andreas streim

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Schlagwort: Bitkom

Das staatstrojanische Gesetz

Wir sind wieder einen Schritt weiter beim Kampf gegen den Terror. Also wenn man der Großen Koalition im Bundestag glaubt. Denn die hat die Quellen-TKÜ beschlossen, also die Erlaubnis Schadsoftware zum Beispiel auf Smartphones zu installieren, um verschlüsselte Messenger-Kommunikation mitzulesen. Natürlich nur bei wirklich bösen Leuten.

Das regt mich kolossal auf – und zwar nicht nur beruflich, sondern auch ganz persönlich. Und zwar aus zwei Gründen.

Zum einen finde ich das Verfahren unwürdig. Die entscheidenden Änderungen wurden einfach in ein bestehendes Gesetzgebungsverfahren zu relativ banalen Änderungen der StPO eingebracht. Als staatstrojanisches Gesetz, sozusagen. Damit hat sich die Koalition elegant, aber nicht gerade demokratietheoretisch perfekt der leidigen öffentlichen Debatte und auch Anhörung von Verbänden und NGO entledigt.

Zum anderen hat mich das technische Unverständnis in der Debatte frustriert. Nur die Linke hat das grundsätzliche Problem thematisiert: Wer Schadsoftware installieren will, muss Sicherheitslücken in den Betriebssystemen kennen. Staatliche Stellen sollten aber solche Sicherheitslücken helfen zu schließen, damit die digitale Welt sicherer wird.

Genau das können sie nicht, wenn sie diese selbst nutzen wollen. Und die Sicherheitslücken werden auch Cyberkriminelle ausnutzen, dadurch sind wir alle bedroht. An diesem Problem kann man nichts ändern, wenn man einen Richtervorbehalt ins Gesetz schreibt oder die Anwendung auf bestimmte Straftaten beschränkt. Das ist ein grundsätzliches Problem, eine technische Notwendigkeit. In der Debatte haben die Politiker bis auf eine Ausnahme nicht den Eindruck vermittelt, dass sie das überhaupt erfasst haben.

Der Bitkom-Hauptgeschäftsführer hat das in der ZDF-„heute“-Sendung (bei Minute 7:08) prägnant zusammengefasst. Und das sage ich nicht nur, weil er mein Chef ist.

Bitte, bitte ein Fax

Als der Bitkom zur CeBIT in diesem Jahr eine Studie zum Stand der Digitalisierung in den deutschen Unternehmen durchgeführt hat, fand ich persönlich ja ein Ergebnis zum Thema Fax besonders überraschend:

Einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Bitkom zufolge nutzen acht von zehn deutschen Unternehmen (79 Prozent) häufig das Faxgerät zur internen oder externen Kommunikation, nur halb so viele (40 Prozent) setzen Online- oder Videokonferenzen ein und sogar nur 15 Prozent Soziale Netzwerke.

Also, ich meine, ich habe ja auch noch eine Faxnummer. Wenn da jemand was hinfaxt landet es im Computer. Wo sonst? Also man könnte auch direkt eine Mail schicken und das machen eigentlich auch alle. Ich glaube, privat habe ich seit zwei Jahren kein Fax mehr bekommen. Mindestens.

Aber ich weiß jetzt endlich auch, woher die Liebe vieler Unternehmer zur Faxkommunikation kommt. Es ist die Erinnerung an diesen Gassenhauer „Schick mir ein Fax (Bitte Bitte)“ aus den 80er Jahren, den dankenswerterweise radio eins ausgegraben hat:

Bitte ein Fax

Und das geht so:

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Gestatten, tendenz. @astreim tendenz.

Heute war ich auf dem 9. Nationalen IT-Gipfel. Eine spannende Veranstaltung für alle, die sich für die Digitalisierung unserer Gesellschaft interessieren. Aber darum soll es hier nicht gehen, sowas steht zum Beispiel hier.

