Das beste zweier Welten

Hat die gedruckte Zeitung noch eine Zukunft? Ist “das Internet” nicht viel schneller, viel kompletter, viel besser? Oder ist das Digitale nur die Anneinanderreihung von 140-Zeichen-Botschaften ohne Tiefgang und kann mit auf Papier verewigten Gedanken einfach nicht mithalten?

Heute Morgen habe ich mir das beste aus zwei Welten gegönnt. Auf dem Balkon. Mit Kaffee und Croissant. Zuerst zwei gedruckte Zeitungen - und danach auf dem Tablet meine Twitter-Timeline. Und, was soll ich sagen, ich möchte genau zwei Texte hier weiterempfehlen. Einen, den ich dank der gedruckten Zeitung gelesen habe. Und einen, auf den mich Twitter hingewiesen hat.

In der “Berliner Zeitung” findet sich der Kommentar “Kostümierte Antisemiten” von Christian Bommarius, der dankenswerterweise auch online zu lesen ist. Es geht dabei um die Antisemiten in der Linken, die die Hamas als ihren natürlichen Verbündeten sehen und gerne auch mal Landkarten vorzeigen, auf denen das “läppische” Existenzrecht Israels schon mal ausradiert wurde. Bommarius endet mit den Worten

“Die Politik der israelischen Regierung darf, sie muss sogar offen und klar kritisiert werden - aber nicht von Antisemiten, die sich als Antirassisten kostümieren.”

Lesenswert - und dafür kann man ruhig auch das gedruckte Zeitungsexemplar erwerben.

Und im Handelsblatt-Blog zerlegt Olaf Storbeck die Euro-Berichterstattung des “Spiegel” in seine Bestandteile.

Stünde die oben zitierte Passage im Kinder-Spiegel, würde ich ja nichts sagen. Aber für ein Heft, das den Anspruch erhebt, für erwachsene Menschen zu schreiben, ist das Ökonomie auf Klippschul-Niveau.

Nicht nur, dass man - wie der Autor - an den Qualitäten des “Spiegel” als Nachrichtenmagazin zweifeln muss, wenn man das liest. Man lernt nebenbei auf wenigen Zeilen eine Menge über Ökonomie. Ein Text, der auch Journalistenkollegen sehr zu empfehlen ist.

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#Antisemitismus #Ökonomie #Euro #Handelsblatt #Israel #Linke #Spiegel
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