Umsonst-Kultur

Man glaubt ja gar nicht, wie viele Bücher sich so ansammeln. Also, man vielleicht schon, ich hätte es nicht geglaubt. Beim Tausch unseres Bücherregals hat sich die Notwendigkeit ergeben, etwas auszumisten – was ich als sehr befreiend empfinde -und da ich einen absoluten Widerwillen dagegen habe, das gedruckte Wort in die Altpapiertonne zu geben, haben wir eine erste Test-Kiste auf den Gehweg gestellt:

Bücher zu verschenken

Nach zwei Stunden waren ca. 1/3 der Bücher weg, drei Stunden später die ganze Kiste. Hoffentlich finden die Bücher interessierte neue Besitzer.

Mein Internetführerschein

Beim Aufräumen habe ich meinen Internetführerschein mein Zertifikat über einen Ein-Tages-Kurs “Internet Einführung” aus dem Jahr 2000 wiedergefunden. Damals war ich Volontär bei der “Märkischen Allgemeinen” und man wollte dort dem Nachwuchs auch dieses Internet irgendwie näher bringen. Ich bin mir rückblickend gar nicht mehr so sicher, ob die MAZ damals schon einen Internet-Auftritt hatte oder ob der noch in der Planung war.

Schön finde ich das Thema “Kataloge”, also das Durchpflügen von Yahoo & Co. die uns das weite Web wie ein Branchenbuch nach Themen aufgeteilt haben (die Älteren von uns werden sich erinnern). Und sogar das Geheimwissen über Newsgroups und Mailinglisten wurde uns vermittelt – übrigens Themen, die ich auch im Jahr 2014 noch für aktuell und spannend halte, die aber nie so richtig im Mainstream angekommen sind.

Mein Internetführerschein aus dem Jahr 2000

Mein Internetführerschein aus dem Jahr 2000

Chromecast ist richtig smart

Vor einigen Tagen hat der Tech-Journalist Michael Kroker etliche Zahlen rund um Smart-TV in Deutschland veröffentlicht. Eine Zahl darin: rund 75 Prozent der Smart-TV-Besitzer nutzen gar keine Internet-Funktionen ihres Geräts.

Zu diesen drei Vierteln gehöre ich auch.

Ich habe seit einigen Jahren ein Gerät, das sogar mit einem Wlan-Stick ausgestattet ist und ins Internet kann. Und, ja, ich habe sogar eine Youtube-App genutzt und mal die Tagesschau-App meines Fernsehherstellers. Hat auch funktioniert, leidlich.

Aber die Bedienung über die Fernbedienung ist mühsam – Youtube & Co. sind dafür eigentlich nicht gemacht. Der Fernseher ist unerträglich langsam. Wenn man eine Aktion startet – warten. Wenn man etwas abbricht – warten. Und zwischendurch Abstürze – warten.

Ich habe sogar mal versucht, auf diese Weise einen Film aus meinem Madome-Abo zu schauen. Theoretisch geht es, in der Praxis bricht es ständig ab. Spaß macht das keinen – und deshalb würde ich es auch nicht weiter versuchen oder gar meinen Eltern empfehlen.

Seit einigen Wochen ist an das TV-Gerät aber ein Chromecast-Stick von Google angeschlossen. Und plötzlich lassen sich bequem Videos auf Smartphone oder Tablet bei Youtube aussuchen und mit einem Fingerdruck auf den Fernseher werfen. Und dort werden sie problemlos abgespielt. Problemlos! Abgespielt!

Und über den Google Play Store kann man Filme kaufen oder ausleihen. Und das – funktioniert. Film bequem suchen, mit dem Play-Account bezahlen, auf anschauen drücken und dann als Ausgabe Chromecast wählen. Und schon läuft das Bild auf dem TV. Und der Ton natürlich auch. Und wenn man abbricht und am nächsten Tag den Film erneut aufruft, dann wird er exakt an der richtigen Stelle fortgesetzt. So wie es sein sollte. Schwere Zeiten für Videotheken.