IT-Gipfel 2015

Während der Veranstaltung habe ich einen Tweet verfasst, der wohl mein bisher erfolgreichster gewesen ist:

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Einer soll, einer ist

Eben – aus Gründen – mal „Bitkom“ bei Google gesucht. Noch auf der ersten Seite gibt es zwei Treffer direkt untereinander:

Dirks neuer Bitkom-Präsident

Ja, so ist das mit diesem Internet. Man sollte nie dem erstbesten Google-Treffer glauben, auf den man stößt. Gar nicht so selten liegt die Wahrheit nur einen Klick weiter.

München muss man lieben, in Berlin liebt man

Wir haben beim BITKOM gerade eine Umfrage unter mehr als 200 Start-up-Gründern gemacht und dabei unter anderem gefragt, aus welchen Gründen sie sich für den Standort ihres Start-ups entschieden haben. Vielleicht ein bisschen überraschend: Irgendwelche lokalen Förderprogramme, eine hohe Dichte an Investoren oder gar total unbürokratische Ämter mit Start-up-Lotsen hinter jedem „Hier eine Wartenummer ziehen“-Schalter spielen jetzt nicht so die zentrale Rolle. Sondern Gründer gründen vor allem da, wo sie sich persönlich wohl fühlen – sei es, weil es nahe an Familien und Freunden ist oder weil sie sich eine hohe Lebensqualität in der Stadt versprechen.

Warum sich Gründer für den Standort ihres Start-ups entscheidenDas ist so die allgemeine Aussage. Aber ein bisschen Klischee bestätigend wird es dann, wenn man schaut, was die Gründer in den drei Start-up-Hochburgen Berlin, Hamburg und München denn so gesagt haben. Der Berliner fand das Gründernetzwerk (kein Tag, an dem hier nicht drei Stammtische stattfinden oder man einem Multimillionen-Dollar-Investor beim Frühstück begegnen kann) und die allgemein hohe Lebensqualität (manche sprechen auch von Party) ganz bedeutend. Der Hamburger ist da ein bisschen nüchterner. Die Infrastruktur in der Hansestadt steht bei ihm ganz oben auf dem Zettel. Vielleicht ist’s ja der Hafen oder doch ein funktionierender Flughafen. Aber vielleicht ist damit ja auch gemeint, dass man nur so knapp 1 1/2 Stunden mit dem Zug bis Berlin braucht. Und der Münchener?

Nun ja, in München dominieren so eindeutig Nähe zu Familie und Freunden wie nirgendwo sonst. Erst mit richtig großem Abstand kommen dann Themen wie Infrastruktur (trotz des tollen Flughafens, der ja damals echt pünktlich fertig geworden ist). Und Lebensqualität – hä? – interessiert nur jeden zweiten Münchener Gründer irgendwie besonders. Man könnte auch sagen: Wer in München gründet, der tut’s weil er eh schon da ist, mit jemandem zusammen ist, der da ist, oder Familie hat, die da ist. Anders gesagt: München muss man lieben – in Berlin liebt man (Stichwort: Party!).

Wer würde nicht gerne Gründer sein?

Start-ups sind cool. Und Berlin ist die Hauptstadt der digitalen Gründerszene. Wer schon immer mal wissen wollte, wie diese Typen ticken und was die so den ganzen Tag machen, der sollte sich diesen Vortrag von Joel Kaczmarek, Chefredakteur von Gründerszene, anhören, den er auf dem BITKOM-Trendkongress am 27. November gehalten hat. Gut investierte 30 Minuten.

Leider funktioniert das Einbetten aktuell nicht, deshalb bitte hierhin weiter zu Youtube klicken.

Ansichtskarte 2.0

Ich habe dann mal dienstlich gebloggt – über eine Umfrage, dass 40 Prozent der Jüngeren Urlaubsgrüße über ein Soziales Netzwerk verschicken.

Hier geht’s zum BITKOM-Blog Digitale Welten.

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