andreas streim

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Schlagwort: Ubuntu

Ubuntu wird auch immer mehr Windows

Früher konnte man ein Linux-System – ja, auch ein Desktop-System – problemlos wochenlang ohne Neustart laufen lassen. Und heute? Gefühlt bei jeder zweiten Software-Aktualisierung kommt hinterher dieses Bildchen:

Bitte neustarten

Ganz ehrlich, das nervt ein bisschen. Woran liegt das denn eigentlich? Ist das System instabiler geworden? Gibt man sich weniger Mühe, auf den Neustart zu verzichten, weil die User das eh gewohnt sind?

Videothek

Manchmal sieht man sich im Browser ein Video an und denkt sich, wow, das würde ich jetzt gerne mal auf der Platte aufheben. Nun lassen sich die Bewegbilder meistens leider nicht speichern. Oder? Im Gegenteil – sie sind längst gespeichert, bevor man auch nur die Idee hatte, das eben angeschaute zu sichern.

Unter Ubuntu und Google Chrome liegen alle Videos – zum Beispiel von Youtube und Co. – die man eben gesehen hat genau hier:

~/.cache/google-chrome/Default/Cache

Keine weiteren Programme, Tools, Extensions etc. notwendig.

Leben ohne Microsoft

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich der Linux-Distribution Ubuntu eine 3+ als Note gegeben und mich vor einem Komplettumstieg von Microsoft Windows auf Linux noch etwas geziert. Kurz darauf habe ich es dann doch getan – und heute ist mal ein guter Tag, Bilanz zu ziehen.

Für mich funktioniert das Leben ohne Microsoft – zumindest fast.

ubuntu

Mein damals geäußertes größtes Problem, nämlich der nicht funktionierende Zugriff auf einen Exchange2007-Server hat sich dadurch in Luft aufgelöst, dass die dortigen Emails, Adressen und Kalendereinträge inzwischen von Google verwaltet werden. Ich weiß, ich weiß, die große Datenkrake, aber dazu vielleicht ein andermal mehr. Auf jeden Fall ist seitdem der Zugriff durch Ubuntu (und durch mein Handy, das G1, auch) problemlos.

Die Banking-Software Starmoney ist durch Moneyplex ersetzt, eine kommerzielle Lösung, die sich vom Funktionsumfang her nicht verstecken muss. Sogar mein HBCI-Chipkartenleser wurde erkannt.

Die Fotoverwaltung Imatch unter Windows hat leider kein gänzlich adäquates Pendant auf Linux-Seite gefunden. Programme wie F-Spot sind zwar ganz nett, aber sie unterstützen bestimmte Funktionen nicht, etwa echte IPTC-Felder lesen und(!) schreiben. Ich benutze jetzt Mapivi – und bin damit zufrieden.

Was weiter ohne jede Konkurrenz ist, ist DxOptics Pro, ein Programm, das Fotodateien professionell aufpeppt, und zwar je nach benutztem Kameramodell und Objektiv. Das Programm läuft bei mir in einer virtuellen Windows-Maschine (via Virtualbox), neben dem jährlichen Programm zur Steuererklärung. Ehrlich gesagt laufen beide Programme dort besser als früher auf einem echten, reinen Windows-PC.

Ansonsten gibt es alles, was ich brauche, unter Ubuntu. Zum Beispiel Cinerella für den Videoschnitt; nach ein paar Berührungsängsten habe ich mich im dritten Versich mit dem etwas unkonventionellen Programm angefreundet. Mehr und mehr ist das sowieso nur noch Firefox als Webbrowser, in dem alles stattfindet (von Mail über Kalender bis zu Evernote für die Notizensammlung). Welches Betriebssystem der Rechner hat wird da nebensächlich.

Also, es braucht weder Microsoft noch Apple, damit ein Computer ordentlich funktioniert. Und man muss nicht einmal viel Geld ausgeben, um die nötige Software zu installieren.

© 2017 andreas streim

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