andreas streim

buchstaben, wörter, sätze & mehr

Wunschlos glücklich

Twitter hat es erkannt – ich bin wunschlos glücklich.

Twitter schlägt mir was vor

Seit ich ein Kind hab

(statt Vorsätze für 2015)

Warten aufs Christkind

Für alle, die heute die Zeit bis zum Geschenkeauspacken unterm Christbaum überbrücken müssen (Spoiler: Liegen ja eh nur Tablets, Smartphones und Fitness-Tracker drunter), ein kleines Weihnachts-Mash-up.

Und natürlich: Oh Du Fröhliche – und besinnliche Weihnachtsfeiertage an die hier Lesenden.

*** Weihnachten

Auch wenn’s Werbung ist, es ist wenigstens lustige Werbung. Und das Produkt spielt eigentlich gar keine Rolle. In diesem Sinne

Frohe Weihnachten der geneigten Leserschaft hier. Und kein “***” in den kommenden Tagen.

Warum das mit den Zeitungen nix mehr wird

Ich mag Zeitungen. Ich habe viele Jahre meines Lebens mit großer Begeisterung für eine gearbeitet. Journalismus ist auch wichtig. Hat aber nichts mit bedrucktem Papier zu tun.

Vor einigen Jahren hatten wir täglich vier gedruckte Tageszeitungen im Briefkasten. Heute noch eine. Und die auch nur, weil die Frau in unserem Haushalt nostalgische Gefühle hegt und findet, Kinder sollten nicht in einer Familie aufwachsen, in der sie keine gedruckten Zeitungen kennenlernen. Oder so ähnlich. Das finde ich eigentlich auch. Und so ein gelebtes Freilichtmuseum, das hat ja auch was.

Ich lese Zeitungen gerne digital. Dumm nur, dass offenbar alle halbwegs begabten Programmierer Apps für US-amerikanische Start-ups entwickeln und keine Zeit für deutsche Medien haben. Anders ist die Qualität der Versuche, den eben fürs Drucken geschriebenen Inhalt auf Smartphone, Tablet oder auch PC zu bringen, nicht zu erklären. Mit Ausnahme von SZ Digital, der App der “Süddeutschen Zeitung”, der es gelingt, die ohnehin guten Inhalte so darzustellen, dass es auf jedem Medium eine Freude ist. Und die selbst meinen Vater zum begeisterten (auch) Online-Leser neben seiner gedruckten Ausgabe gemacht hat.

Aber sonst? Ein Bild des Schreckens. Und genug der Vorrede. Nur noch eine Erinnerung. Wir haben fast 2015 – also das Jahr zweitausendundfünfzehn. Und da finde ich in meinem Briefkasten eine kostenlos und unverlangt eingeworfene “Berliner Morgenpost” (locker über das “Bitte keine Werbung”-Schild hinweggesetzt, Regeln gelten nur für andere wie Google und so…). Doch nicht die Zeitung, sondern der Aufkleber darauf hat mich dann doch interessiert.

2014-12-21 13.56.35

Die “Berliner Morgenpost” elektronisch lesen, 6 Monate lang umsonst – was soll dabei schiefgehen? Und wäre doch nett, auf dem Weg in die Arbeit oder zurück mal kurz in der S-Bahn auf dem Smartphone die Berlin-Nachrichten durchzulesen. Also mal anmelden. Die Startseite von epapern.de verspricht:

Die Startseite von epapern

Papern bedeutet, dass Sie überall und jederzeit auf Ihrem Smartphone, dem Tablet oder am PC druckfrische Tageszeitungen oder Zeitschriften lesen können.

Das klingt doch gar nicht schlecht. Aber was bekommt man, wenn man sich angemeldet hat? Das hier.

Ein Epaper ist wirklich ein PDF

Ich kann mir bei epapern.de auf einer Website ein PDF auf mein Gerät herunterladen. Wie war das nochmal? “Überall und jederzeit auf ihrem Smartphone…” Natürlich, stimmt, ich kann auf meinem Smartphone ein PDF öffnen. Diese grässlichen PDFs, die gerne auch als wöchentlicher Newsletter von Journalisten-Verbänden verschickt werden, anstatt alles einfach in eine ordentliche Mail zu packen, die auf den verschiedenen Geräten hervorragend skaliert. Aber ich schweife ab. Das Epaper sieht dann so aus:

Epapern auf dem Smartphone

Klar, man kann einzelne Artikel heranzoomen, so dass man sie lesen kann. Nur leider dann immer nur ein winziges Stückchen, dann scrollt man mit dem Finger runter, dann nach rechts und wieder rauf, dann wieder runter, dann wieder nach rechts und wieder raus etc. pp. Weil die Zeitung so ausgeliefert wird, wie sie halt wunderbar auf so ein großes Zeitungspapier gedruckt passt.

