Schwimmbadökonomie

Ich habe keine besonders gute Meinung von den Berliner Bäderbetrieben. Das liegt vielleicht daran, dass sie einem hervorragenden Kinderschwimm-Kurs in ihrem Bad in der Seestraße gekündigt haben. Angeblich weil der neue Bäderchef findet, solche Sachen sollten nicht Dritte machen, sondern die Bäderbetriebe selbst. Gewinnoptimierung und so, denke ich.

Ist ja auch im normalen Geschäftsleben eine ganz sinnvolle Idee. Setzt aber voraus, dass man selbst in der Lage ist, ein mindestens ebenso gutes Angebot durchzuführen. Insofern braucht man wenig Fantasie um sich vorzustellen, was rausgekommen ist: Kurse weg, neues Angebot nada, weniger Umsatz und Gewinn für die Bäder, weniger Angebot für Eltern und Kinder.

So ist Berlin halt. Nicht arm und sexy, sondern ärmer und halt ein bisschen blöd.

Aber darum geht es mir aktuell eigentlich gar nicht. Mich treibt eine andere Frage um. Die 5-Cent-Frage, sozusagen.

Normalerweise sind 5-Cent-Stücke die Geldstücke, die Sohn1 oder Sohn2 bekommen, um ihre Spardose voller wirken zu lassen. Die man aus dem Geldbeutel nimmt, weil… ja, was soll man damit anfangen? Außer in Berliner Bädern. Da sind sie so wichtig wie das 1-Euro-Stück, mit dem sich die (wenigen) funktionierenden Schränke füttern lassen um sie abzuschließen.

Denn nur mit einem 5-Cent-Stück kann man sich nach dem Baden fönen.

2016-03-06 10.48.17

Jetzt passt das natürlich prima zum “arm, aber…” denn wie sollen die Bäderbetriebe denn den teuren Strom bezahlen, wenn die hochtechnologischen 80er Jahre Föngeräte kostenlos zu benutzen wären? Naja, vielleicht aus den 5,50 Euro Eintrittspreis für einen Erwachsenen? Oder durch eine Eintrittspreiserhöhung? Wobei zugegeben bei einem Preis von 5,55 Euro vermutlich der letzte Rest Ernsthaftigkeit aus dem Geschäftsbetrieb verschwunden wäre.

Aber viel absurder ist ja noch: 5 Cent um die Haare trocken zu bekommen, aber wenn ich will kann ich stundenlang super heiß duschen, was vermutlich energie- und kostenintensiver ist. Das ist aber im Preis inbegriffen. Nur wer keinen Schnupfen bekommen will, der muss dann halt nach dem Ankleiden in die dann ja auch wieder vorhandene Tasche greifen.

Ich hoffe mal, die Einnahmen aus den 5-Cent-Stücken reichen aus, um bald mal ein bisschen weiter zu sanieren. Und ich würde sogar 10 Cent einwerfen, wenn das Kinderbecken so 2-3 Grad wärmer geheizt würde. Versprochen.

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#5 Cent #Berliner Bäderbetriebe #Schwimmbad
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