Green IT mal anders

von Andreas Streim, geschrieben am Samstag, 27. Februar 2010 um 13.39 Uhr

Wer sich schon mal ausgerechnet hat, was so ein aufgemotzter Desktop-PC mit Drucker und Monitor im Dauerbetrieb an Energie schluckt, der weiß, warum Green IT ein echtes Modethema ist. Vor allem wenn man den Energieverbrauch mal hochrechnet – oder sich so ein durchschnittliches Unternehmen anschaut.

Energieeffizienz kann man natürlich durch entsprechende Komponenten erreichen, das ist aber aufwendig und kostet Geld. Ein großer Elektronikmark hat deshalb einen ganz anderen Weg entdeckt, der der Kundschaft angespriesen wird:

Energieeffizient durch Ein-/Ausschalter

Darauf muss man erstmal kommen: Wenn die Technik ausgeschaltet ist, verbraucht sie am wenigsten Strom. (Nur leider macht sie dann auch sonst nicht viel.)

Tags: · ·

No content, please

von Andreas Streim, geschrieben am Montag, 22. Februar 2010 um 7.13 Uhr

Auch wenn es unsere Online-Kollegen, die Content-Manager, nicht gerne hören werden – Journalismus statt Content könnte aus meiner Sicht eine Zukunftschance für Medien sein.

Nicht mehr eine reine Debatte, auf welchen “Kanälen” zu welchem “Preis” man seine “Inhalte” am besten “verbreiten” kann, sondern eine Rückbesinnung auf die Kernkompetenz, auf den Journalismus. Den weder Twitter noch Blogger noch PR-Webseiten ersetzen können, weil sie es auch gar nicht wollen, sondern etwas ganz anderes machen. Was auch seine Berechtigung hat.

via: Amys Welt

Tags: · ·

Das Fernsehen darf nicht sterben

von Andreas Streim, geschrieben am Sonntag, 21. Februar 2010 um 13.19 Uhr

Und weil wir gerade dabei waren über die Wichtigkeit der Zeitung nachzudenken, das Video erklärt wunderschön, warum es ohne Fernsehnachrichten auch überhaupt nicht geht.

Tags: · ·

Die Zeitung darf nicht sterben

von Andreas Streim, geschrieben am Sonntag, 21. Februar 2010 um 12.26 Uhr

Das Böse an dem Spot ist ja, dass vor allem der Einwand, dass in vielen Zeitungen immer weniger originär eigener Inhalt steckt, zutrifft. Und gerade in der Krise wird viel getan, dass es am Ende noch weniger ist, dafür wird dann noch billiger produziert.

Auf der anderen Seite bin ich fest überzeugt, dass es gerade für regionale und lokale Nachrichten in Zeitungen keine wirkliche Alternative im Netz gibt. Zumindest sind mir noch keine Blogs etc. aufgefallen, die die Nachrichtenlage in Brandenburg – auch in Ausschnitten – so wiedergeben, wie eine Zeitung wie die “Märkische Allgemeine” das tut. Und wenn man mal glaubt, ein solches Blog gefunden zu haben, stellt man fest, dass vor allem Nachrichten aus Zeitungen verlinkt und kommentiert werden.

Aber der Spot hat mir trotzdem gefallen.

via: Indiskretion Ehrensache

Tags: · ·

Leistung und Gegenleistung

von Andreas Streim, geschrieben am Freitag, 19. Februar 2010 um 20.13 Uhr

Also gut, ich finde es in Ordnung, wenn Vize-Kanzler Guido Westerwelle mal die Frage aufwirft, wer denn möglicherweise steigende Hartz-IV-Regelsätze bezahlen soll und wie weit die Belastungen für kleine und mittlere Steuerzahler denn noch zu treiben sind. Dass er dazu von “spätrömischer Dekadenz” spricht ist zwar grober Unfug, aber vermutlich notwendig, wenn man im Medienrauschen gehört werden will.

Ein bisschen unglaubwürdig wird das Anliegen, die ehrbare Mittelschicht zu schützen, dadurch, dass er nicht auch ein paar scharfe Bemerkungen Richtung der Großverdiener loslässt, die als Sozialschmarotzer ihr Geld ins Ausland geschafft haben und sich hier von den ehrlichen Durchfüttern lassen (indem sie auf unseren Straßen fahren, in unseren staatlich subventionierten Theatern ihren Sekt schlürfen etc.). Aber gut, die Hand, die einen füttert, beißt man nicht so gerne. Ist noch nachvollziehbar.

