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Der wahre Anlagetipp

Vor fünf Jahren habe ich in der MAZ einen Anlagetipp eine Glosse geschrieben, die sich mit der Frage beschäftigt, womit man sein Geld am schnellsten vermehren kann. Interessant, dass sich daran eigentlich nix geändert hat. Also außer an gestiegenen Preisen.

soll & haben

Der wahre Anlagetipp

Andreas Streim hat eine todsichere Investition für grenzenlose Rendite entdeckt

Wir befinden uns hier ja auf der Wirtschaftsseite und da soll es heute mal um das große Geld gehen. Wie machen? Apple gründen (zu spät), Heroin verkaufen (zu riskant) oder mit Griechenlandanleihen spekulieren (moralisch verwerflich)? Bleibt also nur: Parkhäuser betreiben.Zum Beispiel am Flughafen Tegel. Vier Euro kostet die Stunde. Oder man zahlt nur 2,50 Euro auf dem Parkdeck – aber alle 15 Minuten. Macht zehn Euro für eine Stunde – oder zwei Flugtickets nach irgendwo beim Billigflieger. Der Berliner Hauptbahnhof hat die Lockvogel-Masche drauf. 15 Minuten sind umsonst – dann werden 2,50 Euro pro Stunde fällig. Nur haben die Architekten das Gebäude so entworfen, dass man nie, nie, nie in einer Viertelstunde vom Auto zum Bahnsteig und zurück kommen kann. Da sind ungezählte Rolltreppen und langsame Aufzüge davor und weil alles gleich aussieht, verläuft man sich sowieso dreimal. Die stecken doch alle unter einer Decke! Wenn die Durchsage kommt „trifft 70 Minuten verspätet ein“, dann wird Bedauern geheuchelt, aber in Wahrheit klingelt die Kasse. Und die Parkhausmafia macht bestimmt Halbe-Halbe mit den Verspätungsbesorgern. Was also ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung eines Parkhauses?

Dieser Artikel von Andreas Streim erschien am 08.10.2011 in der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“. 

Marianne Fritzen

Eben noch vor dem Schlafengehen kurz die Social-Media-Kanäle abgesurft. Dort finde ich den unscheinbaren Hinweis, dass Marianne Fritzen gestorben ist.  Marianne Fritzen ist eine Ikone des Akw-Widerstandes, ihr Name verbunden mit dem Wendland. Ein langes, lesenswertes Portrait dazu gibt es bei der „taz“.

Eine persönliche Erinnerung habe ich auch an Marianne Fritzen. 1999 hatte ich als Volontär bei der „Märkischen Allgemeinen“ begonnen und eine unserer Stationen war das Ressort „Die Märkische“. Dort durften wir uns an langen Stücken au sprobieren, zum Beispiel eine Reportage im Führerhaus eines Binnenschiffers schreiben, der über brandenburgische Gewässer schippert. Und man konnte eigene Themen vorschlagen, die, das waren Zeiten, eigentlich immer mit einem „mach das mal“ quittiert wurden.

Und so habe ich im Ende Oktober, Angang November einen Text über den Anti-Atom-Widerstand im Wendland recherchiert und geschrieben. Natürlich bin ich hingefahren und habe im Vorfeld einen Interviewtermin mit jemandem von der Bürgerinitiative vor Ort ausgemacht. Ich fühlte mich wahnsinnig gut informiert und schlau und habe mich, nun ja, schlecht vorbereitet. Und dann war ich bei Marianne Fritzen zu Hause und habe mir von ihr erzählen lassen und viel zu wenig und viel zu blödes Zeug gefragt.

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Tote Kängurus klicken besser als der Job-Verlust

Ich habe heute im Radio gehört, dass Bombardier in Hennigsdorf mehrere hundert Stellen streichen will. Das hat mich interessiert, ja, es hat mich betroffen gemacht. Als langjähriger Journalist in der damals noch vorhandenen Wirtschaftsredaktion der „Märkischen Allgemeinen“ war Bombardier im Norden von Berlin als einer der wichtigen Arbeitgeber im Land ein bedeutender Gegenstand der Berichterstattung. An so einem Unternehmen hängen viele Arbeitsplätze, direkt im Unternehmen, indirekt bei Zulieferern. Aber in so einem Unternehmen werden auch immer wieder tolle Innovationen entwickelt, Projekte gestartet, arbeiten interessante Leute.

