Hackeropfer fordern mehr Schutz vor Hackern - bei anderen

Es entbehrt ja nicht einer gewissen Ironie und Komik wenn die Nachrichtenagentur dpa für heute ankündigt:

Die große Koalition will wichtige Unternehmen wie Banken, Energieversorger oder Verkehrsunternehmen zu einem besseren Schutz ihrer Computersysteme verpflichten. Am Freitag (ab 9.00 Uhr) berät der Bundestag dazu das IT-Sicherheitsgesetz.

Während sich gleichzeitig Hacker im Netz des Bundestages rumtreiben und die Bundestagsverwaltung an die Abgeordneten schreibt

in den vergangenen zwei Wochen seien nach jetzigem Kenntnisstand keine weiteren Daten abgeflossen. “Das bedeutet nicht, dass der Angriff endgültig abgewehrt und beendet wäre”, so Lammert.

Anders gesagt: Die Opfer eines ganz schön großen Hackerangriffs fordern mehr Engagement beim Schutz vor Hackern - von anderen. Man kann immerhin sagen, das ist fürsorglich. Die Abgeordneten wollen halt nicht, dass es anderen so übel ergeht wie ihnen selbst. Man könnte aber auch sagen, dass man vielleicht erstmal vor der eigenen Haustür fegen sollte. Und vor allem sollte man sagen, dass wir dringend deutlich mehr Mittel in Behörden wie das BSI stecken müssen. Denn wie schon bei der BND-Affäre, bei der unsere Spione technisch schlicht überfordert waren, überhaupt mitzubekommen, was die NSA denn da so aus den Datennetzen mit deutscher Hilfe abgesaugt haben, können wir es uns nicht leisten, in der digitalen Welt, in der bald alles - von der Fabrik bis zum Verkehrsweg - vernetzt sein wird, nur staunend Kriminellen und Spionen zuzuschauen, wie die sich so auf unseren Datenautobahnen rumtoben. Eine Verkehrspolizei, die nur auf Bobbycars durch die Gegend fährt und in jeder Großstadt allenfalls ein echtes Auto zur Verfügung hat, schreckt halt nicht wirklich ab.

Tatütata - hier kommt die deutsche Cyberpolizei Tatütata - hier kommt die deutsche Cyberpolizei

Und dann ist das ja noch der Viren- und Schadsoftware-Experte Kaspersky, bei dem sich - huch! - auch ein Trojaner im Netz rumgetrieben hat:

Die Sicherheitsforscher von Kaspersky sind selbst Opfer eines Hacker-Angriffs geworden und haben einen Spionage-Trojaner entdeckt, der seit Monaten unentdeckt im eigenen Netzwerk sein Unwesen trieb. Das Unternehmen gibt in einem Statement an, dass ein Mitarbeiter im asiatisch-pazifischen Raum auf eine Trojaner-Mail reingefallen ist und die Schadsoftware im Anhang ausgeführt hat.

Da bin ich froh, dass ich zu Hause ausschließlich Linux nutze, manche Fragen zu mancher Software stellt sich damit einfach nicht.

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