Keine Frage: Chromecast ist noch nicht perfekt. Zu wenig Apps unterstützen diese Ausgabe auf TV. Die Möglichkeit, ein Browserfenster auf den TV-Bildschirm zu werfen, ruckelt und zuckelt noch arg. Und es wäre toll, einfach den gesamten Handybildschirm aufs TV-Gerät zu spiegeln, etwa um ganz unkompliziert Fotos anzuschauen. Es gibt noch Verbesserungsbedarf. Aber das, was Chromecast verspricht, tut das Ding auch. Simpel, zuverlässig. Ein Gerät, das ich auch meinen Eltern, die längst im Smartphone- und Tablet-Zeitalter angekommen sind, empfehlen kann.

Um also auf die Zahlen vom Beginn zurück zu kommen: Bislang waren einfach die wenigsten TV-Geräte smart, selbst wenn sie eine Verbindung zum Internet herstellen konnten. Das könnte sich in Zukunft mit solchen Geräten wie Chromecast – und der sicher folgenden Konkurrenz – ändern. Und womöglich führt dieser Wettbewerb ja dazu, dass sogar die Gerätehersteller unsere Fernseher wirklich smart machen. Mit mehr Rechenpower, einer Benutzerführung, die den Namen verdient, und einer Anbindung an Smartphone und Tablet, die auch funktioniert.

etc.streim.de

Ehrlich gesagt: Ich komme ja kaum noch dazu, eine Zeitung zu lesen. Jetzt, in der Elternzeit, ab und zu die gedruckte “Berliner Zeitung”, die einzige Tageszeitung, die noch unseren Briefkasten bevölkert. (Vor einigen Jahren waren es noch drei weitere dazu: die Märkische Allgemeine, die taz und die Financial Times Deutschland). Und ich bemühe mich zumindest täglich in die wirklich wunderbar gemachte App der “Süddeutschen Zeitung” zu schauen, meines Erachtens die einzige Zeitungs-App die nur ansatzweise etwas taugt und von der ich glaube, dass die Macher sie selbst auch benutzen und nicht nur zahlende Kundschaft quälen wollen.

Das meiste, was Lesenswert ist – und vieles von dem steht in keiner deutschen Tageszeitung oder wenn drei, vier Tage später – kommt auf digitalem Weg zu mir. Über meinen umfangreich gefüllten und gut gepflegten RSS-Reader, über Twitter, Spezialthemen auch über Google+, manches über Facebook und einiges sogar über Email-Listen, etwa der wunderbare Newsletter “Next Draft” oder die wöchentliche Themenschau von Medium.

Vieles davon landet in Pocket, einer der besten Erfindungen des digitalen Zeitalters. Leider lässt sich da Interessantes schneller reinspeichern als wieder lesen, ich könnte einen mehrwöchigen Urlaub locker allein mit der Lektüre der dort abgelegten spannenden Texte bestreiten.

Was mir besonders gut gefällt, darüber würde ich ja gerne öfter bloggen. Etwas zusammenfassen, ein paar Gedanken beisteuern… nur fehlt auch dazu meisten die Zeit. Aus diesem Grund habe ich ein Zweitblog aufgemacht. Das klingt jetzt vielleicht etwas absurd, denn ein zweites Blog macht ja noch mehr Arbeit.

Mein Nebenblog etc.streim.de

Mein Nebenblog etc.streim.de

Doch meine zweite Blog-Präsenz unter etc.streim.de sammelt nur den Link zum Text mit einem kurzen Kommentar von mir dazu. Ês geht eben um et cetera, “und die übrigen Dinge”. Und zwar nicht immer tagesaktuell (siehe oben), aber für mich immer mit Relevanz.

Alle Leserinnen und Leser hier sind herzlich eingeladen, auch bei etc.streim.de vorbeizuschauen.

Kein Mensch braucht 3D-Drucker

Heute im MediaMarkt gleich hinter dem Eingang eine große Freifläche mit Ausstellern zu “Neuheiten der CeBIT”. Ganz vorne: Zwei 3D-Drucker. Für 999 Euro kann man hier im Elektromarkt für jedermann die “Fabrik für Zuhause” mitnehmen.

3D-Drucker im MediaMarkt

3D-Drucker im MediaMarkt

Man kann getrost sagen, dass 3D-Druck gerade dabei ist, im Alltag anzukommen.

Typisch dürfte aber auch die Szene gewesen sein, die ich beobachten konnte: Vater mit zwei Jungs kommt vorbei, Jungs bestaunen das Gerät, das hinter Glas an einem Zahnrad aus rotem Kunststoff druckt. Junge: “Wie geht das?” Vater: “Da wird Plastik Schicht über Schicht aufgetragen.” Junge: staunt und schweigt. Vater: “Aber das ist Quatsch. Das braucht kein Mensch.”