Weil ich also gehört hatte, dass dort so viele Job verloren gehen werden, wollte ich mich heute Abend dazu mal genauer informieren. Und wo tut man das? Natürlich beim Online-Auftritt der Regionalzeitung vor Ort. Was ich dort gefunden habe, hat mich dann aber überrascht. (Würde meine alte Zeitung in ihrer neuen Art vermutlich teasern vor diesem Link zum Weiterlesen.)

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Sadomaso-Fantasien in der Redaktionsstube – oder: Qualitätsjournalismus (373)

Früher war die MAZ ja eine manchmal ein bisschen verschnarchte, irgendwie aber doch liebenswerte Regionalzeitung. Irgendwann änderte sich dann eine ganze Menge und statt einer täglichen 3/4-Seite über die neuesten Querelen innerhalb der CDU-Fraktion oder einer manchmal vielleicht zu ausführlichen Berichterstattung über eine neue Konjunkturumfrage der IHK gab es dann ganzseitige Serien über den schönsten Hund Brandenburgs. Weniger FAZ, mehr Ostseezeitung – so die Devise. Statt regelmäßig knapp 2% Auflagenverlust wurde die Parole „nicht turn around, aber doch schwarze Null“ ausgegeben.

Nun, die Realität sieht anders aus. In Zahlen zuletzt: minus 4,9.

Und Qualitätsjournalismus liest sich jetzt wie dirket aus der Sat1-Pressestelle. Und vor allem klickoptimiertbar und, ähem, verrucht.

„Sadomaso bei Newtopia“

Zwist und Zärtlichkeiten

Keine Angst, es muss niemand auf den Artikel klicken. Habe ich natürlich gleich gemacht. Da steht dann:

Keine Angst, die SM-Praktiken spuken den Pionieren zwar durch den Kopf, zu sehen ist aber nichts – dabei ist die Serie für manche Zuschauer sicher Folter genug.

Dann hätten wir das auch geklärt. Oder wie ich in meinem Volontariat mal gelernt habe: Man kann zwar Überschriften machen, die den Leser in die Irre führen. Der findet das aber in der Regel nicht besonders gut, veralbert zu werden.

ALS ohne Eis und Eimer

Seitdem die IceBucketChallenge die Runde macht, wollte ich mal den Artikel aus meinem Archiv herauskramen, den ich 2006 in der „Märkischen Allgemeinen“ über Birger Westphal geschrieben habe. Damals habe ich zum ersten Mal etwas von der Krankheit ALS erfahren. Vielleicht ist es ein passender Zeitpunkt, den Text noch einmal hervorzuholen.

