Mach's gut und danke für den Fisch

Heute war im Briefkasten wie jeden Tag eine Ausgabe der “Märkischen Allgemeinen”. Wie jeden Tag seit ziemlich genau 15 Jahren. Vor 15 Jahren, Am 2. Januar 1999, habe ich mein Volontariat bei “Brandenburgs besten Seiten” begonnen. Und irgendwann im Februar, schätze ich, auch mein Abo abgeschlossen. Im Januar hatten wir Volontärskurs bei der FAZ, zu der die MAZ damals ja noch gehörte.

Die heutige Ausgabe ist für mich eine besondere Ausgabe.

MAZ vom 31.1.2014

Es ist die letzte Ausgabe, die ich bekomme. Denn mein Abo war seit 1999 ein Mitarbeiterabo, also ein bisschen günstiger als normal. Das lief auch weiter, als ich im August 2012 die MAZ verlassen habe. Und jetzt, Ende Januar, hat die Aboverwaltung der MAZ gemerkt, dass ich nicht mehr dazu gehöre. Und hat mir geschrieben

Durch das Ausscheiden bei der MVD oder bei unseren firmenverbundenen Unternehmen können wir Ihnen unseren Personalrabatt nicht weiter gewähren.

Sie erhalten Ihre MAZ montags bis samstags ab 01.02.2014 zum derzeit gültigen Abonnementpreis von 24,30 EUR pro Monat.Den vereinbarten Bezugspreis ziehen wir mit der SEPA-Lastschrift zum Mandat MVD00xxxxxxxxxxxx von Ihrem Konto xxxx ein. Der Einzug erfolgt jeweils zu Beginn der mit Ihnen vereinbarten Abrechnungsperiode. Um den Aufwand so gering wie möglich zu halten, verzichten wir bei Preisabweichungen auf weitere Vorabankündigungen.

Ich hab dann einen Moment überlegt und festgestellt, dass ich die Zeitung kaum mehr lese. Viel zu oft habe ich sie zuletzt morgens im Briefkasten vergessen und abends keine Lust mehr gehabt. Und dann das Abo gekündigt. Ja, wir haben uns ein bisschen entfremdet. Wahrscheinlich habe ich mich verändert, aber irgendwie hat sich auch die Zeitung gewandelt.

Nein, ich mag nicht eineinhalb Seiten über einen Drei-Personen-Suizid in Hessen lesen und auch nichts über die “Feuerteufel” aus Oberhavel, die man vielleicht gefunden hat. Und ein kleines Eckchen darüber, dass die EU die Fördermittel für Brandenburg halbiert hat. Ich weiß ja, das eine wird gelesen, das andere nicht. Die MAZ druckt inzwischen sogar einen Hinweis zu dem Thema in jeder Ausgabe ab - nämlich was online so geklickt wird. Aber ich frage mich schon, was von größerer Relevanz ist.

Klickliste

Mir fehlt die Zeit und auch ein bisschen die Lust, wobei ich natürlich gerne verfolge, was die früheren Kollegen so machen. Es gab Zeiten, da hatte ich drei Print-Abos zu Hause, heute reicht mir ein digitales Qualitätszeitungs-Abo, das ich auf dem Tablet lese, und daneben mein Twitter-Stream und meine gut gepflegten RSS-Feeds.

Bei solchen Gedanken wird man ja schon ein bisschen nostalgisch. Und da hab ich doch mal in meinen dicken Aktenordnern gewühlt, was eigentlich der erste Text war, den ich für die MAZ geschrieben habe. Es ist eine handwerklich ziemlich misslungene Meldung über VBB-Tarife. Das ist ungefähr fast ziemlich genau 15 Jahre her.

Mein erster MAZ-Artikel

Mensch, wie die Zeit vergeht. Also, liebe MAZ, mach’s gut - und danke für den Fisch. Und sag mal beizeiten Bescheid, ob Dir die neuen Eigentümer von Madsack jetzt ein tolles neues Redaktionssystem spendiert haben. Vor zwei Jahren hätten wir gerade mit der Einführung von Eidos beginnen sollen… Aber jetzt ist es wirklich genug mit der historischen Rückschau.

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