In der Datenroaming-Hölle

Es ist toll, dass das Smartphone auch im Ausland funktioniert. Keine Frage. Gut, 15 Cent für 100KB (was kann man in dieser Einheit heutzutage eigentlich noch messen?) ist nicht gerade billig. Aber dafür ist der Maximalbetrag auch auf knapp 60 Euro gedeckelt. Das sollte es einem ja wert sein. Irgendwie.

Und auch einverstanden, dass man bei Erreichen des Limits geschwindigkeitsmäßig gedrosselt wird. Auf GPRS-Geschwindigkeit. Was, das soll dem Laien reichen, recht langsam ist.

Doch das ist bei O2 nur der Anfang vor der Datenroaming-Hölle.

Denn kurz danach wird die Geschwindigkeit auf 2Kbit/s gedrosselt. Das ist so langsam wie, wie… dass man weinen will. 0,2 Prozent des langsamsten vorstellbaren DSL-Anschlusses. Mein Modem 1994 kam auf 14Kbit/s und war damit sieben mal schneller.

Bei dieser Roaming-Geschwindigkeit geht außer Email nix mehr. Eine Website öffnen? Außer Google bricht praktisch alles mit Timeout ab. Kein Browser und kein Server glaubt, dass jemand soooo laaaaangsam miteinander reden will.

Facebook? Pustekuchen. Dafür gibt es zwar eine App, aber die ruft in Wahrheit auch nur die Website auf und lädt nichts runter oder hält etwas offline bereit. Wie etwa die Wordpress-App, mit der gerade dieser Eintrag entsteht.

Nein, nur Email funktioniert. Langsam, und zuverlässig. Morgens sind einfach die neuen Mails da. Punkt.

Wer jemals über den Tod der Email fabuliert hat, der sollte an langsame, wirklich langsame Datenverbindungen denken.

Und vor dem nächsten Urlaub schreibe ich mir einen Dienst, an den ich Google-Anfragen per Mail schicken kann und Webadressen, und der mir die Inhalte dann ohne schnickschnack als reinen Text per Mail zurückschickt. Etwa für die Suche “Kamelreiten El Tanque Teneriffa”. Das erscheint mir eine echte Marktlücke.

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