Aktuell dürfte die Einschätzung zwar vielleicht nicht auf alle Menschen, aber so doch auf recht viele zutreffen. Wenn sich aber 3D-Drucker erst einmal weiter verbreiten und Unternehmen sich dies zunutze machen, dann könnte sich das schnell ändern. Was wenn ein bekanntes Einrichtungshaus, bei dem viele Kleinteile aus Plastik bestehen, diese Ersatzteile zum Download anbieten würde, so dass der Kunde sie sich bei Bedarf einfach zu Hause ausdrucken kann? Statt ins nächste Geschäft zu fahren, sich beim Service anzustellen, seinen Wunsch vorzutragen und dann ein winziges Teil für ein paar Cent Kosten mitzunehmen?

Oder wenn Anbieter von Gesellschaftsspielen nur noch eine Basisversion verkaufen und man dann Ergänzungen entweder kostenlos oder eben kostenplfichtig selbst ausdrucken kann?

Braucht kein Mensch? Genau das wurde über den PC gesagt. Über den klassischen Papierdrucker zu Hause. Über Scanner. Über das Smartphone. Und jetzt eben über 3D-Drucker. Wie bei allen diesen Entwicklungen gilt: Ja, die Geräte der ersten Generation sind nur etwas für Enthusiasten, für Freaks, für Nerds, für Bastler. Aber spätestens ab der zweiten oder dritten Generation werden die Dinge massentauglich – und plötzlich wundert man sich, was damit alles machbar ist.

Und das wird unser Leben gravierend verändern. Nicht nur das im Privaten, sondern auch die Industrie. Die “taz” hat dazu heute ein Interview veröffentlicht mit dem ILO-Experte David Seligson. Und der meint:

Sprechen wir hier nur über einzelne Branchen oder über mehr?

Es ist schon davon auszugehen, dass die Veränderungen sich im großen Rahmen bewegen, dass also nicht nur einzelne Branchen betroffen sind. Schon jetzt ist die Bandbreite groß: 3-D-Druck wird etwa für die Herstellung von Spielzeug genutzt, bei Schmuck und im Energiesektor, wie der Herstellung von Elektroaggregaten für Fahrräder.

Meidet Elektrizität! Nutzt Pferde statt Autos!

Hans Magnus Enzensberger hat ein paar Tipps gegen Überwachung. Und die FAZ hat sie gedruckt.

Zusammenfasst sagt er:

  1. Schmeißt die Smartphones weg
  2. Nutzt keine kostenlosen Dienste.
  3. Nutzt kein Online-Banking.
  4. Zahlt alles bar.
  5. Vernetzt nix.
  6. Wählt Politiker ab, die das anders sehen.
  7. Postkarte statt E-Mail.
  8. Kein Online-Shopping.
  9. Kauft nix, was beworben wird.
  10. Nutzt keine Sozialen Netzwerke.

Das ist so jenseits der Lebensrealität, dass man Mitleid bekommen muss. Und sich fragt, wie viele der Dinge, über die er schreibt, er denn überhaupt selbst ernsthaft ausprobiert hat.

Aus Platzgründen musste die FAZ,  vermute ich, aber einige weitere Tipps kürzen:

  1. Meidet Elektrizität.
  2. Nutzt Pferde statt dieser stinkenden Automobile.
  3. Schreibt nix auf, erzählt alles Wichtige euren Kindern.

Die kleine Redaktion am Rande der Stadt

Man kann Bücher selber schreiben – oder sie doch lieber von anderen lesen. “Die tote Kuh kommt morgen rein” von Ralf Heimann ist so ein Buch. Es beschreibt den – ich verzichte mal auf passende Adjektive – Alltag in einer Zeitungsredaktion, in einer kleinen Lokalredaktion der Zeitung, um genau zu sein.

In meiner Zeit bei der “Märkischen Allgemeinen” haben wir oft während oder nach der Nachmittagskonferenz zusammengesessen und darüber geredet, dass man dieses oder jenes mal als Buch aufschreiben oder gleich ein Drehbuch zur “Kleinen Zeitugn am Rande der Stadt” verfassen sollte. Ralf Heimann hat das Buch geschrieben, über das wir so immer nur geredet haben.

