Fever als RSS-Reader - ein paar Tage später

Ich habe ja vor zwei Wochen beschrieben, dass ich nach dem angekündigten Ende des Google Reader zu fever gewechselt bin. Mein Eindruck nach ein paar Tagen testen: Die $30, die fever kostet, sind gut angelegtes Geld.

Allerdings hat mich zunächst zum Verzweifeln gebracht, dass der Cronjob, den ich beim Webhostingpaket von 1&1 (Dual Perfect) eingerichtet habe, nicht ordentlich funktioniert hat. Der Grund: Der Cronjob darf bei 1&1 in diesen Paketen nur maximal 60 Sekunden dauern, das Aktualisieren zahlreicher Feeds dauert aber deutlich länger.

Ich habe dann die Gelegenheit ergriffen und etwas getan, was ich schon lange machen wollte: ich habe zu einem Virtual Server gewechselt und bin jetzt mit mehr Freiheiten im Web ausgestattet. Die zweite fever-Installation war auch nicht schwerer. Aber dann die Ernüchterung: Der Cronjob hier läuft auch nicht ordentlich durch. Es gibt einen 500 Internal Server Error. Das Erhöhen der max_execution_time in der php.ini hat daran nichts geändert.

Die Lösung, die ich erst nach einigen Tagen (und dem Auffinden der Apache-Log-Dateien in /var/www/vhosts/domain.tld/statistics/logs) gefunden habe: In der mir bis dahin unbekannten Datei /etc/httpd/conf.d/fcgid.conf muss der Wert für FcgidIOTimeout deutlich erhöht werden. Dann läuft alles prima.

Und mir gefällt fever, zumindest auf dem PC - sowohl zu Hause (Ubuntu) als auch in der Arbeit (Windows) - sehr gut. Dank der vielen Keyboard-Shortcuts geht die Arbeit flüssig von der Hand, das Definieren von eigenen Sharing-Keys ist sehr, sehr praktisch. Die “Hot”-Funktion ist ganz interessant, aber daran muss ich mich noch gewöhnen.

Was leider suboptimal ist, ist die mobile Unterstützung. Der bislang einzige Andorid-Client Meltdown hat aktuell ein Sortierungsproblem der Feeds und ist für mich absolut unbrauchbar. Sollte da mal was gefixt werden, könnte er aber durchaus ausreichend sein. Ich hoffe auf weitere Reader-Apps, die mit dem Wegfall des Google Reader neue Nutzer suchen und vielleicht fever entdecken.

Die mobile Webseitendarstellung ist auf dem Nexus 7 prima, auf dem Nexus 4 stelle ich fest, dass regelmäßig das Layout zerschossen wird und die Anzeige deutlich über den sichtbaren Bereich hinausrollt. Das ist extrem unschön.

Ich habe zum Vergleich dann auch noch Tiny Tiny RSS installiert. Auch nett, sehr nah am Google Reader Feeling dran. Und es gibt auch eine ordentliche, wenn auch kostenpflichtige Android-App. Aber ich muss gestehen, ich habe mich inzwischen an fever gewohnt, mir gefällt das Handling, und ich hoffe auf Weiterentwicklungen, die die von mir bemängelten Punkte bei der mobilen Nutzung bald beheben.

Tags
#fever #Google Reader #Greader #RSS #Tiny Tiny RSS #TTRSS
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