Das Wetter ist nicht schuld

15 Zentimeter Neuschnee. In einer Nacht! Ja wo gibt es das denn? Da muss ja Chaos ausbrechen, auf der Straße, auf der Schiene, in der Luft (also besser: auf dem Boden). Aber mal ehrlich: Was sind denn eigentlich 15 Zentimeter. Das ist doch kein Unwetter, das ist nichts.

Ich glaube deshalb ja, dass die Gründe für das Wanken unserer Verkehrsinfrastruktur ganz woanders liegen. Das habe ich in der heutigen Ausgabe der “Märkischen Allgemeinen” auch kommentiert:

Die Lufthansa empfiehlt, innerhalb Deutschlands lieber mit der Bahn zu fahren. Die Bahn rät, lieber nicht in ihre Züge zu steigen, weil die ohnehin schon übervoll seien. Und von den Straßen hört man Mega-Staus und Benzinmangel. Man darf sich schon über dieses Verkehrschaos wundern. Ja, es schneit. Und ja, es ist kalt. Aber wir sind weit entfernt von echten Winter-Unwettern mit meterhohen Schneeverwehungen.

Für den Verkehrsstillstand gibt es viele Gründe, etwa dass unsere Verkehrsmittel immer komfortabler und damit techniklastiger und anfälliger für Störungen werden. Aber die Probleme sind auch hausgemacht. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben Unternehmen Personal eingespart wo es nur ging oder in Fremdfirmen ausgegliedert. Das hat zur Folge, dass Lufthansa, Bahn & Co. rentabler arbeiten können und Super-Duper-Sparpreise anbieten.

Aber nur, so lange alles gut geht. Bei den ersten Beeinträchtigungen gibt es keine Reserven mehr, etwa um zusätzliche Schalter aufzumachen oder mal jemanden rauszuschicken, der eine Weiche von Hand auftaut. Das war früher anders – nicht das Wetter.

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#Verkehrschaos #Wetter #Winter
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