Artikelausschnitt

Das Schlimme daran ist: Wenn das jemand ausprobiert, der vielleicht zum ersten Mal darüber nachdenkt, ob Digitalausgaben lesen nicht vielleicht doch eine gute Idee ist, der wird das Experiment sofort kopfschüttelnd beenden. Und vermutlich nie wieder ein Digitalabo einer Tageszeitung abschließen. “Bei Spiegelonline kann ich das besser lesen…” wird er denken.

Und irgendwo weint ein Verlagsmanager und schreibt einen Brandbrief an die Politik, die doch verdammt noch mal endlich was gegen die Kostenloskultur im Netz und dieses an allem schuld seiende Google tun soll.

Auflagenentwicklung Tageszeitungen

Bedienungsanleitung für die U-Bahn

Kann man dieses wunderbare Video, das die richtige Benutzung der New Yorker U-Bahn zeigt, bitte mal auf Deutsch übersetzen, liebe BVG? Und dann alle Berliner verpflichtend anschauen lassen?

Vor allem die Erklärung was passiert, wenn man nicht erst die Leute aussteigen lässt bevor die nächsten einsteigen, könnten ja vielleicht auch die zwei oder drei Berliner verstehen.

Kursgewinngarantiegesetz

Mal vorweg: Ich habe keine Aktien von Zalando oder Rocket Internet gekauft. Und zwar nicht nur weil ich dazu viel zu bequem bin und für Aktienhandel zu schwache Nerven habe, auch nicht nur weil ich dafür gerade mal kein Geld übrig habe – sondern aus bewusster Entscheidung. Das hat was mit Geschäftsmodellen zu tun, mit Transparenz oder ihrem Fehlen, mit der Überlegung, wer von etwas profitiert und wer nicht.

Wobei, soviel mal als kleiner Einschub, meine Karriere als Börsenguru nicht wirklich eine war. So habe ich hier im Blog 2006 (ja, so lange gibt’s das hier schon und sogar ein bisschen länger) über den Xing-Börsengang fabuliert, dass ein Kurs von 30 Euro ja kaum zu halten sei. Die Aktie notiert aktuell bei 75 Euro. Tja, hätte ich mal…

Zalando und Rocket Internet haben aber gezeigt, dass in Deutschland Internet-Unternehmen an die Börse gehen können. Dass es Anleger gibt, die bereit sind, Geld in Unternehmen (ja, in Unternehmen!) zu investieren, damit diese mit dem Geld ihr Geschäft ausbauen, wachsen, international erfolgreich werden können. Und nachdem ein paar Wochen lang publizistisch das mehr oder weniger bejubelt oder zumindest mit einem gewissen Respekt vorbereitet wurde, kommt jetzt – wenig überraschend – der Slashback. “Spiegel Online” titelt aktuell “Absturz nach Börsengang: Zalando-Rocket-Fiasko alarmiert Anlegerschützer”.

SpON zu Zalando

Da stehen beachtliche Sätze drin wie

Eine volle Handelswoche lang sind die Kurse der beiden Start-ups von Tag zu Tag immer weiter abgestürzt. Aus Zeichnern sind Gezeichnete geworden.

Gezeichnete. Weil es so viele Menschen gab, die z.B. Zalando-Aktien haben wollten, zu einem bereits bekannten Ausgabekurs. Was haben die Leute denn erwartet? Dass – klar doch, Internet-Unternehmen und alle außer mir sind doof! – zum Börsenstart der Kurs erstmal um 20, 30 oder 40 Prozent steigt und man dann schnell ordentlich Kasse machen kann? Der Kurs kann ja nur so in den Keller rauschen weil viele von denen, die erstmal Aktien gezeichnet haben, sich gleich mal wieder von denen getrennt haben. Und man sich dann schon die Frage stellen muss, mit welchen Motiven diese Zeichner denn tätig geworden sind. Waren das jetzt Investoren oder Zocker? Und muss ich großes Mitleid mit den Zockern haben, so viel wie mit dem in der Spielbank, der seinen Stapel auf Rot schiebt und dann einen Schuldigen sucht, wenn es zum vierten Mal hintereinander wieder Schwarz wird?

Aber in dem Text stehen noch genialere Dinge:

Der Ökonom und Anlageexperte Max Otte fordert nach dem jüngsten Debakel die Politik im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE zum Eingreifen auf: “Der Gesetzgeber muss die Anleger schützen. Ein Unternehmen soll erst an die Börsen gelassen werden dürfen, wenn es nachhaltig Gewinne macht.”