Gut, es hat ein paar Längen und manche Geschichten spiegeln weniger die Zeitung mit ihren Leuten und Alltäglichkeiten wider, sondern mehr das Leben im flachen Münsterland und in kleinen Dörfern allgemein. Und nicht jeder Witz zündet. Aber insgesamt ist der dünne Roman, auf den ich dank einer Rezension von Thomas Knüwer gestoßen bin, sehr unterhaltsam. Zumindest für Journalisten oder solche, die es gewesen sind (oder vielleicht werden wollen).

An sehr vielen Stellen habe ich Dinge wiedererkannt (und ich verrate jetzt nicht an welchen), aber vor allem die Beschreibung des Rituals der Blattkritik habe ich – ungelogen – 1:1 so erlebt, und zwar so oft, dass man es gar nicht zählen kann. Ich zitiere hier mal aus dem Beitrag von Thomas Knüwer, der den Textausschnitt aus dem Buch wiedergibt:

“Meistens hatte der, den es traf, die Zeitung nicht gelesen. Das machte die Kritik schwer, aber nicht unmöglich. Norbert zum Beispiel behalf sich mit Sätzen, die eine Bewertung simulieren konnten…

,Die Eins ist sehr schön. Schöne Bilder. Schöner Aufmacher. Gefällt mir gut. Das Bild hätte ich vielleicht noch etwas größer gemacht. Aber sonst sehr gut. Auf der Zwei: schönes Lesestück. Interessantes Thema. Die Bilder find ich sehr schön. Gut aufbereitet. Die Grafik ist sehr übersichtlich. Leserfreundlich. Das ist sehr ansprechend. Auf der Drei fehlt mir ein bisschen der Halt. Das Bild ist zu klein. Das ist alles sehr bleilastig. Da hätte ich mir im Text auch noch mehr Absätze gewünscht. Aber ansonsten: Gut, dass wir das Thema haben. Sehr schön auch die Vier. Vor allem optisch. Tolle Überschrift. Nicht ganz so gut gefällt mir das Bild. Aber großes Lob an Carsten. Schöne Reporte. Hab ich gern gelesen. Dann noch die Fünf. Ja, was soll ich sagen: Die Fünf ist die Fünf. Gute Themen. Alles übersichtlich. Da fehlt nichts, so weit ich das sehe. Und noch schnell ein Blick in die Konkurrenz. Der Aufmacher auf der Eins. Ja, kann man machen, muss man aber nicht. Ansonsten nichts, was wir nicht auch haben. Alles in allem würde ich sagen: Wir haben eine gute Ausgabe gemacht.’”

Es gibt die eher langsamen gemächlichen Kollegen, den Chefredakteur, dessen Bitten sich so schwer abschlagen lassen, und wunderbare Schilderungen von Themenkonferenzen, etwa zur Somemrzeit.

Und das Buch endet so, dass es geradezu nach einer Fortsetzung schreit. Vielleicht gibt es ja bald noch mehr Episoden aus dem Jouranlistenleben. Sonst müsste man ja doch noch mal selbst aufschreiben… Aber Lesen macht eigentlich viel mehr Spaß.

Let the Kids play (and learn)

Gestern saß ich in der S-Bahn und war umgeben von vielleicht einem Dutzend 14- bis 15-jährigen Schülerinnen und Schüler, die alle ein Smartphone in der Hand hatten. ZUnächst mal nicht ungewöhnlich. Aber sie haben alle auch noch das Gleiche getan – nämlich Quizduell gespielt. Das ergab dann Dialogfetzen wie “Boah! Wusstest Du, dass die Kiwi ursprünglich aus China kommt?” Oder “Zwei Zentimeter? Wer soll denn das wissen?”

Kurzer Realitätsabgleich: Kann man sich vorstellen, dass eine ähnliche Schülergruppe in der Bahn sitzt und sich gegenseitig aus ihrem Erdkundebuch vorliest? “Wusstest Du, dass der Amazonas der längste Fluss…” Nee, nicht wirklich.

Was zeigt das? Mit den entsprechenden Anreizen – Stichwort: Gamification – und einer Mischung von nützlichem und unnützen Wissen (wie lange war Postar X, der mir völlig unbekannt ist, mit seiner Partnerin Y zusammen?) gelingt es, auch “echtes” Wissen spielerich rüberzubringen. Chemie, Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde zum Beispiel. Eigentlich müssten die Kultusministerien der Länder die Macher der App mit Fragen-Vorschlägen zuschütten oder, noch besser, gleich eine Kooperation vereinbaren. Aber das wird – natürlich – ein Wunschtraum bleiben.