Beschäftigung ist ein Stück Lebensqualität Birger Westphal leidet unter der seltenen Krankheit ALS /Dank der Hilfe seines Arbeitgebers kann er trotz der Einschränkung einer Tätigkeit nachgehen MAZANDREAS STREIM POTSDAM Allein kann Birger Westphal nicht in den Besprechungsraum kommen. Seine Pflegerin muss ihn mit dem Rollstuhl hereinschieben. Fürsorglich richtet sie den Stuhl so aus, dass er seinem Gegenüber ins Gesicht sehen kann. Beine, Hände, den Kopf – Birger Westphals Muskeln gehorchen ihm nicht. Zu seinem Kehlkopf führt ein Plastikschlauch, das rhythmische Schnaufen eines Beatmungsgeräts ist zu hören. „Wenn ich erzähle, dass ich arbeiten gehe, glaubt mir das keiner“, sagt der 50-Jährige und lächelt.Doch „dass ich diese Arbeit habe, das ist ein Stück Lebensqualität“, betont er. Dafür sei er seiner Firma, der Assa Abloy Sicherheitstechnik GmbH in Berlin, sehr dankbar. Seit 30 Jahren arbeitet er in dem Betrieb, der früher Ikon hieß. Bis Mai vergangenen Jahres leitete der Potsdamer die Abteilung Produktion und Logistik bei dem Schließsystemhersteller. Dann wurde seine Krankheit immer schlimmer, er musste kündigen. „Ich musste mich den Realitäten stellen“, sagt Westphal dazu lapidar. Die Realität heißt „Amytrophe Lateralsklerose“ (ALS). Eine sehr seltene Krankheit, unheilbar und tödlich. Die Nervenzellen sterben ab, ohne Befehle verkümmern die Muskeln. Irgendwann setzt dann die Atmung aus. Vor etwas mehr als zwei Jahren, als die Krankheit zunächst nur seine Hände befallen hatte, kaufte ihm die Firma, die in Berlin 530 Leute beschäftigt, bereits einen Sprachcomputer und ließ ihn zur Arbeit abholen. Damals berichtete die MAZ schon einmal über Birger Westphal, weil seine Krankenkasse ihm die Einstufung in die Pflegestufe II verweigerte – bis zu dem Artikel. Pflege und Arbeit, das passte für die Kasse nicht zusammen. Für Birger Westphal gehört das dagegen zusammen: „Als ich nach meinem Ausscheiden und einer Operation fast ein Jahr zu Hause bleiben musste, das war so fürchterlich.“ Er wäre ohne Arbeit längst verzweifelt, meint er: „Das Fernsehprogramm ist einfach schrecklich.“ Der Weg zurück in den Job klingt dabei wie ein Märchen. „Ich wollte meine alten Kollegen besuchen“, erzählt er. Seine Pflegerin begleitete ihn Anfang dieses Jahres in die Firma. Auch sein alter Chef, Werksleiter Holger Ritz, nahm sich Zeit. Und da sagte Westphal diesen Satz: „Es sei denn, sie haben noch Verwendung für mich.“ Ritz erinnert sich genau daran. Er zögerte einen Moment – und sagte dann: „Ich weiß da was.“ Ein paar Telefonate und eine knappe halbe Stunde später stand fest, dass Westphal künftig einen Beratervertrag von Assa Abloy in der Tasche hat. Und die Krankheit? „Es geht um das, was im Kopf ist“, sagt Ritz.Drei Tage in der Woche fährt Westphal seitdem mit dem Taxi von Potsdam nach Berlin-Zehlendorf. „Die Firma bezahlt die Anreise“, so Westphal, und ihm selbst 350 Euro im Monat. So viel darf er zu seiner Rente dazu verdienen. Er betreut unter anderem ein Kaizen-Projekt, bei dem er regelmäßig mit Beschäftigten der Produktion über ihre Arbeit und mögliche Verbesserungen der Abläufe spricht. Außerdem kümmert er sich gerade um die Anregung eines Mitarbeiters, wie die Schlösserproduktion vereinfacht werden könnte. Er klärt Patentfragen, Maschinenumrüstung, Standorte. „Keine Aufgaben aus dem Tagesgeschäft“, sagt Ritz, aber für das Unternehmen wichtig und „keinesfalls Beschäftigungstherapie“.Für Westphal zählen vor allem das Gefühl, gebraucht zu werden, und der soziale Kontakt. Er weiß, dass er Glück im Unglück hat. Kürzlich traf er einen Mann, dessen Frau auch an ALS erkrankt ist. Seit Jahren liegt diese nur im Bett, weil keine Pflegekräfte rund um die Uhr bezahlt werden. „Eine schreckliche Vorstellung“, sagt Westphal. „So lange ich kriechen kann, krieche ich in die Arbeit.“

Drei Jahre später habe ich Birger Westphal noch einmal getroffen: Weiterlesen

Eine Timeline zum #BER

Ich hatte vor ziemlich genau einem Jahr einmal einen Beitrag geschrieben, was man mit dem Timeline-Tool Timeline so machen kann. Damals hatte ich damit herumgespielt, um eine Chronologie zur Eröffnung des neuen Großflughafens BER in Schönefeld für die „Märkische Allgemeine“ zu erstellen.

Nun, der Flughafen ist ja dann nicht eröffnet worden, erstmal. Aber die Timeline mit den Daten ist nun doch noch online gegangen. (Nachtrag 8.10.2013: Leider führt der Link jetzt zu einer MAZ-BIldergalerie, die Timeline wurde wohl im Zuge des Relaunch wie fast alle alten Artikel entsorgt). Sie ist jetzt optisch sicher nicht super beeindruckend, aber ich freue mich, dass die inzwischen von den Kollegen fleißig ergänzte Arbeit doch noch ihren Weg ins Netz gefunden hat:

BER-Timeline

BER-Timeline

Making of … Windräder in Brandenburg

Am vergangenen Donnerstag habe ich in der „Märkischen Allgemeinen“ auf der Wissenschaft&Technik-Seite einen Artikel darüber veröffentlicht, wo in Brandenburg die Windräder stehen und gleichzeitig beschrieben, wie wir aus öffentlich zugänglichen Daten die Visualierung vorgenommen haben.

