Journalisten, vergesst den 1. April!

Dieses Jahr meint es der Kalender gnädigt mit uns. Der 1. April ist ein Sonntag - und an dem erscheinen die meisten Tageszeitungen nicht. Dadurch sind uns viele, viele April”scherze” erspart geblieben.

Nun ja, die Sonntagszeitungen. Sicher. Da werden Milchstraßen auf der Titelseite umbenannt oder eine Hundekot-Ortungs-App vorgestellt. Haha, ja, gelacht. Oder so.

Warum glauben eigentlich Journalisten, sie müssten ihre Kundschaft in den April schicken?

Wer fände es lustig, wenn es morgens klingeln würde und eine Dame vom Ordnungsamt einen auffordern würde, rasch runterzukommen, da würde gerade das Auto abgeschleppt. Und wenn man im Schlafanzug runtergehetzt ist steht da zwar wirklich eine Ordnungsamtsmitarbeiterin, lacht aber nur und ruft “April! April!”.

Oder falls man am 1. April zum Arzt muss und der nach der Untersuchung erstmal Blut abnehmen lässt, dann bedächtig ernst mit dem Kopf schüttelt und was von “ernst, sehr ernst” murmelt, eine Überweisung zum Facharzt ausstellt und einen auffordert, ganz, ganz schnell dort hin zu gehen. Und erst die Sprechstundenhilfe vorne einen launig mit “April! April!” aufklärt, dass alles ja nur ein Witz gewesen und man selbst außer dem kleinen Schnupfen kerngesund sei.

Oder wenn beim Einschieben der EC-Karte in den Geldautomaten die Meldung kommt, “Karte einbehalten. Konto gesperrt”. Und das Gerät erst nach einer Minute, während der man fluchend auf das Gehäuse eingeschlagen hat, mit einem blinkenden “April! April!” fragt, ob man jetzt noch Geld abheben wolle.

Das wäre alles bestimmt sehr, sehr komisch. Nicht.

Dienstleister sollten ihre Kunden nicht veralbern, schon gar nicht, wenn die für eine Leistung bereits bezahlt haben. Nicht am 1. April und auch sonst nicht. Man kann Freunde, Verwandte, Bekannte, Familienmitglieder in den April schicken, wenn man das eine lustige Tradition findet. Aber das reicht dann auch.

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#April #Aprilscherz #Journalismus
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