Was ich aber wirklich nicht verstehe: Warum man sein Anliegen Tag für Tag wiederholen muss und damit immer mehr weg vom Steuerzahler geht, hin zum angeblich faulen Hartz-IV-Kassierer. Das nervt einfach nur. Und ich wüsste wirklich gerne mal, was denn Herr Westerwelle & Co. so einem 53-Jährigen in Wittenberge, Rathenow oder der tiefsten Uckermark sagen, der seit 18 Jahren von Maßnahme zu Maßnahme, von Qualifizierung zu Qualifizierung geschickt wurde. Und dem trotzdem niemand eine Arbeit geben will, auch wenn er noch so oft fragt.

Vorschlag zur Güte: Wenn Herr Westerwelle sagt, es dürfte keine Hartz-IV-Leistung ohne Gegenleistung geben, dann bin ich dafür, dass es auch für die Verantwortlichen keine Leistung mehr gibt, wenn sie einem Hartz-IV-Empfänger, der wirklich einen Job haben will, keinen geben. Dann hätte sich das Thema Hartz IV vermutlich rasch erledigt.

Und noch eine Frage hätte ich: Wenn Herr Westerwelle so lautstark betont, es dürfe keine Leistung ohne Gegenleistung geben – dann würde ich doch bitte nochmal genauer wissen wollen, wie das mit der Mövenpick-Spende war. Und welche Gegenleistung für diese Leistung genau erbracht worden ist. Vielleicht sind da im nächsten Interview drei Minuten Zeit, uns das nochmal ganz genau zu erklären. Jetzt, wo wir wissen, dass es keine gegenleistungsfreie Leistung gibt. Für die FDP.

Tags: · ·

Bitte lächeln, sie werden gefilmt

von Andreas Streim, geschrieben am Freitag, 19. Februar 2010 um 19.57 Uhr

Egal wer nun wirklich am Mord an Hamas-Führer Mahmud al-Mabhuh steckt, ob es der israelische Mossad war oder irgendwer anderes, interessant finde ich, wie die Bewegung von Menschen nachträglich rekonstruiert werden kann. Die Sicherheitstechnik ist längst so weit – und ich würde nicht darauf wetten, dass es ausreicht, dass Speicherung von Daten etc. einfach verboten wird.

Dieses Video von Gulf TV rekonstruiert die Bewegung der vermuteten Mörder seit der Einreise nach Dubai. Bitte lächeln, sie werden gefilmt!

Tags: · · · · ·

Insolvenzstudien

von Andreas Streim, geschrieben am Freitag, 19. Februar 2010 um 15.28 Uhr

Als Wirtschaftsredakteur flattert eigentlich mindestens einmal pro Woche eine Studie, eine Prognose oder eine andere verbale Äußerung zum Thema “Insolvenzen in Deutschland” ins Büro. Derzeit sind die Erwartungen wieder, dass mehr Firmen Pleite gehen werden. Manchmal frage ich mich, ob es nicht noch viel viel mehr sein müssten, wenn die Gesetze der Marktwirtschaft wirklich gelten würden.

Zum Beispiel dieses Beleuchtungsfachgeschäft dieser Lampenladen in der Prenzlauer Allee.



An dem sind wir heute Vormittag vorbeigekommen und weil nach satten fünf Jahren die Glühlbirne in unserer Küchenlampe ihren Geist aufgegeben hat, sind wir da schnell rein. Und haben dem Mann, der aus dem Hinterzimmer hinter den Tresen eilte, gesagt, so eine große kugelige Glühbirne, wie sie hinter ihm zu sehen sei, hätten wir gerne. Mit 60 Watt. Hah! Da hat er aber den Kopf geschüttelt. Und uns einen Kurzvortrag gehalten, dass diese Birnen und all jene, die irgendwie verspiegelt und sonstwas seien, ja nicht mehr hergestellt würden. Die EU, und so.

Ich fragte daraufhin, was man denn ersatzweise nehmen könnte – und dachte daran, dass er uns vielleicht ein formentsprechende Energiesparlampe anempfehlen würde. So von wegen Fachgeschäft, wie es draußen hieß. Doch die Antwort war: “Was ich noch da habe.” Nun ja, etwas genauer hätte ich es schon gewusst und wollte gerade ansetzen, was das denn nun sei.

