In Vino veritas

Durch Zufall bin ich auf den 10-Punkte-Plan des amtierenden Trierer Universitätspräsidenten Prof. Dr. Michael Jäckel gestoßen, den dieser nach 100 Tagen im Amt verkündet hat.

Und was soll ich sagen – ich finde den einfach prima. Solche sachorientierten Uni-Vordenker hätten wir mal zu unserer Zeit gebraucht, da hätte es den einen oder anderen Studi-Streik sicher nicht gegeben.

Herr Jäckel fordert nämlich, last but not least,

10. Ein Weinberg für die Universität

Da merkt man eben doch die römische Tradition meines lieben Triers.

Prost!

Die Sparkasse weiß, was ihre Kunden brauchen. Nicht.

Ich hatte kürzlich meiner Verwunderung darüber Ausdruck verliehen, dass die Berliner Sparkasse ja gerne mit ihrer Filialdichte protzt und das Bankensystem sich die Bargeldversorgung der Bevölkerung auf die Fahnen geschrieben hat, aber man nur in ganz, ganz wenigen ausgewählten Sparkassengeschäftsstellen Bargeld in Form von Münzen ausgezahlt bekommt.

Es wird aber noch besser. Man bekommt es nämlich nicht. Zumindest eigentlich.

Denn beim Besuch der beim ersten fehlgeschlagenen Besuch empfohlenen Filiale der Sparkasse wurde der Wunsch nach Münzgeld abschlägig beschieden. Das gibt es nämlich nur, Tusch!, für Geschäftskunden. Privatkunden, so die Auskunft, brauchen keine Münzen.

Brauchen keine Münzen!

Ein Dienstleister, der mir erklärt, was ich brauche. Und auch dann, wenn ich es trotzdem will, darauf beharrt, dass das nicht geht. Nicht vorgsehen ist. Basta. So eine Haltung kann sich vielleicht Apple leisten, aber die designen ihre Shops auch schöner als die Läden mit dem roten S, also kein Vergleich. Aber jeder andere?

Der würde halt eine Gebühr verlangen und sagen, na, wenn sie unbedingt wollen… Wobei ich eine Gebühr für die Ausgabe für Münzen auch für unverschämt hielte, hallo, eine Tankstelle verlangt doch auch kein zusätzliches Geld neben dem Spritpreis für die Abgabe von Benzin. Oder staffelt den Super-Preis nach Abgabemenge. Und kleine Mengen nur für Geschäftskunden. Oder so.

Wir haben schon überlegt, ob in der Menge an Automatencasinos, die hier wie Pilze aus dem Boden sprießen, Scheine in Münzen gewechselt werden. Dann könnten wir diese Form des Bankgeschäfts dort erledigen – man wird ja hoffentlich nicht am Ausgang zum Rücktausch des nicht verspielten Geldes gezwungen. Nein, kaum, die Hallen werden ja nicht von der Sparkasse betrieben. Die würde auf so eine Idee kommen.

Am Ende gab es übrigens ein Happy End. Weil die Schalterbeamtindame eine Ausnahme machte, nach tränenreicher Schilderung des Grundes des Wunsches nach Münzgeld. Der offenbar als ausreichend betrachtet wurde. Nur: ob man bei einer Kollegin bei einem nächsten Mal auch eine Ausnahme gemacht bekommt?

Also, liebe Sparkasse, falls Du das hier liest, fass Dir doch ein Herz und denk Dir was aus, wie auch normale Menschen mal an ein paar Münzen kommen. Wenn sie wollen. Auch wenn Du das nicht verstehen kanns.

You are why I wake up

Ich bin ja einige Jahre mit einem echten Star in die selbe Klasse gegangen :-) Frank Dellé – damals noch ganz profan: Delle – von Seeed war schon damals ein echter Sonnenschein und einfach ein total netter Kerl.

Das Lied hier hat er mir an meine Facebook-Wall unter das Foto meines Sohnes gepinnt. Er hat es für seine Tochter geschrieben. Und, hey, das muss hier einfach hin:

Sie wollen Geld? Doch nicht bei der Sparkasse

Ich habe hier an dieser Stelle ja schon hin und wieder meine Verwunderung über die Geschäftspraktiken der Berliner Sparkasse geäußert, etwa über Kreditwerbung oder Girokontenpreismodelle, . Sicher sind andere Banken auch nicht besser – nur bin ich bei denen halt nicht Kunde.

Jetzt wollten wir von der Berliner Sparkasse das, was wir bislang als ihr Kerngeschäft gehalten haben: Geld. Also nicht einen Kredit. Den würden wir, glaubt man der Werbung und unser sicherlich vorhandenen Bonität, wahrscheinlich binnen Minuten in jedem Kundencenter erhalten. Nein, wir wollten unser eigenes Geld. Dummerweise aber nicht mal einen Fünfziger oder zwei aus dem Geldautomaten, sondern Kleingeld. Münzgeld. Wechselgeld.

Auch keine Unsummen, so 100 Euro. Nicht in kleinen Scheinen, sondern eben in Münzen.

Nur: Sowas gibt es bei einer Sparkasse nicht mehr. Das Institut, das als Geschäftsbank schließlich die Aufgabe der Bargeldversorgung der Bevölkerung hat, findet das… lästig. Und was macht man in solchen Fällen? Man macht es dem Kunden schwer.

Denn natürlich kann man auch bei der Berliner Sparkasse Hartgeld bekommen. In genau drei Filialen, wie die Kundenberaterin erklärt. Bei drei Filialen also, bei dem Institut, das so gerne damit protzt, dass es mehr Standorte als jeder andere in der Hauptstadt hat.

Vermutlich kann ich aber in jeder Niederlassung provisionsgetriebene Versicherungen und Verträge abschließen und praktisch jeder bekommt sofort einen Kredit nachgeworfen für ein bisschen Konsum. Vor dem Fest, nach dem Fest oder auch zwischen dem Fest. Denn daran verdient man ja richtig. Aber das unbequeme Kerngeschäft mit dem echten Geld, ach das, das bringt halt zu wenig.