Chromecast ist richtig smart

Vor einigen Tagen hat der Tech-Journalist Michael Kroker etliche Zahlen rund um Smart-TV in Deutschland veröffentlicht. Eine Zahl darin: rund 75 Prozent der Smart-TV-Besitzer nutzen gar keine Internet-Funktionen ihres Geräts.

Zu diesen drei Vierteln gehöre ich auch.

Ich habe seit einigen Jahren ein Gerät, das sogar mit einem Wlan-Stick ausgestattet ist und ins Internet kann. Und, ja, ich habe sogar eine Youtube-App genutzt und mal die Tagesschau-App meines Fernsehherstellers. Hat auch funktioniert, leidlich.

Aber die Bedienung über die Fernbedienung ist mühsam - Youtube & Co. sind dafür eigentlich nicht gemacht. Der Fernseher ist unerträglich langsam. Wenn man eine Aktion startet - warten. Wenn man etwas abbricht - warten. Und zwischendurch Abstürze - warten.

Ich habe sogar mal versucht, auf diese Weise einen Film aus meinem Madome-Abo zu schauen. Theoretisch geht es, in der Praxis bricht es ständig ab. Spaß macht das keinen - und deshalb würde ich es auch nicht weiter versuchen oder gar meinen Eltern empfehlen.

Seit einigen Wochen ist an das TV-Gerät aber ein Chromecast-Stick von Google angeschlossen. Und plötzlich lassen sich bequem Videos auf Smartphone oder Tablet bei Youtube aussuchen und mit einem Fingerdruck auf den Fernseher werfen. Und dort werden sie problemlos abgespielt. Problemlos! Abgespielt!

Und über den Google Play Store kann man Filme kaufen oder ausleihen. Und das - funktioniert. Film bequem suchen, mit dem Play-Account bezahlen, auf anschauen drücken und dann als Ausgabe Chromecast wählen. Und schon läuft das Bild auf dem TV. Und der Ton natürlich auch. Und wenn man abbricht und am nächsten Tag den Film erneut aufruft, dann wird er exakt an der richtigen Stelle fortgesetzt. So wie es sein sollte. Schwere Zeiten für Videotheken.

Keine Frage: Chromecast ist noch nicht perfekt. Zu wenig Apps unterstützen diese Ausgabe auf TV. Die Möglichkeit, ein Browserfenster auf den TV-Bildschirm zu werfen, ruckelt und zuckelt noch arg. Und es wäre toll, einfach den gesamten Handybildschirm aufs TV-Gerät zu spiegeln, etwa um ganz unkompliziert Fotos anzuschauen. Es gibt noch Verbesserungsbedarf. Aber das, was Chromecast verspricht, tut das Ding auch. Simpel, zuverlässig. Ein Gerät, das ich auch meinen Eltern, die längst im Smartphone- und Tablet-Zeitalter angekommen sind, empfehlen kann.

Um also auf die Zahlen vom Beginn zurück zu kommen: Bislang waren einfach die wenigsten TV-Geräte smart, selbst wenn sie eine Verbindung zum Internet herstellen konnten. Das könnte sich in Zukunft mit solchen Geräten wie Chromecast - und der sicher folgenden Konkurrenz - ändern. Und womöglich führt dieser Wettbewerb ja dazu, dass sogar die Gerätehersteller unsere Fernseher wirklich smart machen. Mit mehr Rechenpower, einer Benutzerführung, die den Namen verdient, und einer Anbindung an Smartphone und Tablet, die auch funktioniert.

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#Chromecast #Fernsehen #Smart-TV
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