Sie wollen Geld? Doch nicht bei der Sparkasse

Ich habe hier an dieser Stelle ja schon hin und wieder meine Verwunderung über die Geschäftspraktiken der Berliner Sparkasse geäußert, etwa über Kreditwerbung oder Girokontenpreismodelle, . Sicher sind andere Banken auch nicht besser - nur bin ich bei denen halt nicht Kunde.

Jetzt wollten wir von der Berliner Sparkasse das, was wir bislang als ihr Kerngeschäft gehalten haben: Geld. Also nicht einen Kredit. Den würden wir, glaubt man der Werbung und unser sicherlich vorhandenen Bonität, wahrscheinlich binnen Minuten in jedem Kundencenter erhalten. Nein, wir wollten unser eigenes Geld. Dummerweise aber nicht mal einen Fünfziger oder zwei aus dem Geldautomaten, sondern Kleingeld. Münzgeld. Wechselgeld.

Auch keine Unsummen, so 100 Euro. Nicht in kleinen Scheinen, sondern eben in Münzen.

Nur: Sowas gibt es bei einer Sparkasse nicht mehr. Das Institut, das als Geschäftsbank schließlich die Aufgabe der Bargeldversorgung der Bevölkerung hat, findet das… lästig. Und was macht man in solchen Fällen? Man macht es dem Kunden schwer.

Denn natürlich kann man auch bei der Berliner Sparkasse Hartgeld bekommen. In genau drei Filialen, wie die Kundenberaterin erklärt. Bei drei Filialen also, bei dem Institut, das so gerne damit protzt, dass es mehr Standorte als jeder andere in der Hauptstadt hat.

Vermutlich kann ich aber in jeder Niederlassung provisionsgetriebene Versicherungen und Verträge abschließen und praktisch jeder bekommt sofort einen Kredit nachgeworfen für ein bisschen Konsum. Vor dem Fest, nach dem Fest oder auch zwischen dem Fest. Denn daran verdient man ja richtig. Aber das unbequeme Kerngeschäft mit dem echten Geld, ach das, das bringt halt zu wenig.

Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag