andreas streim

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Schlagwort: Sex

Ab jetzt ab 18

Diese Video, mit dem in Katalonien Werbung fürs Wählen – Wählen ist eine Freude/Lust! – gemacht wird, qualifiziert dann wohl dieses Blog auch für „Ab 18“ nach dem unsäglichen Jugendmedienstaatsvertrag, den nur noch die Linke in Berlin oder die Grünen in NRW stoppen können. Und beide vermutlich aus üblichen Opportunitätserwägungen nicht tun werden.

Aber es sollte ja jetzt hier um Sex gehen.

Ein Glück, dass Wählen doch anders ist. Zumindest fordert Thomas Knüwer uns auf, ab jetzt nicht bzw. ungültig zu wählen. Weil die Parteien es einfach nicht können.

Sex sells

Ich habe mich in der MAZ ja mal der Frage nach dem Sex-Business und den harten Zahlen gewidmet, aber so schön können wir Printjournalisten unsere Ergebnisse natürlich nicht darstellen:

Domina GmbH & Co. KG

Ein großes SM-Studio ist ja eigentlich auch nur ein kleines mittelständisches Unternehmen, das damit kämpft, das alles teurer wird, aber die Preise beim Kunden schwer zu erhöhen sind. Das es nicht leicht hat, qualifiziertes Personal zu finden – und das Mitglied in der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist und öfter mal Besuch vom Finanzamt bekommt.

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich für die „Märkische Allgemeine“ eine größere Geschichte über die Erotik-Branche geschrieben. Es war der Versuch herauszufinden, wie viel Geld eigentlich rund um Sex in Deutschland gemacht wird – und wer es macht. Das Ergebnis, die Seite 1 in unserer Beilage MAZ-spezial mit dem Titel „Nackte Zahlen“, war etwas ernüchternd. Wirklich recherchieren lässt sich das auf die Schnelle nicht, man kann nur ein paar Schlaglichter auf das Thema werfen.

Bei der Recherche hatte ich allerdings ein längeres Interview mit Sabine Meyer geführt, die als Lady Mercedes zusammen mit ihrer Partnerin das SM-Studio „Avalon“ in Berlin-Spandau betreibt. Im Text vorgekommen ist daraus, wie so oft, nur ein kleiner Teil. Beim Aufräumen habe ich kürzlich das komplett abgeschriebene Interview wiedergefunden und nach Rücksprache mit Frau Meyer darf ich es an dieser Stelle veröffentlichen. Ich finde es extrem interessant und es gibt eine Menge Einblick in eine Branche, die viele neugierig beäugen – aber nur aus sicherer Entfernung. Und ohne dass sie es je zugeben würden.

Es ist eine Materialschlacht geworden

Betreiberin eines SM-Studios – da denkt man an ein dickes Bankkonto, den Porsche vor der Tür und ein finanziell ausgesorgtes Leben.

Sabine MeyerSabine Meyer: Unsere Stundenpreise liegen bei 220 Euro. Das klingt erstmal so, als ob hier wahnsinniges Geld verdient wird. Aber wir müssen einen enormen Aufwand betreiben, um Menschen mit diesen anderen Fantasien einen Rahmen zu bieten, in dem sie sich aufgehoben fühlen. Da fließt wirklich viel Geld hinein. Um das mal deutlich zu machen: Das fängt schon damit an, dass es warm sein muss, dazu sind 400 Quadratmeter zu heizen. Und dann kommt ja auch nicht jede Stunde ein Gast.

Wenn schon dieses Klischee nicht stimmt, fangen wir doch vorne an. Wie wird man denn Studio-Betreiberin?

Meyer: Man muss eine Veranlagung dazu haben. Man muss eine Liebe zu SM haben, man muss das auf jeden Fall mögen. Man wird nicht einfach so SM-Studio-Betreiberin oder Domina. Wichtig ist auch, dass man diese Mode gerne mag. Und man muss auch bereit sein, sich in dieses Leben hineinfallen zu lassen. Man ist ja nicht in einer festen Arbeitssituation, man muss sich um alles selber kümmern.

Was heißt das praktisch?

Meyer: Zunächst fängt es an mit einer Neigung. Dann geht es damit weiter, dass man sich ein vernünftiges Studio sucht – so wie unseres – und sagt, ich möchte das lernen. Dann lernt man das und dann bekommt man schon mit, durch Feedback von Gästen und Kolleginnen, ob man ambitioniert ist oder nicht. Erst wenn man eine solche Ausbildung bekommen hat und damit fertig ist, dann kann man hier einsteigen. Weiterlesen

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