„Papa, was ist ein Lokomotivführer?“ „Äh, also das ist, naja, früher, da musste noch ein Mensch vorne in der Lok stehen und Knöpfe drücken…“

Wieder ein Kindheits-Traumberuf weniger. Und die Augsburger Puppenkiste mit Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer wird dann auch nur noch mit elterlichen Erklärungen verstanden. Noch ist es nicht so weit, aber eigentlich steht ja fest, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch der Beruf ausstirbt.

Die GDL mit ihren Dauer-Streiks dürfte das Innovationstempo beim Thema selbstfahrende Züge dabei höchstens noch etwas beschleunigt haben. Aber wenn es uns inzwischen sogar gelingt, selbstfahrende Autos auf die deutlich komplexeren Straßen mit ihrem viel schlechter vorherzusagenden Verkehrssituationen loszulassen, dann ist das mit den Automatik-Zügen wirklich nur eine Frage der Zeit.

Jeder zweite Deutsche kann sich dabei übrigens heute schon vorstellen, in einem vom Computer gelenkten Zug einzusteigen, wie eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands BITKOM gerade gezeigt hat. Nur am Rande: Ein Hauptgrund für diese Offenheit ist die ausgeprägte Streik-Unlust der Digitaltechnik. Aber auch die Hoffnung auf sichereren Verkehr und höhere Pünktlichkeit spielen eine Rolle.

Auf der anderen Seite: Ritter gibt es ja auch nicht mehr, Prinzessinnen nur sehr selten (und die, die eine sind, finden das oft gar nicht so toll) und Astronaut wird auch nur eine allerkleinste Minderheit. So it’s time to say goodbye, Jim Knopf. Mit ein bisschen Glück schaffst Du es noch bis zur Rente. Und dann übernimmt die Digitaltechnik.