andreas streim

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Schlagwort: Android

Android 4.2

Das hier ist ein Service-Beitrag. Für Menschen mit Andorid-Smartphone. Ganz speziell dem Samsung Galaxy Nexus.

Ja, man kann das Update auf 4.2 manuell installieren. Das ist sogar ziemlich einfach. Es gibt dazu prima Schritt-für-Schritt-Anleitungen im Netz.

Allerdings setzt man sich damit das Handy auf Werkszustand zurück. Und, tja, ein eventuelles Systembackup (Stichworte: nandroid, Titanium Backup) ist ebenfalls perdu. Weil das Galaxy Nexus in Googles unendlicher Weisheit ja leider keine SD-Card hat, sondern alles auf einen einzigen großen Flash-Speicher packt. Der beim Update halt gelöscht wird. Mit allen Backups.

Aber trotzalledem und alledem: das Update hat sich gelohnt. Ist schnell, die neue Kamera ist klasse. Nur der Akku, so scheint es mir, wird etwas flotter leer.

Ich fühl‘ mich so mobil

Ich habe schon Apps auf meinen PDA und mein Handy geladen, als man bei Apple – sofern man überhaupt wusste, was das sein soll – allenfalls an Mac dachte. An schicke PCs halt, nicht mehr. iPhone? Gab’s nicht. Damals waren die Dinger von Palm oder Sony Ericsson. Und ich habe viel Geld in die Geräte investiert. Und viel Spaß damit gehabt.

Aber ehrlich gesagt: Dass das Zeug massenkompatibel sein soll, das konnte ich mir nicht vorstellen. Viel zu frickelig. Im Internet surfen ging, ja (laaaangsam!). Aber der Bildschirm war so klein, dass es eher eine Demonstration war, was technisch möglich ist, und weniger realen Nutzen hatte.

Inzwischen bin ich mir sicher, dass diese ganzen Studien, dass die mobile Web- und Appnutzung das stationäre Internet via PC abhängen wird, recht behalten werden. Wenn wir uns heute Gedanken darüber machen, einen Internetauftritt zu modernisieren, dann klingt das irgendwie sehr nach 90er Jahre. Mobil, das ist einfach geworden, praktisch und bequem.

Zum Beispiel ein Bahnticket via Handy kaufen. Habe ich vor ein paar Monaten zum ersten Mal gemacht. Am Münchener Flughafen habe ich auch nach der dritten Runde die Fahrkartenautomaten des Schienenunternehmens nicht gefunden. Kann gar nicht sein, ich weiß, aber ich schaffe das. Ich muss mich dazu nicht mal anstrengen. Aber ich wusste, dass die S-Bahn gleich losfährt und ich sonst meinen Anschlusszug nach Prien verpassen würde. Also bin ich ans Gleis runter und habe dort, in den wenigen Minuten bis die S-Bahn losging, via Bahn-App auf meinem Android-Handy das Ticket gekauft.

Ein paar Klicks, eine Pin. Fertig. Und die Schaffnerin konnte tatsächlich den komischen Barcode mit ihrem Gerät auslesen und feststellen: bezahlt. Technik die begeistert.

Oder die letzte Bastion der Totholz-Benutzer, der Internetausdrucker: der Brief. Spätestens gegen Ende Mai, wenn die Steuererklärung weggebracht werden muss, fehlt sie, die Briefmarke. Man muss an einer Postfiliale vorbei, mindestens den dort stehenden Briefmarkenautomaten füttern (der das Rückgeld penetrant in wertlosen 5-Cent-Marken gibt, die man danach eh wegschmeißt oder verliert, da müssten Verbraucherschützer mal aktiv werden) und dann das Kuvert frankieren und in den Postkasten werfen. Anders geht’s nicht.

Dachte ich. Denn die Deutsche Post ist innovativer als ich dachte. Man kann Briefmarken im Internet kaufen, per Paypal(!) bezahlen, ausdrucken und aufkleben. Fertig.

Aber es geht noch besser. Mobil. Mit einer App fürs Handy. Damit kann man (zu Apothekenpreisen, zugegeben, aber dafür immer und überall) einen Brief frankieren, indem man das Porto per SMS kauft und per Hand einen Code auf den Umschlag schreibt. Nie wieder Automaten- oder Filialzwang! Und man kann in der App sogar den nächsten Briefkasten suchen und die Leerungszeiten anzeigen lassen.

Und jetzt die Sparkassen. Die wollen an ihre Kunden künftig EC-Karten mit einem Funkchip (NFC-Chip) ausgeben, der berührungsloses Bezahlen ermöglicht. Das klingt innovativ, ist es aber nicht wirklich. Eher ist es der – am Ende womöglich hilflose – Versuch, Google auf Distanz zu halten. Denn Google startet in den USA gerade den Dienst Wallet, durch den das Handy künftig Brieftasche mit EC- und Kreditkarte ersetzen könnte. Im Handy dazu nötig: ein NFC-Chip.

Meine Einschätzung: In zehn Jahren werden wir ganz normal mit dem Handy an der Kasse bezahlen – und uns nur noch vage an Plastikkarten erinnern. So wie meine Erinnerung an Briefmarkenbögen langsam verblasst. Und wann ich zum letzten Mal am Schalter ein Bahnticket gekauft habe, das auf diesem Kartonzeugs ausgedruckt worden ist.