Da ging die Tür auf und ein weiterer Mann kam rein. Verkäufer: “Hast Du einen Moment Zeit?” Mann: “Nee, eigentlich nicht.” Woraufhin unser Verkäufer sich von uns abwandte und schnellen Schrittes mit dem Mann Richtung Hinterzimmer verschwand. Äh… wie bitte? Wollten wir nicht gerade was kaufen? Hätten wir vielleicht, nach einer guten Beratung, demnächst eine neue Lampe hier gekauft? Hätten wir den kleinen Laden vielleicht weiterempfohlen?

So gingen wir verärgert von dannen. Und wenn ich das nächste Mal die Insolvenzstatistik lese, denke ich mir: Manche haben es sicher verdient. Und ich werde hin und wieder vorbeischauen, ob es den Laden in der Prenzlauer Allee noch gibt. Und wenn ja, tja, dann werde ich wohl weiter an den Markgesetzen des Kapitalismus zweifeln.

Tags: · ·

Verbesserungen

von Andreas Streim, geschrieben am Dienstag, 16. Februar 2010 um 21.11 Uhr

Don Alphonso hat in der FAZ einen wunderbaren Beitrag über die Berater als solche und die Social-Media-Berater im Besonderen geschrieben. Da stehen viele kluge Gedanken drin, aber mein Lieblingssatz (ok, es sind mehrere) ist dieser:

In unseren Tagen jedoch ist jedes Projekt mit Kosten verbunden, und wenn die WAZ mit dem auf derartige Heilsversprechen zugeschnittenen Online-Auftritt „Derwesten“ Millionen versenkt, zahlen die normalen Mitarbeiter die Zeche. Vielleicht wäre es sinnvoller, Geld in die Verbesserung von Produkten zu stecken, anstatt Mitarbeiter zu schulen, wie sie mangelhafte Qualität über Twitter verkaufen.

In manchen Firmen wäre man zwar schon froh, wenn sie wenigstens sowas wie Twitter kennen würden. Aber im Kern ist das Problem wirklich, dass in vermeintliche Qualität oder in Qualität, die von Beratern als solche bezeichnet wird, Geld gesteckt wird. Und dabei werden die besten Berater, die eine Firma hat, viel zu oft ignoriert: die eigenen Mitarbeiter. Darunter sind nämlich mit Sicherheit welche, die viel genauer wissen, wo es hakt und klemmt. Darunter sind mit Sicherheit welche, die tatsächlich noch so etwas wie Stolz oder Liebe zu ihrem Produkt empfinden. Und die nichts lieber tun würden, als gemeinsam daran zu arbeiten, dass es besser wird.

Stattdessen wird irgendwas gemacht, was sich irgendwer irgendwo ausgedacht hat und was diejenigen, die jahrelang mitgelebt und mitgelitten haben, noch dazu vor den Kopf stößt. Weil es falsch ist. Weil es nicht weiterführt. Und vor allem, weil sie merken, dass niemand an ihrer Meinung interessiert ist. Vielleicht werden sie es ja im nächsten Leben als Berater versuchen. Und statt kostenlos weiterhelfen wollen, dafür richtig Kohle nehmen.

Ja, ich glaube solche Firmen gibt es zu Tausenden in diesem Land.

Tags: · ·

It’s Copy&Paste, stupid!

von Andreas Streim, geschrieben am Donnerstag, 11. Februar 2010 um 11.45 Uhr

Ich habe Helene Hegemanns Roman, oder den Roman, den Helene Hegemann zusammengestellt hat, nicht gelesen. Ein Kollege von mir hat es getan. Die Debatte, die aus dem Plagiatsvorwurf entstanden ist, finde ich aber viel interessanter als es so eine Geschichte sein kann.

Mein Kollege hat sich auch damit beschäftigt, und er schreibt davon, dass Hegemann eben Samples nutzt, wie das in dem Milieu, in dem sich eine 17-Jährige bewegt, heute üblich sei. Samples seien gar eine “Respektbezeugung”, was wir Erwachsene nicht verstehen könnten.

Auch das Internet lebt heute vom Samplen, vom Neuzusammenfügen von Inhalten, von Mashups. Doch ein entscheidender Unterschied besteht meiner Meinung nach zwischen dem dreisten Gedankendiebstahl und Inhaltsklau und dieser neuen Form des Umgangs mit Dingen – nämlich dass man den Urheber, den, dem man angeblich Respekt bezeugt, auch nennt. Und nicht erst, wenn der sich meldet und beschwert.