Ja, genau, der Gesetzgeber muss das verhindern, wenn die Anleger Zeichner ja offenbar nicht in der Lage sind, Börsenprospekte zu studieren oder sich gar, hui!, über das Unternehmen, dessen Miteigentümer sie da gerade werden wollen, anderswo zu informieren. Es war jetzt kein allzu großes Geheimnis im Vorfeld der Börsengänge, dass Zalando und Rocket bislang nicht so die ganz großen Cash-Cows sind. Aber “Anlageexperten” in Deutschland würden ja auch verbieten, dass so eine Firma wie Amazon an die Börse dürfte, denn, mal ehrlich, die verdienen ja auch kein Geld, schon gar kein nachhaltiges. Wobei es da auf die Definition ankommt, denn sonst könnte manches traditionelle Unternehmen vor einem drohenden Delisting stehen.

Aber wenn schon, dann sollte man den Gedanken weiterführen und nicht auf halbem Weg stehen bleiben.

Was wir brauchen ist ein Kursgewinngarantiegesetz, das Kursverluste an der Börse untersagt und nur Unternehmen zulässt, die grundsätzlich steigende Kurse garantieren können. Das wäre mal ein echtes deutsches Alleinstellungsmerkmal.

In einem Land, in dem man immer noch nicht verstanden hat, dass Kursgewinne und Dividenden am Ende nur die Bezahlung für ein Risiko sind. Das Risiko, dass man mit seinem Investment eben daneben lag und es null Dividende und kräftige Kursverluste gibt.

Asoziale Politik

Ich kann es nicht mehr hören. Die Klage kommt ja regelmäßig wieder. Böse Internet-Konzerne zahlen keine oder kaum Steuern. Jetzt hat Gabriel damit die Parteibasis bespaßt, wie dpa berichtet:

Zugleich attackierte er [Gabriel] die Datenkonzerne: “Wir müssen den Silicon-Valley-Kapitalismus zähmen.” Mir Blick auf Steuervermeidungsstrategien von Konzernen wie Apple, Amazon und Google in Deutschland sagte Gabriel: “Das ist asozial.”

Klar gibt es Leute, die freiwillig Steuern zahlen, mehr als sie müssten, aber das ist eher die Minderheit.

Zu Gabriels Klage gibt es genau zwei Möglichkeiten:

Entweder die Konzerne verstoßen gegen geltendes Recht. Dann sollte man sie nicht beschimpfen, sondern bestrafen.

Oder sie nutzen einen Spielraum, den ihnen die Politik gewährt. Dann gibt es auch keinen Grund für Beschimpfungen, sondern für Gesetzesänderungen. So sind am Ende nicht die Konzerne “asozial“, sondern allenfalls die Politik.

Ansonsten befürchte ich, dass der “Silicon-Valley-Kapitalismus“ auch dann nicht mehr weggeht, wenn die SPD (oder eine andere Partei) das mit großer Mehrheit beschließen sollte. Die Dampfmaschine ist auch ziemlich lange nicht wieder weg gegangen…

Kleingärtnerunwesen

Bei uns gegenüber ist eine Kleingartenanlage. Das ist aus vielerlei Gründen sehr schön.

In Kürze soll es dort einen “Tag der offenen Gärten“ geben. Was aber offenbar nicht allen gefällt. Darauf deutet zumindest dieser Aushang des Vorstands hin.

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Ohne mich jetzt weiter mit dem Für und Wider des etwas skurril anmutenden Streits zu beschäftigen: Wer solche Texte verfasst, bestätigt jedes nur denkbare Klischee, das über Kleingärtner und Vereinsmeierei existiert. Und hat vermutlich Unrecht.

Digital verwöhnt

Ich mag meine Nikon D70. Eine solide, funktionale digitale Spiegelreflex-Kamera, zu der ich mir ein sehr gutes Objektiv geleistet habe. Und die mich schon eine ganze Weile verlässlich begleitet.

Aber ich bemerke etwas, was mich zunehmend stört: die Bilder sind erstmal auf der Speicherkarte eingesperrt. Ich brauche einen PC, um sie einzulesen, zu bearbeiten und dann irgendwann zu versenden.

Mache ich ein Foto mit meinem Nexus 5, so steht es sofort danach zur Verfügung. Und manchmal ist inzwischen die Qualität sogar… naja, nicht schlechter, etwa mit HDR-Modus eingeschaltet.

Ich will eine ordentliche digitale Spiegelreflexkamera von Nikon mit echten Knöpfen, die was wiegt und bei der man durch den Sucher schaut, mit Android als OS und Wifi. Geht das bitte?

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