Ich arbeite in einer Branche, die bei diesen Veränderungen auch eher staunend zuschaut. Tageszeitungen werden – allen technischen Weiterentwicklungen zum Trotz – ähnlich produziert und ausgeliefert wie vor einigen Jahrzehnten. Und es gibt nicht wenige Kollegen die meinen, es werde das gedurckte Nachrichtenangebot immer geben, die Dot-Com-Euphorie sei ja schließlich auch vergangen. Ich denke, eigentlich müsste man sich weniger Gedanken darüber machen, wie die Leute heute anders als auf Papier ihre Zeitung lesen wollen/können, sondern wo sie in fünf oder zehn Jahren stehen werden. Und in diese Richtung müsste der schwerfällige Tanker „Medien“ dann steuern. Sonst hetzt er im Zickzackkurs immer nur den schnittigen und schnellen Entwicklungen hinterher.

I am an Android

Okay, heute war also Google-Tag. Nicht ganz so inszeniert, wie wenn Apple mal wieder eine neue Generation seines iPhone vorstellt. Die Bilder aus Mountain View von der Pressekonferenz sahen eher so aus, wie wenn der Landesverband einer mittelgroßen Krankenkasse zum Journalistentalk lädt. Aber das ist an sich ja noch nicht schlimm.

Schlimmer war, dass so ziemlich alles, was Google da von ihrem neuen Handy „Nexus One“ gezeigt hat, bereits durchgesickert war. Überraschungsmoment: Null. Ein technisch ordentliches Mobiltelefon, das Rechenleistung für eine Menge Gimmicks hat, und eine aufpolierte Version des Betriebssystems Android. Wobei das ja möglicherweise auch noch gereicht hätte, eine gute Weiterentwicklung des Bestehenden.

Kopfschütteln bei mir löste dann aber das hier aus:

Sorry, the Nexus One phone is not available in your country.

steht auf der offiziellen Nexus-One-Seite. In den meisten Ländern der Erde, inklusive Deutschland, gibt es das ach so tolle Gerät, das von Google „Superphone“ getaufte Multimedia-Gadget gar nicht.

Angesichts des Entwicklungstempos auf dem Markt wage ich aber zu bezweifeln, dass der aktuelle Nexus-Hype lange genug anhält, bis zum Frühjahr oder gar noch länger, damit das Ding für einen Preis um die 400 Euro ohne Vertrag hierzulande noch ein Renner wird. Mein Interesse ist zumindest erstmal rapide erlahmt. Man kann bei so einer Ernüchterung nochmal überlegen, ob man so ein Teil überhaupt braucht (natürlich nicht).

Dabei muss ich sagen: Ich finde Android prima. Ich habe ein G1 von T-Mobile und bin extrem zufrieden. Es ist das beste Handy, das ich je hatte. Weder mein Sony Ericsson P800 noch der Palm Treo 650 noch mein XDA mit Windows Mobile kamen nur in die Nähe dieses Geräts. Es kann eigentlich alles, was ich will – und sogar noch ein bisschen mehr. Und ich kann Programme dafür schreiben und einfach installieren, wenn ich mag. Das ist noch dazu einfach. Auch wenn das Teil ruhig ein bisschen flotter sein dürfte und vor allem mehr Speicherplatz für Anwendungen bieten könnte. Und natürlich als Modem für den Notebook dienen.

Das iPhone ist für mich aus vielerlei Gründen keine Alternative. Ich komme mit der Bildschirmtastatur nicht zurecht, ich mag die Hardwaretasten des G1 (auch deshalb wäre das Nexus wohl nix für mich). Ich benutze auf meinem PC Linux (Ubuntu) und will kein Handy, das zur Aktivierung iTunes und damit Windows oder Mac OS benötigt. Da fühle ich mich gegängelt. Ebenso davon, dass ich einzig und allein Programme installieren darf, die Apple zuvor freigegeben hat.

Deshalb ärgere ich mich derzeit auch immer, wenn Verlage in einer „iPhone App“ die Zukunft für die Verbreitung von Medieninhalten sehen. Das wäre so, als wenn man Webinhalte nur noch für Rechner mit Mac OS zugänglich machen wollte. Kann ja eine Strategie sein, schließt aber eine Menge Leute aus. Ich wage nur mal die These, dass es für viele Verlagsmanager schon eine ganz schön schwere Hürde war, „dieses iPhone-Dings“ zur Kenntnis zu nehmen, von Android & Co. haben die vermutlich noch nie gehört. Was ein Fehler sein könnte – wenn man sich die Zukunftsaussichten ansieht.

Und ich weiß auch nicht, ob es so eine kluge Medienstrategie ist, sich auf Gedeih und Verderb an ein Unternehmen zu binden, das mit einem Tastendruck die Anwendung wieder verschwinden lassen kann. Aber es wäre ja nicht das erste Mal, dass Medienhäuser kräftig daneben liegen, wenn es um neue Medien geht.

Ich werde wohl erst dann zu einem neuen Android-Handy greifen, wenn entweder mein G1 den Geist aufgibt oder aber eines auftaucht, dass neben Leistungsverbesserungen weiter eine Hardwaretastatur und eine verbesserte Akkulaufzeit bietet.

Bis dahin bin ich eins: Mit Android und dem G1 sehr zufrieden.

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