andreas streim

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Schlagwort: Programmieren

Wir basteln uns einen RSS-Feed

Es kommt immer mal wieder vor, dass eine Seite, auf der regelmäßige Infos veröffentlicht werden, über keinen RSS-Feed verfügt. Das kann viele Gründe haben, manchmal sind die Wege des eingesetzten CMS einfach unergründlich.

Man kann sich aber von fast jeder Seite zum Glück selbst einen RSS-Feed basteln – mit etwas Python, mehr braucht es dazu nicht. (Erwähnte ich schon einmal dass ich der Meinung bin, dass jeder Programmieren können sollte, um solche Probleme für den Hausgebrauch zu lösen?).

Das dauert keine Stunde – und wenn man es hier nachliest vielleicht auch nur 20 Minuten.

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Der Westernheld auf meiner Festplatte

Ich bin ja ein großer Anhänger der These, dass jeder Programmieren können sollte. Weil man so besser die Welt um einen herum verstehen kann (die von Algorithmen geprägt ist) und weil man sich selbst ganz oft ganz viel Arbeit abnehmen kann. Indem man mal schnell ein kleines Programm schreibt, das ein Problem viel besser und effizienter löst als Handarbeit oder irgendwelche fertigen Programme von der Stange. Dabei bin ich ein großer Fan von Python. Eine wunderbar simple Programmiersprache, mit der man rasch mal was hinschludern kann, was einfach funktioniert, oder mit der man auch wirklich schön und elegant am Code feilen kann. Dann hat man ein paar handliche Skripte, die eine unglaublich tolle Datenbank füttern – und dann? Wie kann man sich diese Daten in der Datenbank am besten anschauen, wie kann man etwas damit machen? Früher wäre die Antwort klar gewesen. Man braucht eine Bedieneroberfläche, also ein Programm, das auf dem eigenen Rechner läuft und einem die Daten anzeigt. Früher. Heute ist ja alles Web. Und was liegt näher, die ganze Datenausgabe und Datenverwertung in eine Weboberfläche zu verlagern? Eben. Nix. Deshalb wohnt seit diesem Wochenende ein echter Westernheld auf meiner Festplatte.

Ich habe mir Django installiert. Das Tolle daran: Innerhalb von nicht mal 30 Minuten hatte ich meine erste kleine Webanwendung geschrieben. Zugegeben, noch längst nicht die Oberfläche, die mal über meinen eigenen Daten liegen soll, aber klar ist: So einfach kann es sein, nicht einfach nur eine Website zu erstellen, sondern eine echte Webanwendung. Wer sich selbst mit ein bisschen Python-Grundkenntnissen Django beibringen will, dem lege ich das Buch „Hellowebapp“ ans Herz. Ich habe mir für ein bisschen mehr als 13 Euro die Ebook-Version gekauft. Sicher, es gibt viele Tutorien im Netz, aber keines davon hat mir den einfachen Start so schmackhaft gemacht wie dieses Buch. Es erläutert sicher bei Weitem nicht alle Möglichkeiten, alle Variationen, sondern es führt Schritt für Schritt zu einer eigenen Webapp, die einen vorher klar definierten Funktionsumfang hat. Und, ja, mir gefällt Django. Und, ja, der Kerl geht mir auch schon auf die Nerven. Weil zum Beispiel das Weiterbenutzen einer bereits bestehenden Datenbank nicht so simpel ist, wie es sein sollte. Hätte ich nicht so viel Respekt vor dem Westernheld hätte ich ihn vielleicht auch in den vergangenen zwei Tagen aus Frust schon mal kurz abgeknallt. Aber Frust, hey, das gehört zum Programmieren dazu. Das ist ja das Schöne an der Sache. Auf Probleme stoßen, daran (fast) Verzweifeln und sie schließlich lösen. Oder für alle die, die sich das nicht vorstellen können: Wie ein Sudoku fertigstellen – nur viel besser.

Lernt Python statt Latein!

