andreas streim

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Schlagwort: Wahlkampf

Mein Berliner Polit-Quiz

Am 18. September wird in Berlin gewählt. Ich würde mich persönlich als überdurchschnittlich politisch interessierten Menschen bezeichnen und noch dazu als Wechselwähler. Also ideales Terrain für wahlkämpfende Berliner Parteienvertreter. Angesprochen worden bin ich bislang allerdings noch von niemandem, auch über den klassischen Wahlkampfstand bin ich bislang nicht gestolpert. Bleiben die Wahlplakate an Laternenmasten und Plakatwänden. Aber da bekommt man weniger inhaltliche Positionen der Parteien geliefert als eine Anregung für ein ganz persönliches Berliner Polit-Quiz. Wer möchte, kann sich gerne einmal versuchen.

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Der Wahlkampf ist eröffnet

…zumindest am Gebäude der FDP in Berlin-Mitte.

2013-04-26 13.29.17

Naja, irgendwie sehen die beiden Plakatte etwas verloren aus. Aber vielleicht ist das einfach nur die neue Bescheidenheit. Oder der Sparzwang.

Auschecken Stufenlagerungswuerfel

So sieht es bei genauerem Hinsehen aus:

2013-04-26 13.29.22

Guten Morgen, Herr Otto

In Berlin ist Wahlkampf. Offiziell dürfen seit heute Plakate geklebt werden, inoffiziell wurden bereits seit Freitagabend die besten Laternenmasten besetzt. Hut ab vor den wahlkämpfenden Piraten, die das am Freitag bei strömendem Regen im Wedding gemacht haben. Aber inzwischen haben die anderen Parteien nachgezogen.

Und Andreas Otto von den Grünen schaut mir nun ins Fenster.

An einer Stelle, wo ich mich frage, wen er außer uns (und unserem Haus) so erreichen will. Ich sage es mal so direkt heraus: Ich finde es ein bisschen aufdringlich. Wäre es wenigstens ein etwas originelleres Plakat geworden. Aber so ein Gesicht? Ick wees nich. Ich glaube, das beeinflusst meine Wahlentscheidung. Nicht.

7 Gedanken zu den Piraten

  1. Ich habe – trotz meiner Kritik – tatsächlich immer noch überlegt, ob ich nicht bei der nächsten Wahl der Piratenpartei meine Stimme geben sollte. Ich halte das Thema Internet und Zensur (im allgemeinen) für so wichtig, dass ich mir vorstellen könnte, dafür auch eine Ein-Punkt-Partei ohne realistische Chance auf den Einzug ins Parlament zu wählen.

  2. Funktionäre einer Partei, die bereits ein echtes Problem mit einem Holocaust-Zweifler und -Relativierer in Amt und Würden hatten, sollten sich mit diesem Thema einmal näher beschäftigen. Wenn aber stattdessen ein stellvertretender Parteivorsitzender der „Jungen Freiheit“ ein Interview gibt, dann ist das das Gegenteil davon. Vor allem, wenn er danach noch naiv-offen bekennt, er habe die Zeitung überhaupt nicht gekannt. Selbst von Vertretern einer Ein-Punkt-Partei erwarte ich sowas wie eine gewisse Allgemeinbildung für das politische Alltagsgeschäft. Mal angenommen, so jemand kommt tatsächlich mit meiner Unterstützung ins Parlament – was kennt der denn noch alles nicht und sagt hinterher, sorry, wusste ich nicht.

  3. Wenn während der Autorisierung Zweifel an der Publikation aufkommen, dann ist es vielleicht für den zweiten Kassierer eines Karnickelzüchtervereins ok, einfach mal so zu entscheiden, was man jetzt macht. Aber als Parteifunktionär wäre es doch vielleicht ganz gut, spätestens in diesem Moment mal Leute zu fragen, die sich mit sowas auskennen. Hey, über dieses moderne Internet, Email, Chat, Twitter und so, damit soll man sogar unglaublich schnell kommunizieren können. Sagt man so.

  4. Gerade wer gerne verächtlich über die Generation der Internet-Ausdrucker spricht und sich lustig macht (oft zu Recht), sollte dafür sorgen, dass er sich bei Nicht-Internet-Themen nicht wie der letzte Depp benimmt.

  5. Und manchmal sind ja die Reaktionen nach einem Fehler die erhellendsten. Und während der Interviewte selbst ja wenigstens sagt, es sei ein Fehler gewesen und er würde es nicht wieder tun, gibt es wortgewaltige Reaktionen der Basis und Anhängerschaft, die es total richtig finden, mit allem und jedem zu reden. Die grundsätzlich finden, rechts und links gebe es eh nicht. Und dass diese ganze Kritik sowieso nur Teil einer gemeinen Kampagne der etablierten Offline-Parteien sei, die den inzwischen total beängstigenden Gegner „Piraten“ auf diese Weise klein kriegen wollen. Wagenburg-Mentalität at it’s best.

  6. Wahlentscheidungen treffe ich aber, wie viele andere auch, nicht nur anhand von konkreten Aussagen und Programmpunkten, sondern es geht auch um gesellschaftliche Grundüberzeugungen. Und während ich mich bei den Sachthemen bei den Piraten weitgehend wiederfinde, trifft das für diesen wichtigen Bereich eben nicht zu.

  7. Man darf einen Fehler machen. Man darf sogar zwei Fehler machen. Aber nicht den gleichen Fehler in so kurzem Abstand hintereinander.

Obamania

Ja, 250.000 oder so haben heute die Rede von Barack Obama in Berlin live verfolgt. Ich war in der Zeit im Auto. Und kein einziger Radiosender, den ich versucht habe, reinzukriegen, hat live berichtet. Hallo? Wofür brauchen wir denn dann Inforadio, wenn die nicht mal so’nen Event covern? Wie ist diese Gebührenwerbung immer: Sie haben ein Recht auf Information! Ja, prima, dann haben sie auch eine Pflicht zum Informieren.

Aber ansonsten ist die Obamania schon ein bisschen krass. Eben mal bei Twitter nach dem Stichwort „Obama“ gesucht und diesen Feed gefunden wie einem Link zur Seite MoveOn.org, wo es „Free Obama Buttons“ gibt:

Free Obama Button

Free Obama? Häh? Sitzt der im Knast? Mir fällt dazu „Free Nelson Mandela“ ein. Oder

Free Mumia

Free Mumia. Aber Free Obama?

Erst als ich genau hingeschaut habe, habe ich verstanden: Free ist hier im Sinne von free gemeint, also der Button kostet nix. Konnte ich ja nicht drauf kommen, ich dachte es geht um jeden Dollar, damit Obama auch alle Werbespots bezahlen kann.

Aber verdient hätte er die Wahl ja. Er kommt wirklich gut rüber – und für die Aktionäre wäre ein demokratischer Präsident auch besser, haben die Analysten der Helaba ausgerechnet. Denn unter Republikanern hat die Börse seit 1928 deutlich langsamer zugelegt als unter Demokraten. Und wenn ein Demokrat einen Republikaner im Weißen Haus abgelöst hat, dann zogen die Kurse immer besonders stark an.

Wer kann da also noch was dagegen haben? Wobei, beim Demokraten-Bedarf kann man immer noch „Hillary for President“-Banner kaufen.

Hillary for President

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