Wer das Plagieren mit der Sharing-Kultur in einen Topf wirft und umrührt, der schadet dem wirklichen kreativen Umgang mit fremden Inhalten, der natürlich die Originalurheber allesamt nennt. Aber ich vermute mal, das ist Frau Hegemann, Ullstein und den meisten Feuilletonisten ziemlich egal.

Deshalb gefällt mir der gewohnt scharfzüngige und ein bisschen böse Text von Don Alphonso in der Blogbar dazu auch viel besser (auch wenn er so wohl nicht in einer Zeitung stehen könnte, tja). Und darunter ein Kommentar, der einen Teil des Problems zusammenfasst:

Folgendes würde ich gerne mal wissen: Angenommen, Airens Autorschaft wäre unerkannt geblieben und ein Blogger hätte die Heroinszene wortwörtlich kopiert und/oder in einem eigenen Buch als eigenen Text ausgegeben?

Was hätte Ullstein gemacht? Verständnis für den jungen Mann geäußert, der mit der “Sharing-Kultur” des Internet großgeworden ist?

Und so wie es aussieht, war das Abschreiben im Debütroman auch nicht das erste Mal, offenbar ist auch eine früher veröffentlichte Kurzgeschichte, nun ja, etwas mehr als gesampelt aus einem Film, wie unter anderem “Die Welt” schreibt.

P.S.
An dieser Stelle noch ein etwas älterer Twitter-Beitrag von mir zum Thema: “These: Wenn Frau #Hegemann ein pickliger dicker Junge wäre, würde das Feuilleton die Abschreiberei nicht durchgehen lassen.”

Tags: · · ·

Lebenszeichen von Renault

von Andreas Streim, geschrieben am Donnerstag, 4. Februar 2010 um 19.52 Uhr

Ich erwähnte ja hier im Blog bereits, dass ich einen echten Brass auf Renault habe eine kleine Anfrage an Renault geschickt habe, warum man eigentlich die Lämpchen für die Frontbeleuchtung nicht wechseln kann, ohne den halben Motor auszubauen, obwohl es im Handbuch ganz anders steht.

Meine entsprechende Email hat nach nicht einmal zwei Wochen zu einer Reaktion geführt. Nämlich zu einem echten Brief, der heute in der Post war. Darin bittet Renault mich, meinen Händler bzw. meine Renault-Werkstatt zu benennen und die Daten aus dem Fahrzeugschein anzugeben, den ich in Kopie einschicken soll. Ich befürchte also, dass meine Frage gar nicht von einem Menschen gelesen wurde, sondern nur in ein elektronisches Beschwerdemanagement eingegeben wurde, dass jetzt erstmal die Schleife “Daten vervollständigen” durchläuft.

Meine Antwort an dialog.deutschland@renault.de lautet wie folgt:

Sehr geehrte Frau R.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Reaktion auf meine Email-Anfrage vom 24. Januar. Sehen Sie es mir bitte nach dass ich nicht nachvollziehen kann, wofür Sie für meine Anfrage einen Händlernamen und eine Kopie meines Kfz-Scheins benötigen. Ich habe angefragt, warum in der Anleitung zum Renault Megane Grandtour der Austausch der Lampen für die Frontbeleuchtung in einer Weise beschrieben wird, die sich mit einem Auto, dass einen Motor enthält (wie wohl die meisten, die sie verkaufen) gar nicht durchführen lässt.

Ich bezweifle, dass dies ein für mein Fahrzeug spezifisches Problem ist, zu dessen Erklärung Sie den Kfz-Schein benötigen könnten. Ebenso bezweifle ich, dass sich dieses Problem nur bei Fahrzeugen findet, die bei meinem Händler gekauft wurden. Deshalb würde ich aus Gründen der Datensparsamkeit gerne darauf verzichten, Ihnen die gewünschten Angaben zu machen, und trotzdem eine Antwort bekommen. Sollten Sie allerdings konkrete Gründe haben, warum diese Angaben nicht einfach grundsätzlich abgefragt werden, sondern für die Beantwortung meiner Anfrage unerlässlich sind, werde ich meine Haltung selbstverständlich noch einmal überdenken.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie meine Anfrage nun beantworten würden bzw. diese zur Beantwortung an die entsprechende Stelle weiterleiten würden.

Tags: · · ·