Smartphones gehören für Kinder zum Alltag. Mehr als 80 Prozent von ihnen nutzen die Geräte. Damit unterscheiden sie sich wenig von den Erwachsenen. Und 9 von 10 Schülern bringen ihr Handy auch mit in die Schule, unter anderem zum Musik hören, um Tafelbilder abzufotografieren und (jeder zehnte) auch zum Spicken.

Nicht nur in in der Schule stoßen da Welten aufeinander, die Kids mit Hightech und doch noch viele Lehrer, die damit eher wenig anfangen können. Die ehrwürdige FAZ findet das alles auch ein wenig befremdlich, so befremdlich wie andere Menschen die ironiefreie Verwendung des Wortes „Schulhaus“.

Aber das alles ist nur die Spitze des Eisberges. Die Ausstattung der Schulen mit IT ist hierzulande erbärmlich. Ja, es gibt fast überall PCs, aber bei modernen Digitalgeräten wie Tablet oder E-Book-Reader sieht es tieftraurig aus. Und genutzt werden selbst die Geräte, die vorhanden sind, so viel seltener als die Fotokopie. Das haben zwei umfangreiche repräsentative Schüler- und Lehrerbefragungen ergeben, die ich beim BITKOM mit konzipiert habe, und die heute als zusammengefasster Studienbericht veröffentlicht wurden [Download kostenlos].

Kinder, lernt das lesen

Kinder, lernt das lesen

Was kann man daraus lernen? Das Schüler im Jahr 2015 in der Schule lieber eine Programmiersprache wie Java oder PHP lernen sollten anstatt Latein. Das sagt BITKOM-Vizepräsident und Arvato-Chef Achim Berg. Und damit spricht er mir aus dem Herzen – auch wenn ich persönlich für Python plädieren würde. Ich wünsche mir, dass meine Kinder in ihrer Schulkarriere in einem Pflichtfach Informatik eine solche Sprache des Digitalzeitalters vermittelt bekommen. Und bitte nicht adäquat zur PC-Ausstattung mancher Schulen Turbo Pascal. Wobei das immer noch besser wäre als nix.

Happy Birthday, Turbo Pascal!

Heute vor 30 Jahren wurde die erste Version von Turbo Pascal veröffentlicht. Daran erinnert heise heute dankenswerterweise. Nach Basic war das die erste richtige Programmiersprache die ich lernen durfte, was mir dann im Informatik-Unterricht ab der Klasse 11 – ja, das gab’s danmals schon, liebe Kinder – durchgängig gute Noten bescherte.

Irgendwo auf den verbliebenen Disketten, die in einer Schublade bei mir liegen und auf denen, vermutlich, nichts Lesbares mehr drauf ist, haben sich einst unter anderem meine Quellcodes für ein wirklich tolles Assembler-Lernprogramm, einen Vokabeltrainer und eine Voice-Mailbox-Software mit Spracherkennung für das ZyXEL-Modem, die leider nie so ganz funktioniert hat, befunden. Und da darf man ja ruhig mal ein bisschen nostalgisch werden.

Amy ist 13 – und programmiert

Nicht nur, dass die 13-jährige Amy einen tollen Vortrag hält, sie erklärt noch dazu, warum sie gerne programiert:

I enjoy programming, because although sometimes it may be hard, that once you do get the program to work, you fell really happy. So I like that.

Hätte ich nicht besser sagen können. Also: Macht es wie Amy, lernt programmieren.

Lernt Programmieren!

Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber der Aufruf „Lernt Programmieren – oder ihr werdet programmiert“ erscheint mir plausibel. Wir hätten ja schließlich auch Sprechen gerlernt, nicht nur Verstehen. Und Schreiben, nicht nur Lesen.

Ich fühle mich eigentlich auch ganz wohl damit, dass es mir noch gelingt, für mein Handy selbst eine App zu schreiben oder ein kleines Tool für den PC, wenn es gerade nichts Fertiges gibt, das meinen Bedürfnissen genügt.

Früher war Informatik in der Schule das Lernen von Programmiersprachen (bei uns: Pascal). Wie ist das eigentlich heute?

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