Online goes offline

Online ist der analogen Welt überlegen. Online-Werbung ist besser als eine Printanzeige, eine Viralkampagne schlägt jedes Werbekugelschreiberverteilen auf der Hauptstraße. Eigentlich. Aber irgendwie hat man den Eindruck, dass als die hippen und hypen Start-ups und innovativen Online-Buden gerade was ganz anderes entdecken - gute alte Werbemaßnahmen.

Erst ist der halbe Kiez mit DIN-A4-Zetteln von “Wir Nachbarn” zugekleistert, ganz stilecht mit Abreißabschnitten für die Adresse. Kurz darauf hingen dann Zettel einer ähnlichen Community mit anderem Namen (den ich schon wieder vergessen habe). Scheint ein heißumkämpfter Markt zu sein.

In der U-Bahn sieht man immer öfter Werbung für onlinegestützte Bringdienste und im Gesundbrunnen Center gibt es einen Werbestand der Putzdienst-Vermittlung helpling, bei der junge Menschen den Passierenden im Stile der früheren Gurkenhobelverkäufer die Vorzüge des digitalen Haushaltshilfen-Portals erklären.

Und zuletzt hingen an den Stromkästen (danach kann nicht mehr viel kommen, sind das nicht eigentlich die auf denen immer steht, Werbung ankleben verboten? Oder bringe ich da was durcheinander) Werbeplakate für eine innovative Paketzustelllösung, die nicht auf Nachbar (mit Wir oder ohne Wir) setzt, sondern auf Technik.

Werbung am Stromkasten

Mich würde ja nur interessieren, wie diese doch sehr klassischen und analogen Werbekonzepte im Businnes-Plan verklausuliert sind und mit welchen coolen Begriffen die durchführende Agentur diese “community based local targeted nondigital ad camapign” anpreist. Und mir graut vor dem Tag, wenn die ersten App-Entwickler so kleine, visitenkartengroßen Werbekärtchen an die Autotüren oder Rückspiegeln klemmen. Spam-Werbung, wie es bisher nur die Schrottautoankaufmafia zur Perfektion getrieben hat. Aber für manche Digital-Sensation ist da sicher noch Potenzial.

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