Der Artikel beschreibt bereits einen Großteil der Arbeit. Hier noch einmal in der Übersicht und mit etwas mehr Hintergrund:

Die Anleitung

  • Am Anfang stand die Idee: Ein Kollege hat bei Recherchen für Erneuerbare Energien festgestellt, dass der ostdeutsche Stromnetzbetreiber 50Hertz die Daten für alle nach dem EEG geförderten Anlagen zum Download bereithält. Diese unübersichtlichen Datenblätter in etwas zu verwandeln, was sich auf einen Blick wahrnehmen lässt, war das Ziel.
  • Nachdem die Daten für die Windräder in Brandenburg runtergeladen waren, mussten die Angaben für eine Geokodierung aufbereitet werden. Ein erster Versuch, die List einfach in Google Fusion Tables zu laden und dort die Berechnung durchzuführen, war wenig erfolgreich. Die Adressangaben sind für Google Maps ungeeinget, da meistens keine Straße und Hausnummer angegeben ist, sondern ein Flurstück oder vage Bezeichnungen wie „An der B105“.
  • Wir haben uns daraufhin als Ziel gesetzt, die Windräder orts- bzw. ortsteilgenau auf die Karte einzuzeichnen, also nicht den exakten Standort des Windrads zu nehmen.
  • Auch dieser zweite Versuch scheiterte in Google Fusion Tables. Der Grund: Gibt es mehrere Einträge am selben Ort, so werden diese übereinander eingezeichnet, aber nur der letzte Eintrag ist überhaupt sichtbar und lässt sich anklicken.
  • Die erste Idee war dann, mit einem kleinen Programm die Daten zu durchforsten und eine Anzahl für jeden Ort zu berechnen, also z.B. dass in Ort ABC genau 22 Windräder stehen und entsprechend unterschiedliche Marker für bestimmte Anzahlen in die Karte einzutragen. Das Programm hat die Original-CSV-Datei eingelesen, bearbeitet und die für die Darstellung notwendigen Daten in eine neue CSV-Datei geschrieben.
  • Das von mir geschriebene Programm (in Python) hat soweit funktioniert, aber leider ergab sich daraus ein Nachteil: Obwohl in den Originaldaten das Jahr der Inbetriebnahme eingetragen war, hätte man auf diese Weise nicht eine Karte zum Stand von z.B. 2005 machen können, da die Zählung ja über die Gesamtdaten gelaufen ist und der Marker damit festgelegt war.
  • Die nächste, und letztlich umgesetzte Idee war dann, die Windräder doch einzeln zu betrachten – indem jedes um eine Winzigkeit auf der Karte versetzt eingezeichnet wird. Dazu wurde das Pyhton-Programm angepasst und hat die Anlagen sternförmig um den jeweiligen Ort- bzw. Ortsteil-Kern angeordnet.
  • Für die Geokodierung wurde jetzt nicht mehr Fusion Tables selbst genutzt, sondern die Google-API aus dem Pyhton-Programm heraus. Der Vorteil: Man erhält alle möglichen Treffer und m.E. bessere Ergebnisse.
  • Mit Hilfe der Filter-Funktion in Fusion Tables kann man nun die Ausgabe auf alle Anlagen beschränken, die z.B. im Jahr 2005 schon da waren. Oder 2006. 2007. Etc. Dadurch ergibt sich eine Übersicht über die Entwicklung der Anlagen:
  • Mit der Share-Funktion von Google Fusion Tables wurde die endgültige Karte freigegeben, die dann so aussieht.
  • Weil die Daten dann bereits maschinenlesbar aufbereitet vorliegen, habe ich mit einem weiteren Programm Auswertung vorgenommen, z.B. Wie viele Windräder sind jedes Jahr hinzugekommen? Wie ist die Gesamtleistung gewachsen? Das sind wenige Zeilen Programmcode – und dank der Google Chart API lassen sich diese Ergebnisse ebenfalls mit wenigen Zeilen in kleine Grafiken übersetzen: Windärder in BrandenburgWindräder in Brandenburg

Feedback

Neben freundlichem Feedback habe ich auch Kritik von echten Kartographen der Universität Potsdam bekommen. Zum einen würden einzelne Windanlagen fehlen (was wir noch nicht verifizieren konnten und ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, da die Daten des Netzbetreibers eigentlich vollständig sein sollten). Zum anderen sei die Art der Visualisierung auf einer Karte problematisch. Der Nutzer würde z.B. an einem bestimmten Ort eine Windanlage suchen, nicht im Ortskern des jeweiligen Ortes (wo wir sie wegen der limitieren Adressdaten, s.o., eintragen). Der zweite Einwand ist sicherlich korrekt, aber uns ging es darum, bestimmte Muster zu zeigen und aus einem unübersichtlichen Datensatz Erkenntnisse zu gewinnen. Ich denke, das ist gelungen.