Mach’s gut und danke für den Fisch

Heute war im Briefkasten wie jeden Tag eine Ausgabe der “Märkischen Allgemeinen”. Wie jeden Tag seit ziemlich genau 15 Jahren. Vor 15 Jahren, Am 2. Januar 1999, habe ich mein Volontariat bei “Brandenburgs besten Seiten” begonnen. Und irgendwann im Februar, schätze ich, auch mein Abo abgeschlossen. Im Januar hatten wir Volontärskurs bei der FAZ, zu der die MAZ damals ja noch gehörte.

Die heutige Ausgabe ist für mich eine besondere Ausgabe.

MAZ vom 31.1.2014

Es ist die letzte Ausgabe, die ich bekomme. Denn mein Abo war seit 1999 ein Mitarbeiterabo, also ein bisschen günstiger als normal. Das lief auch weiter, als ich im August 2012 die MAZ verlassen habe. Und jetzt, Ende Januar, hat die Aboverwaltung der MAZ gemerkt, dass ich nicht mehr dazu gehöre. Und hat mir geschrieben

Durch das Ausscheiden bei der MVD oder bei unseren firmenverbundenen Unternehmen können wir Ihnen unseren Personalrabatt nicht weiter gewähren.

Sie erhalten Ihre MAZ montags bis samstags ab 01.02.2014 zum derzeit gültigen Abonnementpreis von 24,30 EUR pro Monat.Den vereinbarten Bezugspreis ziehen wir mit der SEPA-Lastschrift zum Mandat MVD00xxxxxxxxxxxx von Ihrem Konto xxxx ein. Der Einzug erfolgt jeweils zu Beginn der mit Ihnen vereinbarten Abrechnungsperiode. Um den Aufwand so gering wie möglich zu halten, verzichten wir bei Preisabweichungen auf weitere Vorabankündigungen.

Ich hab dann einen Moment überlegt und festgestellt, dass ich die Zeitung kaum mehr lese. Viel zu oft habe ich sie zuletzt morgens im Briefkasten vergessen und abends keine Lust mehr gehabt. Und dann das Abo gekündigt. Ja, wir haben uns ein bisschen entfremdet. Wahrscheinlich habe ich mich verändert, aber irgendwie hat sich auch die Zeitung gewandelt.

Nein, ich mag nicht eineinhalb Seiten über einen Drei-Personen-Suizid in Hessen lesen und auch nichts über die “Feuerteufel” aus Oberhavel, die man vielleicht gefunden hat. Und ein kleines Eckchen darüber, dass die EU die Fördermittel für Brandenburg halbiert hat. Ich weiß ja, das eine wird gelesen, das andere nicht. Die MAZ druckt inzwischen sogar einen Hinweis zu dem Thema in jeder Ausgabe ab – nämlich was online so geklickt wird. Aber ich frage mich schon, was von größerer Relevanz ist.

Klickliste

Mir fehlt die Zeit und auch ein bisschen die Lust, wobei ich natürlich gerne verfolge, was die früheren Kollegen so machen. Es gab Zeiten, da hatte ich drei Print-Abos zu Hause, heute reicht mir ein digitales Qualitätszeitungs-Abo, das ich auf dem Tablet lese, und daneben mein Twitter-Stream und meine gut gepflegten RSS-Feeds.

Bei solchen Gedanken wird man ja schon ein bisschen nostalgisch. Und da hab ich doch mal in meinen dicken Aktenordnern gewühlt, was eigentlich der erste Text war, den ich für die MAZ geschrieben habe. Es ist eine handwerklich ziemlich misslungene Meldung über VBB-Tarife. Das ist ungefähr fast ziemlich genau 15 Jahre her.

Mein erster MAZ-Artikel

Mensch, wie die Zeit vergeht. Also, liebe MAZ, mach’s gut – und danke für den Fisch. Und sag mal beizeiten Bescheid, ob Dir die neuen Eigentümer von Madsack jetzt ein tolles neues Redaktionssystem spendiert haben. Vor zwei Jahren hätten wir gerade mit der Einführung von Eidos beginnen sollen… Aber jetzt ist es wirklich genug mit der historischen Rückschau.