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Im “Tagesspiegel” (online, über Twitter gefunden) habe ich heute das Stück “Kommt zurück in die Blogs” von Johnny Haeusler gefunden. Er beschreibt darin sein Unwohlsein mit den zahlreichen geschlossenen Ökosystemen im Netz, von Twitter über Facebook bis zu Apple, die dazu führen, dass Aufmerksamkeit immer mehr zerfleddert, Diskussionen zerstreut werden, Inhalte nicht mehr gefunden werden.

Wenn ich früher einen Artikel wie diesen hier auf Spreeblick veröffentlichte, stießen nach und nach ein paar andere Blogger darauf, verlinkten ihn vielleicht, und im besten Fall gab es eine Diskussion, die man auch Jahre später noch nachlesen konnte, direkt unter dem Artikel. Veröffentliche ich heute etwas, stoßen die meisten Leserinnen und Leser erst dann darauf, wenn ich den Link per Twitter und Facebook weitergebe, wo der Inhalt auch oft diskutiert wird. Die Debatte aber – die Kommentare zu einem Artikel und meine Antworten darauf – teilt sich auf die diversen Kanäle auf, sie zerfasert und verschwindet schnell im Nirwana der sozialen Netzwerke. Noch schlimmer: Wenn auf einen Tweet verschiedene interessante Antworten folgen, sind diese nach kurzer Zeit verloren, eine Dokumentation ist beinahe unmöglich. Und das ist Mist.

Das ist mir für mich selbst - ohne mich mit Johnny Haeuslers Blog Spreeblick auch nur im Entferntesten vergleichen zu wollen - auch schon aufgefallen. Finde ich etwas Interessantes weiß ich oft nicht, was ich damit tun soll. Auf Twitter? Zu Facebook? Google+? Oder doch ein Blogbeitrag (in letzter Zeit immer seltener). Mal mache ich es so, mal so. Wiederfinden kann ich das nur im jeweiligen System, mal mehr, mal weniger gut.

In der Anfangszeit meines Blogs habe ich mehr gebloggt. Und wenn ich heute durch die alten Einträge scrollen, dann freue ich mich. Manchmal erinnere ich mich gut daran, wie ich den Text verfasst habe. Manchmal wundere ich mich, dass das aus meiner Feder stammen soll. Es ist eine kleine eigene Geschichtsschreibung, vor allem für mich.

Aus jüngerer Zeit funktioniert das nicht mehr. Da müsste ich Twitter danebenlegen. Und Facebook. Und Google+. Und und und. Das ist schade - auch aus den viel fundamentaleren Gründen, die Johnny Haeusler in seinem Beitrag nennt.

Für mich heißt das: Was mich interessiert landet jetzt wieder öfter hier. Auch mal nur ein kurzer Link - Wordpress bietet dafür ja inzwischen sogar Formatvorlagen an - ein Fundstück oder ein kleiner Gedanke. Und von hier aus geht es dann bei Bedarf zu Twitter oder Facebook.

Es ist zumindest mal ein Experiment - für 2013.

In seinem Blog schreibt Johnny Haeusler schließlich selbst über seinen Text und die Kritik, Häme und Zustimmung zu ihm:

Und zu guter Letzt: Ja, da war eine Menge Pathos bei, als ich den Artikel schrieb und als eine Art persönliche Neujahrsresolution veröffentlichte.

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