Elfeinhalb Jahre, ein Bild

Seit 1999 arbeite ich – mit einer kurzen Unterbrechung – bei der „Märkischen Allgemeinen“ (MAZ) in Potsdam. Die vergangenen Jahre lag bei mir immer ein riesiger Zeitungsstapel in der Wohnung. In den Ausgaben waren Artikel von mir, die ich unbedingt noch ausschneiden musste, um sie dann wieder auf Papier zu kleben und in Ordner abzuheften. Um das aufzubewahren, was man tagein, tagaus an doch sehr vergänglichem Tageszeitungsjournalismus schafft.

Gestern habe ich den großen Papierstapel weggeworfen.

Seit Sommer 2001 hat die MAZ nämlich ein elektronisches Archiv – und ich habe mir jetzt alle meine Artikel auf meine Festplatte heruntergeladen. (Das ist nicht ganz so einfach wie es klingt, weil mein Autorenkürzel „ast“ als „Ast“ in vielen Texten vorkommt, die mit mir nichts zu tun haben. Aber mit ein bisschen Logik, sogenannten regulären Ausdrücken, und der Programmiersprache Python kein unüberwindbares Hindernis. Ein wirklich guter Grund, warum Journalisten programmieren können sollten.)

Und wenn man dann seine ganzen Texte digital vor sich liegen hat, dann kann man plötzlich Fragen beantworten, die einen Journalisten immer umtreiben:

Was schreib ich denn eigentlich so?

Oder in diesem Fall: Was schreibe ich denn eigentlich am meisten?

Dazu habe ich alle meine Texte in einen großen Text gekippt (bzw. ein dafür geschriebenes Programm hat das gemacht) und diesen dann bei Wordle in eine Wortwolke umwandeln lassen.

Die am häufigsten benutzten Worten mit Ausnahme von Standard-Wörtern der deutschen Sprache wie „und“, „auf“, „im“ etc. pp. werden dabei in einer Grafik dargestellt. Je größer das Wort, desto häufiger ist es im Vergleich zu den anderen benutzt worden. Und so sieht die Wortwolke meiner MAZ-Artikel von Sommer 2001 bis heute aus:

Für einen Wirtschaftsredakteur ist das Wort „Prozent“ (dicht gefolgt von Euro) als am häufigsten benutztes vielleicht nicht so ungewöhnlich, ich hätte aber vorher nicht darauf getippt.

Mal sehen, was sich mit dem digitalen Datenschatz an Artikeln sonst noch so anstellen lässt, in den nächsten Tagen und Wochen.

[Update 23.30 Uhr: Durch eine technische Panne (naja, einen Fehler im Programm) wurden beim ersten Wordle nur etwa drei Viertel der Artikel berücksichtigt. Jetzt sind es alle.]

[Update 6.4.2012: So, nochmal die Datenbasis überarbeitet und das Wordle neu erzeugt.]

Auf der anderen Seite

Journalisten schreiben in der Regel nicht über sich selbst, sondern über andere. Wirtschaftsjournalisten wie ich schreiben oft über Firmen. Produkte, Entwicklungen, Veränderungen – aber auch Übernahmen.

Ein bisschen merkwürdig ist es, wenn man sich plötzlich auf der anderen Seite wiederfindet. Und der Branchendienst kress berichtet:

kress: FAZ will "Märkische Allgemeine" verkaufen

kress: FAZ will "Märkische Allgemeine" verkaufen

Immer Ärger mit dem Geld

Es ist schon irgendwie ungerecht. Da schränken die Brandenburger sich im bundesweiten Vergleich am stärksten ein und reduzieren ihren Konsum, aber auf dem Sparkonto sind sie verglichen etwa mit Hessen oder Hamburgern immer noch arm wie Kirchenmäuse. Das sagen zumindest Studien anlässlich des etwas in die Jahre gekommenen „Weltspartages“ am kommenden Freitag.

Und wer als Kunde der Deutschen Bank gerade mal auf Geld wartet, das nicht auf dem Konto ankommt, obwohl der andere es überwiesen hat, der sollte mal die Bankverbindung prüfen. Denn seit 1. Oktober ist das Geldhaus etwas pingeliger, was die Korrektheit der Angaben angeht – sonst geht das Geld einfach ruckzuck wieder zurück zum Absender.

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