Produkte, die jemand für einen guten Zweck erfunden hat (Steaks schneller garen vs. Kreditausfallrisiken versichern). Und mit beiden kann man auch ein kleines Feuer machen. Also Luxuskarossen in Berlin anzünden oder eben einen finanzpolitischen Flächenbrand rund um Griechenland legen.

Und der Unterschied? Wenn drei Leute gemeinschaftlich parkende Pkw anzünden, werden Ermittlungen wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung ausgelöst. Die CDS-Spekulationen großer Hedgefonds werden schulterzuckend zur Kenntnis genommen. Dabei wäre so ein SEK-Polizeieinsatz im Frankfurter Bankenviertel doch etwas, womit es jeder Staatsanwalt ins Herz der Bevölkerung schaffen würde. Investmentbanker auf der Flugverbotsliste der US-Regierung, am nächsten Airport abgegriffen und auf einer Karibikinsel festgesetzt.

Man muss ja nicht so weit gehen wie der deutsche Chefaufseher für die Finanzbranche, der vom „Angriffskrieg“ der Spekulanten spricht. Atombombenabwürfe über der Londoner Finanz-City verbieten sich nicht nur wegen der Kollateralschäden. Aber man könnte den Zockern ja das Internet kappen und das Handy wegnehmen. Wenn sie dann als Finanz-Bin-Ladens in den Höhlen Colorados sitzen, ist der Spuk völlig gewaltfrei vorbei. > >

Auschecken Propan

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